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FDP: Die Geschichte der liberalen Partei - Von der Partypartei zu Lindner

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Von: Xenia Pfeifer

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Plakat FDP Freie Demokraten
Bei der Bundestagswahl 2013 schaffte die FDP nicht den Einzug in den Bundestag. © Nicolas Armer/dpa

Die FDP sitzt seit 2021 wieder im Bundestag und bildet die Bundesregierung. Doch was war ihr Anfang und welche Politik verfolgen sie?

Berlin – Die FDP oder die Freie Demokratische Partei ist eine deutsche Partei, die sich in der politischen Mitte einordnen lässt. Seit der Gründung war sie von 1948 bis 2013 im Bundestag vertreten. In elf Bundesländern ist sie anno 2022 Teil der Regierung. Als Koalitionspartner ist sie in der Landessregierung von Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vertreten.

HauptsitzBerlin
Gründung12. Dezember 1948
ParteiführungChristian Lindner
Stellvertretender VorsitzenderWolfgang Kubicki, Nicola Beer, Johannes Vogel
GeneralsekretärVolker Wissing

Die politische Richtung der FDP: Der Mensch vor dem Staat

Der Kerngedanke der FDP ist die Freiheit der Person vor dem Staat. Jede Person soll so weit gefördert werden, dass sie eigenverantwortlich und selbstbestimmt handelt. Das Ziel der Partei ist es, jeder Person durch gezielte Förderung und das Schaffen neuer Freiräume Chancen zu ermöglichen, die zur Weiterentwicklung und Wohlstand führen. Sie fordern:

FDP: Der Start der Freien Demokratischen Partei

Die FDP verfolgt die Philosophie des Liberalismus, es ist einer der ältesten Grundpositionen der modernen Politik. Bereits 1861 gab es die ersten liberalen Parteien, die als Vorgänger der FDP betrachtet werden können. Dazu gehörten die Deutsche Demokratische Partei und die nationalliberale Deutsche Volkspartei in der Weimarer Republik.

Die Freie Demokratische Partei, wie wir sie heute kennen, entstand 1948 in Heppenheim. Theodor Heuss gründete damals die FDP und übernahm den ersten Vorsitz. Der Reichsabgeordnete der Deutschen Demokratischen Partei vereinte in der FDP die zwei politischen Strömungen der liberalen Parteien der Weimarer Republik: die eher rechtsgerichtete nationalliberale Deutsche Volkspartei und die linkspolitische Deutsche Demokratische Partei.

Im Jahr 1949 wurde Heuss zum ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschlands und wirkte an der Ausgestaltung der Präambel und des Grundgesetzes mit.

Alle FDP-Parteivorsitzende und ihre Meilensteine

Eine große Veränderung schuf Walter Scheel, der von 1968 bis 1974 den Parteivorsitz innehatte. Sein Vorgänger Erich Mende war eher rechtsorientiert und folgte diesem Kurs während seines Vorsitzes. Scheel wich davon ab und führte die Partei in die politische Mitte, in der die FDP bis heute noch steht. So ist es der Partei möglich, als Koalitionspartner die Ziele der CDU/CSU zu verfolgen, wie auch der sozialdemokratischen SPD.

ParteivorsitzendeJahr
Theodor Heuss1948 bis 1949\t
Franz Blücher1949 bis 1954\t
Thomas Dehler1954 bis 1957\t
Reinhold Maier1957 bis 1960\t
Erich Mende1960 bis 1968\t
Walter Scheel1968 bis 1974\t
Hans-Dietrich Genscher1974 bis 1985\t
Martin Bangemann1985 bis 1988\t
Otto Graf Lambsdorff1988 bis 1993\t
Klaus Kinkel1993 bis 1995\t
Wolfgang Gerhardt1995 bis 2001\t
Guido Westerwelle2001 bis 2011\t
Philipp Rösler2011 bis 2013\t
Christian Lindnerseit 2013\t

Die FDP mit Walter Scheel unterstützte so den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt bei seinem außenpolitischen Kurswechsel. Scheel bemühte sich während des Kalten Krieges um ein freundschaftliches Verhältnis zur UdSSR und den anderen Ostblock-Staaten, sein Ziel war eine Entspannungspolitik.

Hans-Dietrich Genscher war der Parteivorsitzende der FDP von 1974 bis 1985. In seiner Amtszeit initiierte er die wirtschaftliche Neuorientierung der Partei. Zudem konnten durch seine diplomatischen Bemühungen über 4.000 DDR-Flüchtlinge in der Prager Botschaft 1989 in die Bundesrepublik einreisen.

Als Befürworter der freien Marktwirtschaft führte 1988 bis 1993 Otto Graf Lambsdorff den Parteivorsitz. Er setzte eine Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen durch. Außerdem trat er für eine verbesserte transatlantische Handelsbeziehung mit den USA ein.

Harte Zeiten der FDP und der Kurswechsel unter Westerwelle

Die zweite Hälfte der Neunziger verlief für die FDP hart. Die Partei musste einige Wahlniederlagen einstecken. Von 1993 bis 1995 musste sie so aus zwölf der 16 Landtage und aus dem Europaparlament weichen. Erst 2001 kündigte sich mit Guido Westerwelle ein Wandel an. Er übernahm den Parteivorsitz und 2002 ging die FDP mit „Projekt 18“ die Bundestagswahlen an. Das Ziel war eine Wähleranteilsteigerung von sechs auf 18 Prozent.

Guido Westerwelle wurde der erste Kanzlerkandidat der FDP und fuhr mit einem blau-gelb lackierten Wohnmobil mit dem Namen „Guidomobil“ durch das Land. Zudem nahm er als Gast bei der Fernsehshow „Big Brother“ teil. Dadurch bekam die Partei den Ruf der „Spaßpartei“.

Ihr erklärtes Ziel von 18 Prozent verfehlte die FDP trotz Guido Westerwelle deutlich: Das Erststimmenergebnis lag bei 5,8 Prozent und das Zweitstimmen bei 7,4 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2009 erreichte die FDP jedoch wieder mit Guido Westerwelle ihr bisher bestes Ergebnis von 14,6 Prozent. Nach der Wiederwahl der Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde Westerwelle Vizekanzler und Außenminister.

Der tiefe Fall der FDP und der Wiederaufbau durch Christian Lindner

2013 erlebte die FDP ihren größten Rückschlag. Bei der Bundestagswahl erhielten sie ein Wahlergebnis von 4,8 Prozent und konnten so das erste Mal nicht in den Bundestag einziehen. Als Konsequenz trat der ganze Vorstand der FDP zurück.

Nach diesem Ereignis wurde Christian Lindner 2013 der neue Parteivorsitzende und setzte sich dafür ein, die Liberalen von der Basis her inhaltlich neu auszurichten. 2017 schaffte die Partei mit Lindner mit 10,7 Prozent den Einzug in den Bundestag. Die FDP befand sich in Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen. Nach vier Wochen erklärte Lindner die Versuche als gescheitert und zog sich in die Opposition zurück.

Die FDP bei der Bundestagswahl 2021

Bei der Bundestagswahl 2021 konnte sich die FDP mit einem Wahlergebnis von 11,5 Prozent noch weiter verbessern. Nach der Wahl trat die FDP in Koalitionsverhandlungen mit der SPD und den Grünen. Am 24. November 2021 wurde dann der Koalitionsvertrag offiziell präsentiert und am 7. Dezember 2021 die Verträge unterschrieben.

Ministerposten bei der FDP nach der Bundestagswahl 2021

Daraufhin wurde Christian Lindner zum Finanzminister, Generalsekretär Volker Wissing das Ministerium für Verkehr und Digitales übernimmt, Marco Buschmann das Justizressort leiten wird und die Parlamentarische Geschäftsführerin Bettina Stark-Watzinger Bildungsministerin wird.

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