Razzia in Dresden

Extremismus in Deutschland: Morddrohungen gegen Michael Kretschmer

Morddrohungen in einer Chat-Gruppe gegen Ministerpräsident Michael Kretschmer führen zu Razzien in Sachsen. Behörden ermitteln wegen einer staatsgefährdenden Straftat.

Dresden – Nach Fackelmärschen in Sachsen und gewalttätigen Protesten gegen die Corona-Pandemie in der gesamten Bundesrepublik rückte die Radikalisierung der Anti-Corona-Bewegung in den vergangenen Wochen verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Dass sich ein gewisser Teil der Bevölkerung in den vergangenen Monaten dem Extremismus zugewandt hat, bereitet Experten in Deutschland zunehmend Sorge. Teilweise steht diese Radikalisierung im Zusammenhang mit den geltenden Corona-Maßnahmen in Deutschland. Neuster Höhepunkt der Entwicklung: Morddrohungen gegen den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU).

Ministerpräsident von Sachsen:Michael Kretschmer
Geboren: 7. Mai 1975 (Alter 46 Jahre), Görlitz
Partnerin:Annett Hofmann
Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands

Morddrohungen gegen Kretschmer: Landeskriminalamt ermittelt an sechs Objekten in Sachsen

In Reaktion auf einen ZDF-Beitrag Anfang Dezember über Morddrohungen gegen Kretschmer sind am Mittwoch aus diesem Grund sechs Objekte in Dresden und Heidenau (Sächsische Schweiz) durchsucht worden. Dabei wurden zahlreiche Beweismittel von den Beamten sichergestellt, darunter Armbrüste und weitere Waffen, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen sagte. Das teilte unter anderem die Deutsche Presse-Agentur mit. Auslöser der Maßnahmen waren entsprechende Andeutungen über Waffen in einerTelegram-Chatgruppe. Jüngst forderte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) ein Verbot des Messenger-Dienst Telegram.

Durch das Okular einer Kamera ist Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, zu sehen.

Wegen der Morddrohungen gegen Kretschmer stehen bisher fünf Männer und eine Frau unter Tatverdacht. Die Tatverdächtigen zwischen 32 und 64 Jahren sollen eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben. Das geht aus Informationen hervor, die die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen am Mittwoch veröffentlicht haben. Demnach verbinde die sechs Personen die Ablehnung gegen Impfungen, den Staat und die gegenwärtige Corona-Politik. Die Morddrohungen sollen sich auch gegen weitere Regierungsvertreter gerichtet haben. Weitere Maßnahmen könnten folgen. „Die Chatgruppe war viel umfangreicher.“

Michael Kretschmer: An Ermittlungen wegen Morddrohungen gegen Sachsen Ministerpräsidenten sind 140 Beamte beteiligt

An den Razzien wegen der Morddrohungen gegen Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer waren nach Angaben von Innenminister Roland Wöller 140 Beamte beteiligt. Die Durchsuchungen seien seit einer Woche vorbereitet worden. „Heute gab es den großen Schlag“, sagte Wöller. „Ich bin sehr dankbar, dass aufmerksam und akribisch hier im Landeskriminalamt auch für unsere Sicherheit und ihre Sicherheit gearbeitet wird.“ Auch im niedersächsischen Wildeshausen kam es in jüngster Vergangenheit zu sogenannten Abendspaziergängen von Corona-Leugnern.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

„Bedrohungen gegen Amtsträger, seien es Bürgermeister, Gemeinde- und Landräte, Wissenschaftler oder Journalisten, sind nicht hinnehmbar, werden nicht geduldet und mit aller Kraft verfolgt“, sagte Kretschmer am Rande eines Besuches des Leipziger Impfzentrums. „Ich bin froh, dass der Rechtsstaat heute im Freistaat gezeigt hat, wie wehrhaft er ist.“ Zudem kündigte er an, zusätzliches Personal „für den Kampf gegen Extremisten“ an. Jeder solle wissen, in Sachsen und in Deutschland könne man selbstverständlich seine Meinung sagen – auch was einem nicht gefalle. „Aber wenn Gewalt ins Spiel kommt, ist eine Grenze überschritten, was von uns nicht geduldet wird.“

Olaf Scholz in Regierungserklärung: SPD-Politiker verurteilt Vorgehen von enthemmten Extremisten

Die Bedrohungen gegen das sächsische Regierungsoberhaupt hatte bei Politikern bundesweit für Empörung gesorgt. In Zuge seiner Regierungserklärung warnte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch vor Hass und extremistischen Tendenzen in der Corona-Pandemie. Die Regierung würde es sich nicht gefallen lassen, dass enthemmte Extremisten versuchen, der gesamten Gesellschaft ihren Willen aufzuzwingen. „Dieser winzigen Minderheit der Hasserfüllten, die mit Fackelmärschen, mit Gewalt und Mordaufrufen uns alle angreift, werden wir mit allen Mitteln unseres demokratischen Rechtsstaats entgegentreten.“ (MIt Material der dpa) *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Pläne für Impfpflicht ab 18 nehmen Konturen an

Pläne für Impfpflicht ab 18 nehmen Konturen an

Pläne für Impfpflicht ab 18 nehmen Konturen an
Corona-Bonus: Diese Arbeitnehmer bekommen 2022 die Geld-Prämie

Corona-Bonus: Diese Arbeitnehmer bekommen 2022 die Geld-Prämie

Corona-Bonus: Diese Arbeitnehmer bekommen 2022 die Geld-Prämie
Minijobs 2022: Neu – wichtige Änderung ab 1. Januar für Minijobber und Geringverdiener

Minijobs 2022: Neu – wichtige Änderung ab 1. Januar für Minijobber und Geringverdiener

Minijobs 2022: Neu – wichtige Änderung ab 1. Januar für Minijobber und Geringverdiener
Wladimir Putin: So gefährlich ist der Kalte Krieger für Deutschland

Wladimir Putin: So gefährlich ist der Kalte Krieger für Deutschland

Wladimir Putin: So gefährlich ist der Kalte Krieger für Deutschland

Kommentare