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Heizkostenzuschuss 2022: 135 Euro extra – doch wer profitiert?

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Von: Jens Kiffmeier

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Das Kabinett sagt Ja: Mit einem Heizkostenzuschuss entlastet die Bundesregierung Verbraucher von den steigenden Energiepreisen. Doch ab wann? Und wer bekommt ihn?

Berlin – Finanzspritze für Gas und Heizöl: Mit einem Heizkostenzuschuss will die Bundesregierung die steigenden Energiekosten für einige Verbraucher kurzfristig abfedern. Am Mittwoch brachte das Ampel-Kabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf auf den Weg, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Der Zuschuss ist gestaffelt und richtet sich vor allem an Geringverdiener. Doch bereits vor dem Beschluss hagelte es Kritik. So geißelte die CSU den Ansatz der Regierung als viel zu gering.

Heizkostenzuschuss 2022:Einmalzahlung
Wer bekommt ihn?Wohngeldempfänger, Studenten und Azubis mit Bafög
Welche Höhe?115 bis 175 Euro
Wann wird er ausgezahlt?im Sommer 2022

Heizkostenzuschuss 2022: Finanzielle Unterstützung für Wohngeldempfänger und Studenten mit Bafög beschlossen

Nach den Regierungsplänen ist der Heizkostenzuschuss 2022 eine Einmalzahlung. Die Auszahlung soll im Sommer erfolgen, weil dann wegen der teuren Wintermonate vielen Verbrauchern eine saftige Nachzahlung droht. Gedacht ist die Leistung für Wohngeldempfänger sowie Studenten und Auszubildende, die Bafög beziehen. Alleinlebende Wohngeldempfänger sollen 135 Euro bekommen. Bei einem Zwei-Personen-Haushalt sind bis zu 175 Euro vorgesehen. Für jeden weiteren Mitbewohner gibt es dann noch einmal 35 Euro. Studenten und Azubis erhalten pauschal 115 Euro.

Der Heizkostenzuschuss 2022 soll kommen. Auf dem Bild liegen Geldscheine auf einer Heizung.
Finanzspritze wegen hoher Energiepreise: Das Bundeskabinett hat den Heizkostenzuschuss beschlossen. © FrankHoermann/Sven Simon/imago

Bauministerin Klara Geywitz (SPD) hatte die Pläne als eine der ersten Amtshandlungen ins Kabinett eingebracht. Ihren Angaben zufolge umfasst die Heizkosten-Hilfe fast 190 Millionen Euro. Von dem Fördertopf sollen am Ende rund 1,6 Millionen Menschen profitieren. Ausgenommen vom Heizkostenzuschuss sind aber Empfänger von Hartz IV. Denn ihre Heizkosten werden in der Regel im Rahmen der Unterkunftskosten sowieso vollständig übernommen. Bei den ALG-II-Empfängern könnten am Ende des Winters lediglich höhere Stromkosten auf den Regelsatz drücken, weswegen für Arbeitslose noch um eine Erhöhung der monatlichen Bezüge gestritten wird.

Hohe Preise für Heizöl, Strom und Gas: Geringverdiener können jetzt Zuschuss zu Heizkosten in Höhe von 135 Euro beantragen

Ob Strom, Gas oder Heizöl – insgesamt waren zuletzt die Energiepreise explodiert und bedrohen mittlerweile auch viele Existenzen. Sowohl Strom- als auch Gasanbieter hatten zum Jahreswechsel die Preise drastisch angehoben. Nach einer Untersuchung des Vergleichsportals Verivox betrug die Steigerung allein des Gaspreises im Schnitt sogar knapp 24,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Vor diesem Hintergrund geißelte die CSU den jetzt beschlossenen Heizkostenzuschuss der Ampel-Regierung auch als viel zu gering – ähnlich wie auch einige Experten. „Der derzeitige Heizkostenzuschuss ist viel zu wenig. Eine Familie mit zwei Kindern wird mit dem Heizkostenzuschuss nicht einmal die Hälfte dessen abdecken, was sie durch die Steigerung jetzt schon hat“, kritisierte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch. Er forderte die Regierung auf, bei dem Gesetz noch einmal nachzulegen – und zwar mit einer kräftigen Erhöhung. Konkrete Zahlen nannte er aber nicht. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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