Nach Verlusten der Terrormiliz in Syrien

Europol: IS plant neue Anschläge in EU

+
Abu Bakr al-Bagdadi, Anführer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

Den Haag - Die Terrormiliz Islamischer Staat plant nach Informationen von Europol neue Terroranschläge in Europa in der nahen Zukunft. Dutzende Terroristen könnten schon in Europa sein.

Durch die Verluste der Terrormiliz in Syrien und dem Irak steige die Gefahr neuer Anschläge in Westeuropa, warnt das europäische Anti-Terrorismus Zentrum von Europol in einem Bericht, der am Freitag in Den Haag veröffentlicht wurde. Nach Einschätzungen von Geheimdiensten könnten bereits mehrere Dutzend potenzielle IS-Terroristen in Europa sein.

Aus der Perspektive des IS waren die Anschläge in Belgien und Frankreich 2015 und 2016 „erfolgreich“, heißt es in der Analyse der europäischen Polizeibehörde. „Weitere Anschläge in der EU, sowohl von Einzeltätern als auch Gruppen, werden wahrscheinlich in der nahen Zukunft stattfinden.“ Der IS habe vermutlich bereits neue Taktiken für Angriffe gegen den Westen entwickelt.

Experten: Frankreich ist am meisten gefährdet

Frankreich ist den Experten zufolge am meisten gefährdet. Aber auch Belgien, Deutschland, die Niederlande und Großbritannien seien mögliche Ziele.

Anschläge könnten sowohl von vernetzten Gruppen als auch Einzeltätern verübt werden. Das mögliche Waffenarsenal ist: Sprengstoff, automatische Waffen, Messer, Äxte, Macheten oder Autos. Die Terrorismus-Experten schätzen auch die Gefahr von Autobomben als hoch ein. „Der sogenannte Islamische Staat hat sich als sehr effektiv erwiesen, Personen zu Terroranschlägen zu inspirieren und sie selbst auszuführen.“

Durch die Verluste des IS in Syrien und dem Irak kehren immer mehr ausländische Kämpfer zurück nach Europa. Von ihnen gehe eine große Gefahr aus, warnt der Koordinator für Terrorabwehr der EU, Gilles de Kerchove. „Diese Leute sind im Einsatz von Sprengstoff und Waffen ausgebildet und wurden mit der dschihadistischen Ideologie indoktriniert.“

Als weitere Risikogruppe nennen die Ermittler syrische Flüchtlinge. Extremisten würden versuchen, sie anzuwerben und zu radikalisieren. Auch ist es wahrscheinlich, dass IS-Kämpfer Flüchtlingsheime infiltrierten. Der IS habe ein Interesse, die Migrationskrise anzustacheln, um die EU-Bürger zu polarisieren und gegen Flüchtlinge aufzuhetzen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Merkel und Johnson gesprächsbereit - aber hart beim Brexit

Merkel und Johnson gesprächsbereit - aber hart beim Brexit

Die Pokémon und der Killerhai

Die Pokémon und der Killerhai

Faszination Fliegen: Flugplatz Holzbalge feiert Jubiläum

Faszination Fliegen: Flugplatz Holzbalge feiert Jubiläum

Ömer Toprak wieder im Mannschaftstraining - die Bilder vom Mittwoch

Ömer Toprak wieder im Mannschaftstraining - die Bilder vom Mittwoch

Meistgelesene Artikel

Konflikt eskaliert: Assad ordnet Bombenanschläge auf Erdogans Militär an - das hat Putin damit zu tun 

Konflikt eskaliert: Assad ordnet Bombenanschläge auf Erdogans Militär an - das hat Putin damit zu tun 

Landtagswahl in Brandenburg: Umfrage-Hammer für AfD - dahinter enges Rennen

Landtagswahl in Brandenburg: Umfrage-Hammer für AfD - dahinter enges Rennen

Bahn will E-Bike nicht mitnehmen: Fahrgäste entsetzt - jetzt äußert sich der Konzern

Bahn will E-Bike nicht mitnehmen: Fahrgäste entsetzt - jetzt äußert sich der Konzern

Erdogan zeigt Boxer wegen Mordversuchs an - der Grund macht fassungslos

Erdogan zeigt Boxer wegen Mordversuchs an - der Grund macht fassungslos

Kommentare