Bundestagswahl 2021

Triell zwischen Laschet, Scholz und Baerbock: Zuschauer sehen klaren Sieger

Vier Wochen vor der Bundestagswahl lieferten sich die Kanzlerkandidaten von CDU, SPD und Grünen Sonntagabend einen ersten direkten Schlagabtausch auf RTL und ntv.

Knapp zwei Stunden lang wurden CDU-Chef Armin Laschet, Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sowie die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock in Berlin beim ersten TV-Triell befragt. Das Moderatoren-Team bestand aus Ex-„Tagesthemen“-Moderatorin und RTL-Neuzugang Pinar Atalay und dem RTL-Nachrichten-Anchorman Peter Kloeppel.

22:39 Uhr: Klarer Sieger laut Zuschauern. Laut einer Blitz-Umfrage unter 2.500 Zuschauern, die das Forsa-Institut nach dem Triell geführt hat, hat Olaf Scholz die TV-Debatte klar für sich entschieden. Rund 36 Prozent sehen den SPD-Kanzlerkandidaten als Sieger. An zweiter Stelle kommt Annalena Baerbock mit 30 Prozent, gefolgt von Armin Laschet mit 25 Prozent.

22:00 Uhr: Jetzt kommt die Schlussrunde. Jeder bekommt eine Minute, um sich den Zuschauern zu präsentieren. Annalena Baerbock fordert einen echten Aufbruch, der die Politik wirklich besser macht. "Unser Land kann so viel mehr." Sie will gute Arbeit mit fairen Löhnen schützen. Sie will den Klimaschutz ausbauen.

Olaf Scholz geht es um „die Zukunft unseres Landes“. Sein großer Wunsch ist ein fester Zusammenhalt in der Bevölkerung. Er will mehr Respekt für jeden und fordert bessere Löhne und einen höheren Mindestlohn. Er will sichere und stabile Renten. Auch er will mehr für den Klimaschutz tun.

Armin Laschet nimmt seine schlechten Umfragewerte zum Anlass und sagt: „Gegenwind habe ich immer wieder gespürt - auch jetzt. Aber spüren wir nicht alle den Wind der Veränderung, der uns ins Gesicht bläst?“ Es brauche in dieser Zeit Standhaftigkeit und Verlässlichkeit. Genau diessei das angebot der union: Stabilität und Verlässlichkeit.

21:57 Uhr: Laschet will am liebsten mit der FDP koalieren. Er habe gute Erfahrungen in NRW gemacht, sieht aber auch ein, dass es in der momentanen Situation wohl nicht für Schwarz-Gelb reichen würde. Er erteilt Extremisten eine klare Absage.

21:55 Uhr: Jetzt greift Laschet den Finanzminister Scholz an und warnt vor einem Linksrutsch in Deutschland nach der Wahl. Er fordert von Scholz, dass er einer Koalition mit den Linken eine klare Absage erteilt, weil diese aus der Nato austreten wollen. Scholz entgegnet, dass es mit ihm keinen Koalitionsvertrag geben werde, in dem ein Nato-Austritt gefordert wird, drückt sich aber vor einer klaren Aussage. Baerbock biedert sich bei Laschet an und macht es Scholz schwer. Sie schließt eine Koalition mit der Linken kategorisch aus, wenn die Linke bei dieser außenpolitischen Position bleibt.

Das Kopf-an-Kopf-Duell der Kandidaten geht weiter. In unserem Newsletter erfahren Sie alles Wichtige.

21:50 Uhr: Jetzt spielt Peter Kloeppel mit den Koalitionsmöglichkeiten und zeigt auf, wer aktuell mit wem koalieren könnte. Wen bekommt man, wenn man wen wählt? Als Erstes soll Scholz etwas Nettes über Baerbock sagen. Sie sei eine sehr engagierte Politikerin attestiert er ihr. Baerbock findet das Laschet eine echte rheinische Frohnatur ist. In Laschets Augen hat Scholz unter Angela Merkel einen guten Job gemacht.

21:48 Uhr: Annalena Baerbock nimmt die Vorlage von Scholz auf und verweist auch darauf, dass sie mit ihrer Familie in Brandenburg lebt. Sie will ein Maßnahmenpaket für gleichwertige Lebensverhältnisse und will den Glasfaserkabelausbau im Osten dafür vorantreiben.

21:46 Uhr: Olaf Scholz kommt als erster zum Zuge zum Thema Einheit von West und Ost. Er will, dass in beiden Bereichen das Gleiche verdient wird. Armin Laschet will mehr Anerkennung für die Leistung von Ostdeutschen: „Es gibt viele gute Männer und Frauen“. Für Olaf Scholz ist es ein ganz persönliches Thema, dass Ost und West besser zusammenwächst. Als junger Anwalt sei es für ihn wichtig gewesen, dort mit anpacken zu können. Er lebe in Potsdam in Brandenburg und habe die Perspektive. Er fordert einen Aufbruch im Osten und verweist beispielsweise auf die Tesla-Fabrik in Brandenburg.

21:37 Uhr: Annalena Baerbock fordert im Zusammenhang mit öffentlicher Sicherheit, dass die Polizeien im ganzen Land besser ausgestattet sein müssen. Es müsse mehr Rückhalt in der Bevölkerung für Polizisten geben. Es wird ein starker Staat in Bezug auf Querdenker und Rechtsextremisten gefordert.

21:33 Uhr: Stichwort: Sicherheit. Die Frage kommt auf, wo Frauen am gefährdetsten sind. Laschet bringt Unterführungen ins Spiel. Baerbock verweist auf die eigenen vier Wände und Femizide. Als dritter in der Runde hat Scholz jetzt leichtes Spiel: Er stimmt Annalena Baerbock einfach zu. Mehr Videoüberwachung soll es dort geben, wo es möglich ist. Scholz vereweist darauf, dass er das getan hat, wo er Einfluss hatte.

21:29 Uhr: Baerbock fordert eine Kindergrundsicherung und begibt sich in die Rolle einer Mutter. Sie verweist auf Probleme bei Geringverdienern und, dass manche Kinder am Ende des Monats nicht einmal mehr auf einen Kindergeburtstag gehen könnten, weil sie sich das Geschenk zu dem Zeitpunkt nicht mehr bezahlen können.

21:22 Uhr: Jetzt geht es richtig um Steuern. Annalena Baerbock will, das starke Schultern mehr tragen. Sie verweist darauf, dass jedes fünfte Kind in Deutschland als Arm gilt. Sie will Geringverdiener entlasten und wirft der CDU vor, dass sie die Schere zwischen Armen und Reichen weiter auseiner treibt.

21:15 Uhr: Olaf Scholz schließt Steuersenkungen aus, zumindest nicht für Personen, die in seiner Einkommensklasse liegen. Er fordert eine Steuerentlastung für die, die weniger verdienen. Er will, dass der Spitzensteuersatz später greift, damit es auch eine echte Entlastung gibt. Er fordert, dass der Spitzensteuersatz dann auch um drei Prozentpunkte angehoben werden sollte.

21:10 Uhr: Vorschriften für den Urlaub? Nein, das will keiner. Auch innerdeutsche Flüge seien derzeit kein tabu und nicht abzuschaffen. Baerbock will einen Ausbau des Schienennetzes haben, damit eine echte alternative da ist.

21:05 Uhr: Und wer muss nun Zeche für die Energiewende zahlen, fragt Peter Kloeppel. Müsse es nicht Verzicht geben? Scholz reagiert und verweist auf die elektrifizierte Fahrzeuge. Wenn es genügend Ladestation gebe und diese auch nicht mehr Geld kosten würden, „dann funktioniert das auch ohne Verzicht.

21:02 Uhr: Der Union wirft Scholz vor, dass sie bei allen Vorschlägen für erneuerbare Energien abwinke. Dies wolle er als ganz freundlichen Vorwurf loswenden. Mit ihren Plänen würde die Union der Wirtschaft schaden.

20:58 Uhr: Laschet will mehr auf Eigenverantwortung bei den Unternehmen in Sachen Energiewende setzen. Er fordert einen echten Strukturwandel.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz verweist auf vergebliche Versuche der Regierung, ein leistungsfähiges Stromnetz zu installieren. Er will mehr staatliche Regulierung. Er verweist auf Gespräche mit der Stahl- und Chemieindustrie. Viele würden hier energieneutral werden wollen, aber dafür sei sauberer Strom notwendig.

20:55 Uhr: Armin Laschet will für den Klimaschutz nichts verbieten. Auch nicht an seinem ersten Tag im Kanzleramt. Er fordert mehr Tempo beim Energiewechsel. "Das geht nur, wenn wir verlässlich Strom zu jeder Minute haben." Derzeit sei das nicht zu leisten. Er fordert neue Stromtrassen von Nord nach Süd.

Jetzt kommt Annalena Baerbocks Stunde. Klimaschutz ist ihr Thema. Sie wirft Scholz und Laschet Versagen vor. Sie fordert mehr erneuerbare Energie um die Wende zu beschleunigen. Sie erwähnt das Klimaschutz-Sofortprogramm, das die Grünen schon in der Tasche haben: Ausbau der erneuerbaren Energien, schnelerer Kohleausstieg, Solarpflicht auf den Dächern. Sie wirft der GroKo vor: „SPD und Union haben das ja gerade erst abgelehnt“. Sie fordert einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor.

20:40 Uhr: Olaf Scholz lässt sich bei Luftfiltern auf keine echte Diskussion ein. Er verweist darauf, dass die Kommunen schon hätten tätig werden können. Das Geld würde im Anschluss problemlos zurückgezahlt, es stehe schon bereit. Baerbock zeigt sich angriffslustig und wirft Armin Laschet mit seiner Regierung in NRW versagen vor in Sachen Impfpolitik. Auch die Schulen seien aus ihrer Sicht nicht genügend geschützt und fordert vom Bund mehr Geld für Luftfilter und Kinderbetreuung.

20:35 Uhr: Das zweite Thema des Abends ist die Corona-Pandemie. Armin Laschet will mehr Impfungen haben, damit Deutschland schneller zu einem normalen und verantwortungsvollen Leben kommt. Auch Annalena Baerbock will mehr Impfungen und verweist auf die Herdenimmunität, die bei etwa 80 Prozent liegt nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Für sie haben die Schulen priorität und wirft der Regierung versagen vor bei der Beschaffung von Luftfiltern.

20:30 Uhr: Armin Laschet liegt mit mehr als 5 Minuten mit der Redezeit vorne. Es folgt Olaf Scholz vor Annalena Baerbock.

20:28 Uhr: Laschet wirft Scholz vor, die Öffentlichkeit zu täuschen. Er will die Euro-Drohne für die Bundeswehr. Annalena Baerbock lenkt den Blick erneut auf die Menschen in Afghanistan und wirft der Regierung viele Versäumnisse in diesem Bereich vor: „Wie kann es sein, dass wir so viele zivile Opfer haben?“

20:22 Uhr: Das erste Thema des Abends ist Afghanistan und die Rolle Deutschlands in der Welt. Olaf Scholz fordert eine gute Zusammenarbeit mit der Nato. Armin Laschet ist der Meinung, das Afghanistan ein reines Desaster für die westliche Welt ist. Er fordert eine bessere militärische Ausrüstung für die Bundeswehr und verweist auf das Zwei-Prozent-Ziel zum Nato-Etat. Annalena Baerbock fordert, dass sich Deutschland in der Außenpolitik nicht „wegduckt“. Sie wirft der Bundesregierung Versäumnisse bei einer schnellen Visaerteilung für Afghaninnen und Afghanen vor. Sie verweist auf die wichtige Rolle Deutschlands in der Welt. Auch sie fordert in einzelnen Bereichen eine besser Ausrüstung der Bundeswehr.

20:18 Uhr: Armin Laschet startet angriffslustig – auch in Richtung Merkel. Das, was der Westen in Afghanistan erlebt habe, sei „ein Desaster“ sowohl des Westens, als auch der Bundesregierung, sagt der Union-Kanzlerkandidat

20:15 Uhr: Als Erstes sollen die Kandidaten ihre Gegner einschätzen. Darauf lässt sich aber niemand der drei Kandidaten ein. Sie stellen ihr Können in den Mittelpunkt. In der Sache soll zwar gestritten werden, aber den anderen schlecht machen will heute Abend niemand.

20:12 Uhr: Peter Kloeppel und Pinar Atalay begrüßen die Zuschauer an den Bildschirmen. Auch die Kandidaten sind schon im Studio. Die Debatte beginnt in diesen Minuten.

20:08 Uhr: Jetzt geht’s los: Das erste TV-Triell in der Geschichte der Bundesrepublik geht durch den Äther. RTL und der Nachrichtensender n-tv übertragen live.

19:50 Uhr: Auch Armin Laschet bekommt prominente Unterstützung: Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist in Berlin und drückt aus dem Hintergrund die Daumen.

19:40 Uhr: Unterstützung für Olaf Scholz: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ist in Berlin und gibt seinem Parteifreund Schützenhilfe.

19:35 Uhr: Die Kandidaten sind schon im Studio in Adlershof. Zuerst kommt Annalena Baerbock (Grüne). Es folgt Olaf Scholz (SPD), kurz darauf ist auch CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet da.

19:30 Uhr: Herzlich willkommen beim Ticker zum ersten TV-Triell. Kreiszeitung.de verfolgt die Debatte zwischen Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet live.

Berlin – In vier Wochen, am Sonntag, 26. September 2021, schließen um 18:00 Uhr die Wahllokale zur Bundestagswahl 2021. Zuvor liefern sich die Kanzlerkandidatin und -kandidaten von CDU, SPD und Grüne drei TV-Trielle. Das erste TV-Triell findet am Sonntagabend, 29. August 2021, um 20:10 Uhr statt. Übertragen wird es online sowie auf RTL und ntv.

Die Kandidaten zur Bundestagswahl 2021Partei
Armin LaschetCDU
Annalena BaerbockBündnis90/Die Grünen
Olaf ScholzSPD

Erstes TV-Triell auf RTL und ntv: Laschet steht vor der Sendung unter großem Druck

Im September werden ARD und ZDF folgen. Und dann noch einmal die Fernsehsender ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins, die zu einer Gruppe gehören.

Pinar Atalay und Peter Kloeppel moderieren am Sonntagabend das erste TV-Triell.

Laschet steht vor der Sendung unter großem Druck. Angesichts abstürzender Umfragewerte für die Union und desaströser Beliebtheitswerte für Laschet erwarten CDU und CSU, dass er mit einem kämpferischen Auftritt das Ruder herumreißt.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident hatte am Samstag angekündigt, er werde bei dem Triell deutlich machen, wofür die Union stehe und „wo die Unterschiede sind zu Rot-Grün“. Verfolgen Sie das Triell hier bei kreiszeitung.de im Live-Ticker! * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/RTL

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