"Held von Mogadischu"

GSG-9-Legende Ulrich Wegener ist tot

Der erste Kommandeur der Antiterrorismuseinheit GSG 9, Ulrich Wegener, im September 2012 in Bonn. Foto: Oliver Berg
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Der erste Kommandeur der Antiterrorismuseinheit GSG 9, Ulrich Wegener, im September 2012 in Bonn. Foto: Oliver Berg

Ulrich Wegener baute in den 1970er-Jahren die GSG 9 auf, die mit dem Einsatz bei einer Flugzeugentführung im somalischen Mogadischu berühmt wurde. Jetzt ist der Terrorismus-Experte gestorben.

Berlin (dpa) - Der erste Kommandeur der Antiterroreinheit GSG 9, Ulrich Wegener, ist tot. Der frühere Brigadegeneral des Bundesgrenzschutzes starb bereits am 28. Dezember im Alter von 88 Jahren, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über den Tod Wegeners berichtet, auch die Deutsche Presse-Agentur hatte aus sicherer Quelle davon erfahren.

Mit Wegener verliere die Bundesrepublik "einen hervorragenden Polizisten, der enorm viel für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland geleistet" habe, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). "Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren."

Unter Wegeners Leitung hatte die Spezialeinheit der Bundespolizei im Oktober 1977 die von palästinensischen Terroristen gekaperte Lufthansa-Maschine "Landshut" im somalischen Mogadischu gestürmt und mehr 90 Geiseln unversehrt befreit. Damit erwarb sich Wegener den Beinamen "Held von Mogadischu".

Die Entführer wollten mit der Aktion auf dem Höhepunkt des "Deutschen Herbstes" elf inhaftierte Terroristen der Rote-Armee-Fraktion (RAF) freipressen. Bei der Erstürmung der Maschine wurden drei der vier palästinensischen Terroristen erschossen. Kein Polizist und keine der Geiseln kamen ums Leben.

"Ich war froh, dass wir mal zeigen konnten, was wir können", sagte Wegener vor einigen Jahren zu diesem Einsatz. "Wir hatten davor jahrelang auf deutschen Flughäfen einen solchen Einsatz immer wieder geübt, nachts haben wir abgestellte Maschinen gestürmt. Manchmal konnten diese Maschinen auch nachher nicht mehr fliegen."

Die RAF-Häftlinge Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe nahmen sich nach der Geiselbefreiung in Stuttgart-Stammheim das Leben.

Der damalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) hatte Wegener 1972 mit dem Aufbau der Eliteeinheit GSG 9 beauftragt. Anlass war ein Anschlag palästinensischer Terroristen auf Israels Mannschaft während der Olympischen Spiele in München.

1988 wechselte der Gründungskommandeur in den Dienst der saudischen Regierung, um die dortige 2000 Mann starke "Special Security Forces" auszubilden. Wegener wurde so zu einem international gefragten Experten in der Terrorismusbekämpfung.

Bericht bei bild.de

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