Attacke auf Strandhotel

Erste Festnahmen nach Anschlag in Tunesien

Tunesien Strand Soldat
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Ein Soldat steht am Montag während des Besuchs verschiedener europäischer Innenminister am Tatort am Strand vor dem Imperial Marhaba Hotel in Sousse.

Tunis - Nach dem Anschlag auf ein Strandhotel in Tunesien mit 38 Toten hat es erste Festnahmen gegeben.

"Eine bedeutende Anzahl von Menschen aus dem Netzwerk" hinter dem Attentäter sei gefasst worden, teilte der tunesische Innenminister Najem Gharsalli am Montag mit. Der Westen demonstrierte Entschlossenheit im Kampf gegen gewaltbereite Islamisten. Tausende Europäer stornierten unterdessen aus Furcht vor neuer Gewalt ihre geplanten Tunesien-Reisen.

Zu dem Anschlag am Freitag an einem Strand in Port El Kantaoui nahe Sousse hatte sich die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) bekannt. Als Attentäter identifizierten die Behörden den 23-jährigen tunesischen Studenten Seifeddine Rezgui, der am Ende von der Polizei erschossen wurde. Er hatte im Hotel und am Strand mit einer Kalaschnikow auf ausländische Touristen geschossen.

"Eine erste Gruppe" von mutmaßlichen Unterstützern des Attentäters sei festgenommen worden, sagte Gharsalli nun. Angaben zur genauen Zahl oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Organisation machte er nicht. Er versprach aber den Opfern und ihren Angehörigen, dass die Täter vor Gericht gestellt würden.

Unter den 38 Todesopfern sind vor allem Briten. Die Zahl der deutschen Todesopfer stieg auf zwei, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Demnach gibt es derzeit keine Hinweise auf weitere deutsche Opfer, die Identifizierungen dauerten aber noch an. Das tunesische Gesundheitsministerium erklärte, bislang seien erst 25 der 38 Opfer identifiziert worden. Unter den Toten sind demnach auch drei Iren sowie Bürger Portugals, Belgiens und Russlands.

Die britische Regierung schickte eine Militärmaschine nach Tunesien, um die Toten und die 25 britischen Verletzten zurückzuholen. Insgesamt waren 39 Menschen verletzt worden. Seit Freitag wurden nach Angaben mehrerer Reiseagenturen 4000 Briten ausgeflogen.

Nach Anschlag in Tunesien: Tausende Europäer ändern Reisepläne

Tausende Europäer änderten zudem ihre Reisepläne. Der Konzern DER Touristik erklärte, bis Montag seien 400 Stornierungen oder Umbuchungen eingegangen - insgesamt standen für Juli und August mehrere tausend an. TUI sprach von rund 500 Änderungsanträgen seit dem Wochenende, äußerte sich aber nicht dazu, wieviele Tunesien-Reisen insgesamt geplant waren. In Frankreich erklärte der Verband SNAV, dass 80 Prozent der für Juli geplanten Reisen gestrichen oder umgebucht werden mussten.

Bei ihrem Besuch am Anschlagsort demonstrierten die Innenminister Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs gemeinsam mit Gharsalli ihre Entschlossenheit im Kampf gegen Dschihadisten. "Wir sind hierher gekommen, um entschlossen zu zeigen, dass Freiheit stärker ist als Terrorismus", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), nachdem er mit seinen Kollegen Blumen niedergelegt hatte. Es solle auch ein Zeichen der Solidarität mit Tunesien gesetzt werden.

Schon unmittelbar nach dem Anschlag hatten tausende Touristen fluchtartig das Land verlassen. Tunesiens Tourismussektor, der direkt oder indirekt 400.000 Menschen beschäftigt und sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet, droht nun der Zusammenbruch. Ab dem 1. Juli sollen nun tausend bewaffnete Polizeibeamte zur Verstärkung der Tourismuspolizei außerhalb von Hotels, an Stränden und archäologischen Stätten eingesetzt werden.

Nach Aussagen von Augenzeugen hatte der Anschlag am Freitag 30 bis 40 Minuten gedauert. Es wurde daher Kritik laut, dass die Polizei den Attentäter nicht früher stoppte. Am Montag wurde ein rund elfminütiges Amateur-Video von dem Anschlag im Internet verbreitet. Es zeigt den Attentäter, wie er ganz ohne Eile am Strand entlang läuft.

Tote bei Anschlag an Badestrand in Tunesien

Tote bei Anschlag an Badestrand in Tunesien

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Der Tag danach: Bei einem Anschlag auf einen Badestrand im tunesischen Sousse starben 39 Menschen. © dpa
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Der Tag danach: Bei einem Anschlag auf einen Badestrand im tunesischen Sousse © dpa

AFP

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