Hochwasser in Nordrhein-Westfalen

„Entschuldigung, junge Frau“: CDU-Kanzlerkandidat Laschet blamiert sich

WDR-Moderatorin Susanne Wieseler im Interview mit Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
+
Im TV-Interview mit Moderatorin Susanne Wieseler im WDR hat sich Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) blamiert.

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet spricht in TV-Interview die Journalistin herablassend mit „Entschuldigung, junge Frau“ an, das löst bei Twitter Shitstorm aus.

Düsseldorf – Als Höhepunkt seiner NRW-Ministerpräsidenten-Karriere dürfte die Hochwasserkatastrophe von 2021* nicht mehr in die Geschichte eingehen. Viel zu lange hat NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet damit gezögert, sich im Krisengebiet blicken zu lassen. Als er es dann doch am Donnerstag, 15. Juli 2021, getan hat, sah alles nur nach einer halbherzigen Show aus. Schließlich ist bald Bundestagswahl und Laschet will nach Berlin. Hier in die Kamera gelächelt, dort ein Plausch mit einem Landrat. Gummistiefel? Hochwasserhose? Selber mit anpacken wie Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) 2002 beim Oder-Hochwasser? Fehlanzeige! Und dann blamiert sich Laschet am Abend auch noch im TV.

Politiker:Armin Laschet (CDU)
Geburtsdatum und -ort:18. Februar 1961 in Aachen
Beruf:Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (seit 2017)

Nach einem Interview von WDR-Moderatorin Susanne Wieseler mit Armin Laschet gibt es bei Twitter seit Donnerstagabend eine Debatte unter dem Hashtag #JungeFrau. Viele Nutzer glauben, in dem hitzigen Dialog mit der Moderatorin den NRW-Ministerpräsidenten Laschet „Entschuldigung, junge Frau“ sagen zu hören und kritisieren das als nicht angemessen.

Kanzlerkandidat Laschet blamiert sich im TV: NRW-Ministerpräsident bestreitet Aussage

Der CDU-Chef wies den Vorwurf am Freitag in Düsseldorf zurück: „Der Satz ist nicht gefallen. Er gehört übrigens auch nicht zu meinem Sprachgebrauch, und die Moderatorin hat das ja inzwischen selbst klar gestellt.“ Was Laschet stattdessen gesagt hatte, ließ er offen. Die Worte sind allerdings im Video klar und deutlich zu hören.

Wieseler hatte Laschet mit mehreren Tweets in Schutz genommen und noch am Donnerstagabend geschrieben: „Allerdings: Ich höre gar nicht, dass er das wirklich sagt.“ Eine WDR-Sprecherin teilte auf Anfrage mit: „Die Interpretation des Gesagten überlassen wir gerne unserem Publikum.“

Am Freitagmorgen kommentierte Wieseler die Deutung des „Spiegel“-Journalisten Markus Feldenkirchen, dass Laschet einfach nur rheinisch gesprochen und ihren Namen vielleicht wegen der „guten, scharfen Interviewführung“ vergessen habe, mit: „Sehe ich auch so – und hoffe, dass es diesen kausalen Zusammenhang gibt.“

Laschet, Kanzlerkandidat der Union, war zur WDR-Sendung „Aktuelle Stunde“ zugeschaltet, um über die Hochwasser-Katastrophe zu sprechen. Das Interview drehte sich sofort um den Klimaschutz, Laschet reagierte auf Wieselers Fragen teilweise gereizt. * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Spender machen‘s möglich: Querdenker nutzen Flut für eigene Zwecke

Spender machen‘s möglich: Querdenker nutzen Flut für eigene Zwecke

Spender machen‘s möglich: Querdenker nutzen Flut für eigene Zwecke
Kanzleramtsminister Braun spricht über Einschränkungen für Nicht-Geimpfte – Laschet lehnt Vorstoß ab

Kanzleramtsminister Braun spricht über Einschränkungen für Nicht-Geimpfte – Laschet lehnt Vorstoß ab

Kanzleramtsminister Braun spricht über Einschränkungen für Nicht-Geimpfte – Laschet lehnt Vorstoß ab
Inzidenz in Großbritannien: Infektionen schnellen in schwindelerregende Höhen

Inzidenz in Großbritannien: Infektionen schnellen in schwindelerregende Höhen

Inzidenz in Großbritannien: Infektionen schnellen in schwindelerregende Höhen
Hartz IV: 100 Euro als Freizeitbonus – das muss man wissen

Hartz IV: 100 Euro als Freizeitbonus – das muss man wissen

Hartz IV: 100 Euro als Freizeitbonus – das muss man wissen

Kommentare