Sozialministerkonferenz in Bremen

„Einsamkeit macht krank“: Sozialminister fordern „Einsamkeitsgipfel“

Eine Frau steht in ihrer Wohnung an einem Fenster.
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Die Sozialminister der Länder haben bei ihrer zweitägigen Konferenz in Bremen einen nationalen „Einsamkeitsgipel“ gefordert. Grund ist die Corona-Pandemie. (Archivbild)

Die Sozialminister der Länder haben auf ihrer Konferenz in Bremen einen „Einsamkeitsgipfel“ gefordert. Grund sind massive Einschränkungen aufgrund von Corona.

Bremen – Die Sozialministerinnen und -minister der Länder haben angesichts der teils massiven Einschränkungen durch die Corona-Pandemie einen nationalen „Einsamkeitsgipfel“ gefordert. Die Einschränkungen bewirkten oft Isolation, und das Gefühl des Alleinseins und der Einsamkeit mache den Menschen sehr zu schaffen, sagte Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) am Donnerstag, 2. Dezember 2021, nach einer zweitägigen Videokonferenz der Arbeits- und Sozialminister. „Einsamkeit macht krank.“

Stadt in Deutschland:Bremen
Fläche:318,21 Quadratkilometer
Einwohner:566.573 (Stand: 31. Dezember 2020)
Vorwahl:0421
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte (SPD)

Sie verwies unter anderem auf die Lage von Kindern und Jugendlichen, aber auch auf Situationen in Pflegeheimen und Krankenhäusern. „Es sind sehr viele Menschen einsam gestorben ohne Angehörige.“ Krank im Krankenhaus zu liegen und keinen Besuch bekommen zu dürfen, sei für Menschen im Genesungsprozess nicht zuträglich. „Wir brauchen vernünftige, menschengerechte und würdevolle Lösungen.“

Konferenz der Sozialminister der Länder: 100 Tagesordnungspunkte in zwei Tagen

Auch wenn derzeit viele Krankenhäuser coronabedingt wieder einen Besuchsstopp verhängen, betonte die Senatorin die Wichtigkeit des Themas auch für die Zukunft: „Ich glaube, es kann auch noch eine fünfte, sechste oder siebte Welle geben.“ Der Bund sollte die Länder zum Einsamkeitsgipfel einladen. Japan und Großbritannien hätten bereits eigene Einsamkeitsministerien.

Die Konferenz befasste sich seit Mittwoch mit rund 100 Tagesordnungspunkten. Arbeitsmarktpolitisch einigte sie sich auf Anträge, die auf eine bessere soziale Absicherung von Selbstständigen abzielen. So soll etwa Solo-Selbstständigen, die zuvor keine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt haben, der Zugang zur Arbeitslosenversicherung ermöglicht werden. Bisher ist das nur im Fall einer vorherigen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gegeben. Auch sollen Minijobs als alleine Einnahmequelle abgeschafft werden, da diese nicht sozialversicherungspflichtig sind.

Das Saarland wird im Jahr 2022 den Vorsitz der 99. Arbeits- und Sozialministerkonferenz übernehmen. Vorsitzende werden Sozialministerin Monika Bachmann (CDU) und Arbeitsministerin Anke Rehlinger (SPD), wie Saarlands Sozialministerium am Donnerstag in Saarbrücken mitteilte. „Einer der Schwerpunkte der saarländischen Vorsitzzeit wird die Entwicklung eines transparenten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Entgeltsystems für Werkstattbeschäftigten sein“, sagte Bachmann.

Die Fachministerkonferenz dient der informellen Zusammenarbeit und koordiniert die Länderinteressen. Zu den Themen der Arbeits- und Sozialministerkonferenz zählen unter anderem Arbeitsmarkt, Sozialversicherungen und die Integration von Menschen mit Behinderungen. Das Amt wechselt jährlich. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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