1. Startseite
  2. Politik

Einmalzahlung 2022: Zu viel Kritik? Scholz-Bonus steht auf der Kippe

Erstellt:

Von: Jens Kiffmeier

Kommentare

Zoff um die Einmalzahlung 2022: Olaf Scholz (SPD) will den Deutschen einen steuerfreien Bonus auszahlen. Doch nach Kritik rudert der Kanzler ein wenig zurück.

Berlin – Die „Konzertierte Aktion“ gegen die Inflation droht zu scheitern: Wenige Tage vor einem geplanten Spitzentreffen im Kanzleramt steht eine weitere Entlastung der Deutschen auf der Kippe. So nahm Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zunächst Abstand von seiner Idee nach einer steuerfreien Einmalzahlung 2022. Bei dem Thema sei Zurückhaltung angebracht, zeigte sich der Regierungschef im Gespräch mit RTL/n-tv schmallippig. Ob bei dem Treffen etwas verabredet werden könnte, müsse sich noch zeigen. Damit reagierte der Kanzler auch auf anhaltende Kritik an dem Vorschlag.

Einmalzahlung 2022: Kanzler Olaf Scholz (SPD) plant steuerfreien Bonus – doch es regt sich Kritik

Am Montag kommt die Bundesregierung mit Vertretern der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden zusammen. Das Treffen wird in der Politik mit Spannung erwartet. Zusammen mit Experten sollen Möglichkeiten zur Eindämmung der hohen Inflation ausgelotet werden. Im Bundestag hatte Scholz das Treffen als „Konzertierte Aktion“ angepriesen und zugleich die Idee einer steuerfreien Einmalzahlung 2022 zur Diskussion gestellt. Der Bonus soll an die Arbeitnehmer ausgezahlt werden, die umgekehrt für eine Zeit auf tarifliche Lohnerhöhung verzichten sollen.

Plant eine steuerfreie Einmalzahlung 2022: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).
Plant eine steuerfreie Einmalzahlung 2022: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). © Michael Kappeler/dpa

Hinter der Idee steckt die Hoffnung, dass dadurch die steigende Inflation nicht weiter angeheizt werden könnte. Nachdem die Preise für Lebensmittel und Energie im Zuge der Ukraine-Krise stark gestiegen sind, pochen die Gewerkschaften auf Ausgleich für die Arbeitnehmer. Doch Ökonomen fürchten, dass bei steigenden Löhnen die Teuerungsrate weiter angetrieben werden könnte.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Doch die Idee nach einem Scholz-Bonus kommt bei den Gewerkschaften nur mäßig an. Es hagelte bereits kräftig Kritik. Denn die Arbeitnehmervertreter wollen keine Einmischung in die Tarifverhandlungen. Und auch beim Koalitionspartner und in der Opposition gibt es Bedenken. Während Finanzminister Christian Lindner (FDP) die Einnahmeausfälle durch die Steuerfreiheit beklagte, kritisierte Oppositionschef Friedrich Merz die einseitige Entlastung von tariflich Beschäftigten.

Steuerfreie Einmalzahlung 2022: Scholz-Bonus könnte in ein neues Entlastungspaket 2022 münden

Scholz selber wies die Kritik aber zurück. Er verwies dabei auf die zwei Entlastungspakete 2022, die seine Koalition bereits verabschiedet hat und durch eine breite Schicht der Bevölkerung bereits einen finanziellen Ausgleich bekommen habe. Zugleich schloss er unabhängig von der jetzt diskutierten Einmalzahlung ein weiteres, neues Entlastungspaket ebenfalls nicht aus. „Das wird länger ein Thema bleiben“, sagte der Kanzler. Aber genau deshalb habe er zu der „Konzertierten Aktion“ geladen. Dort wolle man eine gemeinsame Strategie besprechen.

Auch interessant

Kommentare