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Steuerentlastungen im Juli 2022: Mehr Geld dank Änderung bei Einkommensteuer

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Es nahen Steuerentlastungen im Juli 2022 – das hängt mit der Einkommensteuer zusammen. Doch wie viel ändert sich wirklich? Eine Übersicht.

Berlin – Der Juli 2022 bringt einige Änderungen, darunter sind auch Steuerentlastungen im Juli 2022. Besonders in Anbetracht der wachsenden Inflation, die besonders Familien trifft, kommt das sehr gelegen. Die Neuerungen hängen mit der Einkommensteuer zusammen. Doch was genau ändert sich und bringen die Neuerungen überhaupt wirkliche Entlastung? Die Kreiszeitung mit der Übersicht und einer Einschätzung des Bundesvorsitzenden der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Florian Köbler.

Steuerentlastung im Juli 2022 bringt Arbeitnehmern mehr Geld – Änderung der Einkommensteuer

Die Inflation in Deutschland belastet viele Haushalte stark, weshalb die Politik der Bundesregierung um Kanzler Olaf Scholz (SPD) schon nach neuen Maßnahmen nach dem Entlastungspaket 2022 sucht. Scholz hat bereits eine umstrittene Idee, eine steuerfreie Einmalzahlung – die irritiert jedoch fast alle Beteiligten. Doch es gibt Entlastungsmaßnahmen, die bereits beschlossen sind, allerdings jetzt erst in Kraft treten: Es geht um Steuerentlastungen im Juli 2022, die Neuerung im Bereich der Einkommensteuer bringen. Ab 1. Juli gibt es Anpassungen: Sie betreffen den Grundfreibetrag, die Entfernungspauschale und den Arbeitnehmerpauschbetrag.

Steuerentlastung im Juli 2022 und Einkommensteuer: Änderung bei Grundfreibetrag und Entfernungspauschale

Im Bereich der Einkommensteuer gibt es also Steuerentlastungen im Juli 2022, die den Grundfreibetrag, die Entfernungspauschale und den Arbeitnehmerpauschbetrag betreffen. Doch was genau bedeutet das? Der Reihe nach: Im Zuge der Steuerentlastung wird der Grundfreibetrag angehoben, von 9984 auf 10.347 Euro, ein Plus von 363 Euro. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um den Anteil des Lohns eines Angestellten, der nicht besteuert wird. Es geht dabei um das zum Existenzminimum nötige Einkommen.

Ein Stift liegt auf einer Einkommenssteuererklärung.
Ein Stift liegt auf einer Einkommenssteuererklärung. © Armin Weigel/dpa

Änderungen gibt es zudem bei der sogenannten Entfernungspauschale, auch „Pendlerpauschale“ genannt. Sie gilt ab dem 21. Kilometer und mindert den zu versteuernden Anteil des Einkommens für Pendler, die eine weitere Anreise zum Arbeitsort haben. Die Pauschale steigt ab Juli 2022 von 35 auf 38 Cent und gilt unabhängig von der Wahl des Verkehrsmittels.

Mehr Geld: Steuerentlastung im Juli 2022, die Einkommensteuer und der Arbeitnehmerpauschbetrag

Zu guter Letzt ändert sich in Deutschland auch etwas beim „Arbeitnehmerpauschbetrag“ im Juli: Dieser steigt ab Juli von 1000 auf 1200 Euro. Bei dieser sogenannten „Werbungskostenpauschale“ handelt es sich um eine Summe, die das Finanzamt allen Arbeitnehmenden grundsätzlich pauschal als Steuervergünstigung anrechnet. Konkret müssen für das Steuerjahr 2022 also 1200 statt 1000 Euro weniger versteuert werden – als Teil der Steuerentlastungen im Juli 2022.

Der Betrag gilt, wie es der Name bereits sagt, pauschal. Für ihn müssen keine Nachweise erbracht und kein weiterer Papierkram erledigt werden. Die Pauschale gilt, sofern die Steuerpflichtigen nicht nachweisen, dass sie mehr als 1200 Euro berufliche Ausgaben hatten. Sollten es mehr sein, sind die Arbeitnehmenden verpflichtet, dies zusammenrechnen und geltend machen: Der abzusetzende Betrag wäre in ihrem Fall höher.

Steuerentlastung rückwirkend: Erhöhter Grundfreibetrag lediglich „Nachziehen der Lebenshaltungskosten“

Tatsächlich sind die Steuerentlastungen rückwirkend, sie gelten ab Juli zum 01. Januar 2022. Doch abseits der Formalia – wie viel bringen die Steuerentlastungen im Juli wirklich? Florian Köbler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG), ist mit Blick auf die Maßnahmen geteilter Meinung. In der Anhebung des Grundfreibetrags sieht er im Gespräch mit der Kreiszeitung keine große Erleichterung. Er erkennt darin „lediglich ein Nachziehen der Lebenshaltungskosten“ und eine „logische Schlussfolgerung“ aus diesen.

Die höhere Pendlerpauschale begrüßt der Bundesvorsitzende der DSTG hingegen. „Bei steigenden Bahn- und Spritpreisen und nachdem die durchschnittlichen Anschaffungskosten eines Mittelklassefahrzeugs die letzten 10 bis 12 Jahre um 25 bis 26 Prozent gestiegen sind, ist eine Erhöhung auf 38 Cent durchaus gerechtfertigt“, sagt Köbler zu den Steuerentlastungen im Juli 2022.

Steuerentlastung im Juli 2022: Deutsche Steuer-Gewerkschaft fordert höheren Arbeitnehmerpauschbetrag

Ein besonders klares Urteil hat Köbler indes zum Arbeitnehmerpauschbetrag. Diesen Teil der Steuerentlastung im Juli 2022 hält der Bundesvorsitzende der DSTG für sozial ausgewogen – doch für deutlich zu gering. Köbler erklärt: „Wir haben als Steuer-Gewerkschaft den Beschluss gefasst, dass wir uns sehr gut vorstellen können, dass dieser Arbeitnehmerpauschbetrag deutlich, ich betone deutlich, angehoben wird.“ Er nennt eine konkrete Summe: „Bei uns stand eine Zahl von 3000 Euro im Raum“.

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Köbler befindet, „die aktuellen 200 Euro gehen nicht weit genug“, und begründet dies auch: „Ein Arbeitnehmerfall verursacht in der Steuerverwaltung einen Aufwand, wenn er abgegeben wird. (...) Ein Arbeitnehmer muss grundsätzlich keine Einkommenssteuererklärung abgeben, wenn er keine anderen Einkünfte hat oder höhere Ausgaben als den Arbeitnehmerpauschbetrag geltend machen kann.“

Eine Anhebung käme also nicht nur Arbeitnehmenden zugute, sondern würde auch die Steuerverwaltung deutlich entlasten, so Köbler, der zudem bekennt: „Unter Gerechtigkeitsaspekten ist das schwer in Ordnung“. Trotz allem wächst erneut eine Erkenntnis: für die meisten Haushalte in Deutschland bleiben die Erleichterungen vorerst ein Tropfen auf den heißen Stein. Es gibt Nachbesserungsbedarf.

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