Neue Studie aus Großbritannien

Omikron-Studie: Drosten hält neue Corona-Erkenntnisse für „wegweisend“

Omikron ist auch in Europa auf dem Vormarsch, in England macht die Variante bereits rund 60 Prozent der Infektionen aus. Aus Großbritannien stammen nun auch zwei Corona-Studien, die für Aufsehen sorgen.

London – Rund um den Globus ist es das Thema dieser Tage: die Omikron-Variante. Sie ist hochinfektiös und verbreitet sich in rasendem Tempo, in Niedersachsen kann deshalb auch an Weihnachten geimpft werden. Zwei Omikron-Studien aus Großbritannien könnten jetzt neue Erkenntnisse zur Virusvariante liefern. Bisher wurde keine der Studien von unabhängiger Seite begutachtet, Corona-Experte Christian Drosten spricht in Bezug auf eine von ihnen trotzdem bereits von einer „wegweisenden Studie“. Im Vergleich zur Delta-Variante könnte es einen entscheidenden Unterschied geben.

Name:Christian Drosten
Profession:Virologe
Geburtsort:Lingen

Omikron-Studie: Virusvariante Omikron hochansteckend doch mit milderen Verläufen? Drosten hält Corona-Studie für „wegweisend“

Die Omikron-Variante ist gerade dadurch so gefährlich, dass sie sich als besonders ansteckend erweist. Eine neue Omikron-Studie aus Großbritannien liefert jetzt neue Einschätzungen, was die Schwere der Verläufe bei Infektionen mit der Virus-Variante angeht. Die Ergebnisse der Corona-Studien wurden bisher nicht von unabhängiger Stelle geprüft, doch sie könnten Hoffnung machen. Der Virologe Christian Drosten hält eine der Studien bereits für „wegweisend“.

Die Corona-Studien hatten ergeben, dass im Vergleich zur Delta-Variante Infektionen mit Omikron deutlich seltener zu Krankenhausaufenthalten führen. Im Rahmen einer der Studien untersuchten Forscher in Schottland Corona-Fälle aus dem November und Dezember. Beim direkten Vergleich mit der Delta-Variante sank die Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung um zwei Drittel. Die Fallzahl der Omikron-Studie war gering – sie ist daher mit Vorsicht zu genießen.

Die Forscher erklärten zudem, dass Booster-Impfungen einen erheblichen Schutz vor symptomatischen Erkrankungen liefern. Diese können in Deutschland mittlerweile in die Corona-Warn-App und CovPass eingefügt werden. Eine weitere Corona-Studie aus England ergab ebenfalls einen Rückgang der Krankenhausaufenthalte unter Omikron im Vergleich zu Delta von 20 bis 25 Prozent. Dabei ging die Zahl der Aufenthalte, die eine Nacht oder mehr dauerten, sogar um 40-45 Prozent zurück. Die Studie aus Schottland hatte nur Fälle mit mindestens einer Nacht Krankenhausaufenthalt untersucht, das könnte die Diskrepanz zum Teil erklären.

Omikron in Südafrika: Beobachtungen decken sich mit Ergebnissen der Omikron-Studien

Die Virus-Variante, mit der sich auch die aktuellen Omikron-Studien beschäftigen, war zuerst in Südafrika entdeckt worden. Dort explodierten die Infektionszahlen, mittlerweile ist Omikron in Südafrika die vorherrschende Virenform. Doch auch hier beobachteten Forscher weniger schwere Verläufe, eine Einschätzung, die sich mit den Studien aus Großbritannien deckt. Die genauen Gründe hierfür sind noch unklar. Eine Rolle könnte dabei auch spielen, dass bis zu 70 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung bisher mindestens einmal genesen sind.

Zwei Omikron-Studien aus Großbritannien sorgen für Aufsehen. Eine von ihnen bezeichnet Christian Drosten als „wegweisend“.

Zudem scheint sich die pandemische Lage in Südafrika trotz Omikron langsam zu stabilisieren, die Zahl positiver Fälle sinkt in einigen Regionen. Das gilt nicht für die Provinzen rund um Kapstadt und Durban, wo besonders in den Weihnachtsferien viele Südafrikaner Urlaub machen. Auch die Politik in Deutschland dürfte die Entwicklungen in Südafrika rund um Inzidenzen und Hospitalisierungsraten mit Spannung verfolgen.

Nicht nur die Omikron-Studien sind neu, in den USA gibt es jetzt auch eine Corona-Pille

Doch die Forschung liefert nicht nur neue Omikron-Studien, sie liefert in den USA auch eine neue Corona-Pille. Dort erhielt Pfizers Anti-Corona-Medikament nun die Notfall-Zulassung. Während die Pille in der EU noch untersucht wird, können Risikopatienten in den USA ab dem Alter von zwölf Jahren bald damit behandelt werden. Das Medikament soll verschreibungspflichtig, doch umsonst zugänglich sein. Ausgeliefert werden könnten die ersten Chargen noch dieses Jahr.

Das Medikament, das unter dem Namen Paxlovid läuft, soll nach Angaben von Pfizer selbst das Risiko von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen bei Corona-Patienten um bis zu 89 Prozent senken. Besonders wichtig bleibt dennoch auch weiterhin die Prävention, denn die Omikron-Variante macht Booster-Impfungen notwendiger denn je. Viele fragen sich deshalb, welche Impfstoffe es gibt und welche folgen*, oder was es bei der Booster-Impfung zu beachten gibt.

Trotz Omikron-Studie: Gesundheitsminister Lauterbach ist zu hartem Lockdown bereit und erwartet neue Corona-Welle – Drosten warnt vor Arbeitsausfällen

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte gerade erst erklärt, er wäre zu einem harten Lockdown bereit. Daran dürften auch die neuen Omikron-Studien nichts ändern, denn die Virusvariante ist zweifelsohne extrem ansteckend. Bisher hat sich die Ministerpräsidentenkonferenz auf einen Lockdown light verständigt, doch strengere Einschränkungen sind perspektivisch nicht ausgeschlossen. Auch in Niedersachsen gelten neue Regeln zwischen Weihnachten und Silvester.

Lauterbach sieht in Anbetracht der Dynamik in der pandemischen Situation keinen Grund aufzuatmen. Gegenüber WDR 2 äußerte der designierte Gesundheitsminister, er rechne mit einer neuen Corona-Welle*. Konkret sagte er „Eine große, schnelle Welle haben wir noch nicht. Das wird sich ändern zum Jahreswechsel und in der ersten Januar-Woche“. Auch der Virologe Christian Drosten warnt in den sozialen Medien vor „massiven krankheitsbedingten Arbeitsausfällen“ durch Omikron.

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Die neuen Corona-Studien zur Virus-Variante Omikron sind spannend, doch in keiner Weise Grund zur Entwarnung, da sind sich viele Experten einig. Insbesondere die große Ansteckungsgefahr unter Omikron macht diese Version des Virus weiter zur Gefahr. Auch in Niedersachsen werden große Zusammenkünfte nun eingeschränkt – denn auch über Silvester und den Jahreswechsel macht das Virus keine Pause.*kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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