Dresden erinnert an Zerstörung der Stadt vor 70 Jahren

Knapp drei Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs legten alliierte Bomber am 13. und 14. Februar 1945 Dresden in Schutt und Asche. Foto: Archiv
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Knapp drei Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs legten alliierte Bomber am 13. und 14. Februar 1945 Dresden in Schutt und Asche. Foto: Archiv
Blick auf das fast völlig zerstörte Stadtzentrum von Dresden. Foto: Gutbrod/Archiv
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Blick auf das fast völlig zerstörte Stadtzentrum von Dresden. Foto: Gutbrod/Archiv
Die Aufnahme von 1990 zeigt die Ruine der barocken Frauenkirche, die nach der Bombennacht in sich zusammen fiel. Foto: Archiv
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Die Aufnahme von 1990 zeigt die Ruine der barocken Frauenkirche, die nach der Bombennacht in sich zusammen fiel. Foto: Archiv
Blick vom Dach der teilweise zerstörten katholischen Hofkirche über die Elbe auf die Neustadt von Dresden. Foto: Archiv
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Blick vom Dach der teilweise zerstörten katholischen Hofkirche über die Elbe auf die Neustadt von Dresden. Foto: Archiv
Damals und heute: Blick vom Rathausturm auf die zerstörte Stadt Dresden, aufgenommen 1945 und 2015. Foto: Deutsche Fotothek/Richard Peter sen. und Arno Burgi
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Damals und heute: Blick vom Rathausturm auf die zerstörte Stadt Dresden, aufgenommen 1945 und 2015. Foto: Deutsche Fotothek/Richard Peter sen. und Arno Burgi

Dresden (dpa) - Mit einem Appell zu Frieden und Versöhnung hat Dresden der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gedacht. Am 70. Jahrestag des Beginns der Bombenangriffe warnte Bundespräsident Joachim Gauck vor einer Relativierung der deutschen Kriegsschuld und einer Instrumentalisierung der Opfer.

"Wir wissen, wer den mörderischen Krieg begonnen hat, wir wissen es. Und deshalb wollen und werden wir niemals die Opfer deutscher Kriegsführung vergessen. Wir vergessen es nicht, wenn wir hier und heute der deutschen Opfer gedenken", sagte das Staatsoberhaupt. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) forderte ein klares Bekenntnis gegen Hass, Krieg und Gewalt.

Mit der Gedenkveranstaltung in der im Krieg zerstörten und später wieder aufgebauten Frauenkirche und anderen Aktionen erinnerte Dresden an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Am 13. Februar 1945 und den beiden Tagen danach hatten britische und amerikanische Bomber die Elbestadt angegriffen. Rund 25 000 Menschen kamen ums Leben.

Nirgends sei Leid so stark politisch instrumentalisiert worden wie in Dresden, sagte Gauck. Die Geschichtsverfälschung habe schon während der Nazi-Herrschaft begonnen, sich in der DDR fortgesetzt "und wird selbst heute noch von einigen Unverbesserlichen weitergeführt", sagte der Bundespräsident. "Ein Land, das für eine Ungeheuerlichkeit wie den Völkermord steht, konnte nicht damit rechnen, ungestraft und unbeschädigt aus einem Krieg hervorzugehen, den es selbst vom Zaun gebrochen hatte."

Oberbürgermeisterin Orosz sagte, Gedenken und Versöhnung hätten nur dann einen Wert, "wenn wir auch für das Hier und Heute eine klare Position beziehen". In den vergangenen Wochen sei deutlich geworden, dass es in der Gesellschaft tiefe Gräben gebe, sagte sie mit Blick auf die Pegida-Demonstrationen.

Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, sagte, die damaligen Ereignisse hätten tiefe Wunden hinterlassen. "Wir sollten niemals das Wunder vergessen, das der Frieden in Europa darstellt." Vor dem Gotteshaus verfolgten Tausende die Feierstunde auf einer Leinwand. Unter den mehr als 1000 Gästen in der Kirche waren auch viele Überlebende der Bombennacht.

Noch vor dem Gedenken in der Frauenkirche hatten etwa 2000 Menschen an die Verbrechen der Nationalsozialisten in Dresden erinnert. Beim "Mahngang Täterspuren" suchten sie Orte auf, die als Schauplätze der NS-Herrschaft für deren menschenverachtende Ideologie stehen.

Während des "Mahngangs" kreiste ein Kleinflugzeug mit einem weißen Banner und der schwarzen Aufschrift "wir gedenken!" über der Stadt. Urheber war ein rechtes Aktionsbündnis, unterstützt unter anderem von NPD-Kreisverbänden. Seit Jahren versuchen Neonazis, das Gedenken zum 13. Februar für ihre Zwecke zu missbrauchen. Jahrelang sorgten rechte Aufmärsche auch international für Schlagzeilen. In diesem Jahr verzichteten die Neonazis erstmals auf eine größere Kundgebung.

Mit einer Menschenkette treten Tausende Dresdner dem Missbrauch des Gedenkens seit Jahren entgegen. Auch Gauck wollte sich am Abend einreihen und mit den Bürgern ein Zeichen für Frieden, Versöhnung und Toleranz setzen.

Rede des Bundespräsidenten in Dresden

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