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„Dreckig und gefährlich“: Habeck investiert in Atomkraft, Gas und Kohle

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Von: Johannes Nuß

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Durch den Einstieg bei Uniper übernimmt Deutschland 3 AKW in Schweden. Aber auch 5 Gas- und Kohlekraftwerke in Russland, um 5 Prozent des russischen Strombedarfs zu decken.

Berlin – Völlig Gaga: Durch die Verstaatlichung des Energieunternehmens Uniper übernimmt Deutschland mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) 3 Atomkraftwerke in Schweden. Doch, das ist noch nicht alles: Uniper betreibt mit seinem russischen Tochterunternehmen Unipro auch 5 Gas- und Kohlekraftwerke in Russland. Die gehören jetzt auch Deutschland. Während also in Deutschland ein Blackout im Winter droht, beliefert nun die Bundesrepublik Deutschland Russland mit Strom – und zwar mit fünf Prozent des gesamten Bedarfs des riesigen Landes.

„Dreckig und gefährlich“: Habeck investiert in Atomkraft, Gas und Kohle

Wie geht das mit dem Ausstieg aus Atomkraft, Gas und Kohle überein? Mitgeteilt hat Robert Habeck bei Verkündung des Uniper-Deals dazu jedenfalls nichts. Wollte der Wirtschaftsminister die deutsche Öffentlichkeit darüber im Unklaren lassen und hoffte, dass das niemand mitbekommt? Schwer zu glauben, aber am geplanten Atom-Ausstieg zum Jahresende will die Bundesregierung weiterhin festhalten. An der Gasumlage will Robert Habeck trotz der Verstaatlichung von Uniper ebenfalls festhalten.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sitzt im Bundestag.
Durch den von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) eingefädelten Uniper-Deal, ging auch die Übernahme von 5 Gas- und Kohlekraftwerken in Russland sowie 3 AKWs in Schweden einher. © Kay Nietfeld/dpa

Auf der Webseite von Uniper heißt es zum Russland-Geschäft: „Unsere Hauptaktivitäten im viertgrößten Energiemarkt der Welt bestehen aus der Erzeugung und dem Vertrieb von Strom. Unsere Erzeugungsaktivitäten in Russland treten unter dem Namen Unipro auf. Zu unserer Erzeugungsflotte gehört ein effizientes Portfolio von fünf Gas- und Kohlekraftwerken in den wichtigen Industrieregionen Zentralrussland, dem Ural und Westsibirien. Unsere Kraftwerke decken rund 5 Prozent des landesweiten Strombedarfs.“ Während in Deutschland also die Energiepreise in immer unermesslichere Höhen schießen, AKWs abgeschaltet werden und kein Gas mehr durch die Pipelines fließt, liefert der deutsche Staat nun bald billigen Strom an Russland aus durch ihm betriebene Gas- und Kohlekraftwerke.

Uniper-Übernahme: Tochterunternehmen Unipro betreibt fünf Gas- und Kohlekraftwerke in Russland

Doch, die 5 Gas- und Kohlekraftwerke sind noch nicht alles, was beim Uniper-Deal durch die Politik verschwiegen wurde. Denn, mit der Übernahme von Uniper, das bis Dato zum finnischen Energiekonzern Fortum gehörte, kommen auch drei Atomkraftwerke in Schweden in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland. Wie bitte? Wir stellen unsere Meiler ab, aber kaufen stattdessen AKWs in Schweden, um dort Strom zu liefern?

Das ganze klingt völlig verrückt und ist es in manchen Teilen auch. Denn in den Augen der Grünen, die den Wirtschaftsminister mit Robert Habeck in der Ampelkoalition stellen, gehört der Betrieb eines AKWs zu der gefährlichsten Art und Weise Strom zu erzeugen. Das sieht auch der ehemalige Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) so, wie er dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel in einem Interview sagte.

Uniper-Übernahme: Ex-Umweltminister Trittin will AKWs sowie Gas- und Kohlekraftwerke schnell loswerden

„Es ist ganz offensichtlich, dass ein Land wie Deutschland, das sowohl aus Atom aussteigt, als auch eine dekarbonisierte Energieversorgung vorantreibt, nicht an anderer Stelle AKWs und Kohlekraftwerke betreiben kann“, so der ehemalige Bundesminister gegenüber der Zeitung.

Trittin sagte aber auch, dass es klar sei, dass ein Unternehmen wie Uniper in einer Krise wie dieser gestützt werden müsse. Trotzdem hält der Umweltpolitiker den Zustand für nicht tragbar, wie er sagte: „Die Beteiligungen in Russland und an Kohle- und Atomkraftwerken müssen, sobald wie irgend vertretbar veräußert werden.“

Uniper-Unternehmen: Energiekonzern versucht schon länger sein Russland-Geschäft einzustellen

In der Tat will Uniper seit längerem das Tochterunternehmen Unipro abzustoßen, da man auch in der Chefetage des Energiekonzerns den Ukraine-Krieg aufs äußerste verurteilt und teilt dazu mit: „Den Krieg in der Ukraine verurteilen wir auf das Schärfste. Daher haben wir entschieden, den Veräußerungsprozess für Unipro wieder aufzunehmen und uns auf die Diversifizierung der Gaslieferungen zu fokussieren. Wir werden keine neuen langfristigen Gaslieferverträge mit Russland abschließen.“

Ob der Verkauf des Tochterunternehmens Unipro aber so einfach abgewickelt werden kann, darf wenigstens bezweifelt werden. Denn seit Beginn des Ukraine-Kriegs stehen dafür die Zeichen denkbar schlecht. Es hilft aber alles nichts, Deutschland muss die Kraftwerke wieder loswerden, wie Trittin weiter unterstrich: „Uniper ist im Kern ein Unternehmen, das sich auf die Energieversorgung des letzten Jahrhunderts konzentriert hat – dreckig und gefährlich!“

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