Heftiger Gegenwind aus der eigenen Partei

„Wie ein betrunkener Seemann“: Republikanischer US-Senator attackiert Trump heftig

Donald Trump verfolgt mit verschränkten Armen eine Kabinettsitzung im Weißen Haus.
+
Die Unterstützung wird weniger - nun ist Donald Trump einmal mehr mit Kritik aus den eigenen Reihen konfrontiert.

Die Tage bis zur US-Wahl werden weniger. Für Donald Trump könnte es bei weitem besser aussehen, Nun gibt es erneut Kritik aus der eigenen Partei.

Washington - Noch 18 Tage bis zur Präsidentschaftswahl in den USA. Bleibt Donald Trump im Amt oder gelingt es Joe Biden, den Präsidenten zu stürzen? Die Umfragewerte im Land sprechen eine immer deutlichere Sprache: Satte zehn Prozentpunkte liegt Biden mittlerweile vor seinem Widersacher.

Vor allem bei der älteren Bevölkerung habe Trump zuletzt seinen Kredit verspielt. Vielen Senioren im Land missfalle die Corona-Politik der Regierung, an deren Spitze ein Regierungschef steht, der die Gefahr des Virus in der Öffentlichkeit herunter spielt.

US-Wahl 2020: Heftige Trump-Kritik von Republikaner - „wie ein betrunkener Seemann“

Alles in allem ist Trump gefordert, denn die Zeichen stehen schlecht: Nun gibt es auch noch Gegenwind aus der eigenen Partei. Der US-Senator Ben Sasse hat mit scharfer Kritik an Trump für Aufsehen gesorgt. In einem öffentlich gewordenen Telefonat mit Wählern warf Sasse, wie Trump ein Republikaner, dem Präsidenten vor, mit „Rassisten geflirtet“ zu haben, „Diktatoren den Hintern zu küssen“, Verbündete zu „verraten“, „vom Fernsehen besessen“ und „selbstverliebt“ zu sein.

Trump werfe Staatsgelder aus dem Fenster „wie ein betrunkener Seemann“, mache sich hinter ihrem Rücken über die wichtige Wählergruppe der evangelikalen Christen lustig und habe bei der Corona-Pandemie versagt, sagte Sasse laut einer Aufzeichnung des Telefonats weiter. „Seine Familie hat die Präsidentschaft wie eine Geschäftschance angesehen.“

Hält nicht viel vom Präsidenten: Ben Sasse gab Donald Trump ordentlich Gegenwind.

US-Wahl 2020/Donald Trump: Republikaner befürchten Verlust der Senatsmehrheit

Wegen Trump drohten die Republikaner bei den Präsidentschafts- und Kongresswahlen am 3. November ihre Mehrheit im Senat zu verlieren, warnte Sasse. „Ich halte jetzt ein Blutbad für die Republikaner im Senat für möglich. Deswegen bin ich nie auf den Trump-Zug aufgesprungen“, erklärte der Politiker aus dem Bundesstaat Nebraska.

Sasses Äußerungen spiegeln die Sorgen vieler Republikaner wider, bei den Wahlen nicht nur das Weiße Haus zu verlieren - sondern wegen Trumps Unbeliebtheit bei vielen Wählern auch den Senat. Die Präsidentenpartei hat im Oberhaus des Kongresses derzeit eine Mehrheit von 53 der 100 Senatoren. Am 3. November wird rund ein Drittel der Senatoren neu gewählt. Umfragen zufolge könnte die „Grand Old Party“ dann ihre Senatsmehrheit verlieren, auch wenn das alles andere als ausgemacht ist.

US-Wahl 2020/Donald Trump: Der Rückhalt aus der eigenen Partei schwindet - Swing States entscheidend

Einige republikanische Senatoren, die sich um eine Wiederwahl bemühen, haben sich zuletzt von Trump distanziert. Für Aufsehen sorgte diese Woche der als Trump-Kritiker bekannte Senator Mitt Romney, der hart mit dem Präsidenten ins Gericht ging. Der Senat spielt in der US-Politik eine zentrale Rolle, und das nicht nur in der Gesetzgebung. Die Senatoren bestätigen auch designierte Verfassungsrichter wie derzeit im Fall der konservativen Juristin Amy Coney Barrett.

Wie nahe Donald Trump die abermalige Schelte aus der eigenen Partei geht, ist offen. Fest steht jedoch, dass die Wahlprognosen nicht das einzige Problem des Präsidenten sind. Spannend für den Wahlausgang sind derweil vor allem die sogenannten Swing States - also die noch unentschiedenen Staaten, die entweder für Trump oder für Biden stimmen könnten. Dazu zählen Arizona*, Florida*, Michigan*, North Carolina*, Pennsylvania*, Texas* und Wisconsin*. (as/afp) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Oldie-Rallyes können anspruchsvoll sein

Oldie-Rallyes können anspruchsvoll sein

Wie Haustiere präpariert werden

Wie Haustiere präpariert werden

Die düstere Geschichte der NS-Ordensburg Vogelsang

Die düstere Geschichte der NS-Ordensburg Vogelsang

Urlaub zwischen Pyramiden und Palmen auf Yucatán

Urlaub zwischen Pyramiden und Palmen auf Yucatán

Meistgelesene Artikel

Nizza: Messer-Attacke in Kirche erschüttert Frankreich - Frau enthauptet - Grausige neue Details bekanntgegeben

Nizza: Messer-Attacke in Kirche erschüttert Frankreich - Frau enthauptet - Grausige neue Details bekanntgegeben

Nizza: Messer-Attacke in Kirche erschüttert Frankreich - Frau enthauptet - Grausige neue Details bekanntgegeben
Corona-Gipfel: Merkel verkündet Teil-Lockdown - jetzt wurde Liste der Betriebe, die schließen müssen, ergänzt

Corona-Gipfel: Merkel verkündet Teil-Lockdown - jetzt wurde Liste der Betriebe, die schließen müssen, ergänzt

Corona-Gipfel: Merkel verkündet Teil-Lockdown - jetzt wurde Liste der Betriebe, die schließen müssen, ergänzt
Corona-Lockdown: „Ganze Branchen als Sündenböcke“ - Heftige Reaktionen auf Regierungs-Beschluss

Corona-Lockdown: „Ganze Branchen als Sündenböcke“ - Heftige Reaktionen auf Regierungs-Beschluss

Corona-Lockdown: „Ganze Branchen als Sündenböcke“ - Heftige Reaktionen auf Regierungs-Beschluss
Neue Corona-Regeln in Niedersachsen: Drastische Maßnahmen mit Lockdown ab Montag

Neue Corona-Regeln in Niedersachsen: Drastische Maßnahmen mit Lockdown ab Montag

Neue Corona-Regeln in Niedersachsen: Drastische Maßnahmen mit Lockdown ab Montag

Kommentare