US-Wahlkampf 2020

Corona-Infektion von Donald Trump: Corona-Experte Fauci verärgert über Werbespot - US-Präsident kontert sofort

Donald Trump hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Seuchenexperte Anthony Fauci zeigt sich verärgert über einen Werbespot, doch der US-Präsident wies die Kritik zurück.

  • Der Wahlkampf läuft auf Hochtouren: Am 3. November finden in den USA wieder Wahlen statt.
  • US-Präsident Donald Trump* und sein Herausforder Joe Biden sollten am 15. Oktober erneut in einem TV-Duell aufeinander treffen. Jetzt wurde die TV-Debatte - sicherheitshalber - abgesagt (siehe Erstmeldung).
  • In einem TV-Interview wählt Trump überraschende Worte zum Coronavirus (siehe Update vom 10.10., 16.01 Uhr). Vor 2000 Anhängern will er eine Rede halten - erste Bilder zeigen, dass keine Schutzmaßnahmen eingehalten werden. (siehe Update vom 10.10., 19.32 Uhr)

Update vom 12. Oktober, 8.06 Uhr: Der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hat nach eigenen Worten der Nutzung eines Interview-Ausschnitts für einen Wahlkampf-Werbeclip von US-Präsident Donald Trump nicht zugestimmt. „Ich war total überrascht“, zitierte die „New York Times“ am Sonntag den renommierten Immunologen. Die Äußerungen aus einem im März veröffentlichten Interview mit dem Sender Fox News für das 30 Sekunden lange Werbevideo seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Die Verwendung seines Namens und seiner Worte sei ohne seine Erlaubnis erfolgt, sagte Fauci.

Corona-Infektion von Donald Trump: Corona-Experte Fauci verärgert über Werbespot - US-Präsident kontert sofort

Update vom 12. Oktober, 6.47 Uhr: US-Seuchenexperte Anthony Fauci (79) ist verärgert über einen Werbespot des Wahlkampfteams von Donald Trump. Der Regierungsberater erhob am Sonntag den Vorwurf, in dem Clip irreführenderweise zitiert zu werden. In den fast fünf Jahrzehnten seines Dienstes an der Allgemeinheit habe er noch nie einen politischen Kandidaten „öffentlich unterstützt“, erklärte der 79-Jährige.

Der 30 Sekunden lange Werbespot enthält eine Aufnahme von Fauci, in der dieser sagt, er könne sich nicht vorstellen, dass „jemand mehr tun könnte“. Im Kontext des Spots erweckt dies den Eindruck, als würde sich der Mediziner mit seiner Aussage auf Trump beziehen. Aus dem vollständigen Zitat geht allerdings klar hervor, dass dies nicht der Fall ist. Es lautet: „Ich befinde mich praktisch jeden Tag bei der Taskforce im Weißen Haus. Es ist jeder einzelne Tag. Also kann ich mir nicht vorstellen, dass unter irgendwelchen Umständen jemand mehr tun könnte.“

Fauci kritisiert, dass seine Aussagen ohne seine Genehmigung verwendet sowie „aus dem Kontext“ gerissen wurden. Diese mehrere Monate alten Kommentare hätten sich auf die Anstrengungen von Mitarbeitern des öffentlichen Gesundheitswesens bezogen. Trump wies die Kritik allerdings zurück. Es handle sich „in der Tat um Dr. Faucis eigene Worte“, schrieb der US-Präsident auf Twitter. Seine Regierung habe einen „phänomenalen Job“ im Kampf gegen die Pandemie geleistet, wie die Gouverneure mehrerer US-Bundesstaaten bestätigten, fügte Trump hinzu. Über Faucis Kritik* berichtete auch die Frankfurter Rundschau*.

Corona-Pandemie in den USA: Trump verkündet seine Immunität gegen das Virus

Update vom 11. Oktober, 21.31 Uhr: Nachdem US-Präsident Donald Trump in einem TV-Interview seine angebliche Immunität gegen das Coronavirus verkündet hatte, schrieb er auch auf Twitter darüber. Der Kurznachrichtendienst reagierte auf den Tweet mit einer Warnung vor Falschinformationen.

Trump habe gegen die Regeln zur „Verbreitung irreführender und womöglich gesundheitsschädlicher
Informationen“ beim Thema COVID-19 verstoßen, lautete die Begründung in einem Statement des Unternehmens am Sonntag. Wegen des Vermerks konnten Twitter-User den Eintrag erst nach einem Klick auf einen Warnhinweis einsehen.

Der 74-Jährige hatte zuvor in seinem Tweet behauptet, seine Ärzte hätten ihm nach seiner Corona-Erkrankung attestiert, „komplett“ genesen zu sein. Bezugnehmend auf das Coronavirus schrieb Trump weiter: „Das bedeutet, ich kann es nicht bekommen (immun) und kann es nicht weitergeben.“ Schon am Montag plant der Präsident, große Wahlkampfauftritte zu absolvieren.

Update vom 11. Oktober, 17.31 Uhr: Nach seiner Corona-Erkrankung hält sich US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben nun für „immun“ gegen COVID-19. Dies offenbarte der 74-Jährige in einem Telefon-Interview mit dem TV-Sender Fox News.

Insgesamt fühle er sich trotz der Viruserkrankung „fantastisch“, schilderte das Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten. Der Republikaner war laut eigenen Angaben am 1. Oktober positiv auf das Coronavirus getestet und anschließend ab dem 2. Oktober für drei Tage in einem Krankenhaus behandelt worden. Auch Virus-Experten sind der Überzeugung, dass Menschen nach einer überstandenen Corona-Infektion immun gegen COVID-19 sind. Allerdings ist noch unklar, ob dieser Zustand dauerhaft anhält.

Corona-Infektion: Trump wirbt im US-Fernsehen für „Heilmittel“

Unterdessen warb Trump in dem Interviewgespräch erneut dafür, Corona-Erkrankte mit einem experimentellen Antikörper-Cocktail der Biotech-Firma Regeneron zu behandeln. Auch der US-Präsident selbst soll diesen Medikamentenmix im Krankenhaus erhalten haben.

Trump hält das Medikament für ein „Heilmittel“ und bezeichnete es als ein „Wunder“, es solle bald allen US-Bürgern zur Verfügung stehen. Allerdings sind die entsprechenden Antikörper-Cocktails, die mehrere Pharmahersteller produzieren, noch nicht zugelassen worden und wohl bis auf Weiteres nur in relativ geringer Stückzahl verfügbar.

Corona-Infektion: Trump verweigert Negativ-Test - und empfängt 2000 Fans im Weißen Haus

Update vom 11. Oktober, 13:27 Uhr: US-Präsident Donald Trump tritt eine Woche nach seinem Klinikaufenthalt wieder öffentlich auf und empfing bereits am Samstag 2000 seiner Anhänger vor dem Weißen Haus. Ab Montag möchte er wieder in den Wahlkampf starten, Veranstaltungen besuchen und Reden halten - all das ohne die Gewissheit, auch wirklich nicht mehr ansteckend zu sein. Denn das Weiße Haus verweigert noch immer den Nachweis eines negativen Corona-Tests. Auch Trumps Leibarzt Sean Conley bleibt weiterhin kryptisch und legt der Öffentlichkeit keine etwaigen Testergebnisse nicht vor - obwohl er sich doch auf sie beruft.

Zum ersten Mal nach seiner Coronavirus-Infektion hat Donald Trump am Samstag vor Anhängern gesprochen - obwohl in Washington gerade Versammlungsverbot gilt.

Corona-Infektion: Trump bleibt Negativ-Test schuldig und bereist das Land

Nach offizieller Bekanntgabe seiner Infektion mit Covid-19 am 1. Oktober, sei der Präsident Conley zufolge nicht mehr ansteckend, habe er doch seit „mehr als 24 Stunden“ kein Fieber mehr und „alle Symptome“ hätten sich inzwischen „verbessert“. Dazu, welche Symptome bei Trump noch immer auftreten, und ob der jüngste Corona-Test des 74-Jährigen am Samstag auch wirklich negativ ausgefallen war, machte der Arzt keine Angaben. Trump ließ sich vergangene Woche angeblich regelmäßig testen, teilte jedoch nie mit, wann und wie die Tests ausgefallen waren. Womöglich fiel der letzte Test am Samstag wegen einer sehr geringen Virus-Konzentration noch immer positiv aus - was Grund genug sein sollte, mit öffentlichen Auftritten im ganzen Land noch etwas abzuwarten.

Die medizinische Einschätzung, der Präsident stelle „kein Übertragungsrisiko für andere mehr da“, beruhe, so Conley, auf „gegenwärtig anerkannten Standards“. In Trumps Terminkalender steht für Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils ein großer Wahlkampfauftritt in den wichtigen Bundesstaaten Florida, Pennsylvania und Iowa. Bei seinem Auftritt am Samstag versprach er rund 2000 Fans - die meisten von ihnen standen ohne Maske und dicht an dicht vor dem Weißen Haus -, die Pandemie sei bald überstanden und das „China-Virus“ besiegt, während die US-Seuchenbehörde CDC 58.302 Neuinfektionen meldete.

Update vom 11. Oktober, 7.41 Uhr: US-Präsident Donald Trump ist nach seiner Covid-19-Erkrankung seinem Leibarzt zufolge nicht mehr ansteckend. Der jüngste Coronavirus-Test habe nach „gegenwärtig anerkannten Standards“ gezeigt, dass der Präsident „kein Übertragungsrisiko für andere mehr darstellt“, erklärte Mediziner Sean Conley am Samstagabend (Ortszeit) in einem vom Weißen Haus verbreiteten Schreiben. Er berief sich dabei auf Trumps jüngsten Test vom Samstagmorgen.

Trump könne nun, rund zehn Tage nach dem Auftreten erster Symptome, gemäß den Kriterien der Gesundheitsbehörde CDC seine freiwillige Quarantäne beenden, so der Arzt weiter. Die Tests im Verlauf seiner Erkrankung hätten eine stets abnehmende Viruskonzentration gezeigt, schrieb Conley weiter. Er werde Trump, der wieder zu „seinem aktiven Terminplan“ zurückkehre, weiter beobachten.

Trump habe seit „weit mehr als 24 Stunden“ kein Fieber mehr, „alle Symptome“ hätten sich „verbessert“, schrieb der Arzt. Er machte aber keine Angaben dazu, welche Symptome bei Trump noch in welchem Maß feststellbar waren. Zudem schrieb Conley an keiner Stelle explizit, dass der jüngste Corona-Test bei Trump negativ ausgefallen war. Es schien daher auch möglich, dass der jüngste Test wegen einer geringen Viruskonzentration immer noch positiv ausgefallen war.

Trump mit Details zu Corona-Infektion: „Hatte Glück“ - dann empfängt er 2000 Fans im Weißen Haus

Update vom 10. Oktober, 22.21 Uhr: Vor allem hat US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede vor seinem Kontrahenten Joe Biden gewarnt. Mehrfach warf er die Worte „Sozialismus“ und „Kommunismus“ in den Raum und wollte seine Wähler glauben machen, Biden werde genau das durchsetzen.

Die Coronavirus-Pandemie behandelte er dagegen so, als sei sie bereits fast überstanden. Dies klingt in den Ohren einiger Mitarbeiter aus dem Gesundheitssystem wie blanker Hohn:

Trump selbst wirkte tatsächlich völlig gesund. Lediglich ein Pflaster auf seiner Hand erinnerte an die Coronavirus-Infektion. Allerdings war sein Auftritt auch kurz.

US-Wahlkampf 2020: Trump dankt Ärzten - und Menschen, die rausgehen und jubeln

Update vom 10. Oktober 2020, 20.24 Uhr: „Ich möchte den Ärzten und Forschern dieses Landes danken, weil wir weit voraus liegen“, sagt Trump, „aber vor allem möchte ich euch danken. Weil ihr rausgeht, weil ihr hierherkommt, weil ihr jubelt und dieses Land liebt.“ Die Antwort darauf sind laute „We love you“-Chöre vom Rasen des Weißen Hauses aus - das ganze wirkt fast wie eine einstudierte TV-Show. Nach zehn Minuten verlässt er den Balkon wieder, die Übertragung aus dem Weißen Haus bricht ab. „I love you, too“, ist seine letzte Botschaft.

Update vom 10. Oktober 2020, 20.13 Uhr: Die Zuschauer scheinen unterdessen zwar Masken zu tragen, aber unter ihren lauten Rufen keinen Abstand zu halten.

USA, Washington: Mit Masken versammeln sich Anhänger Trumps zu einer „Law and Order“-Rede des Präsidenten

Update vom 10. Oktober 2020, 20.08 Uhr: Laute Jubelrufe sind aus dem Garten des Weißen Hauses zu hören, während Donald Trump vor 2000 Anhängern seine Rede vom Balkon des Weißen Hauses aus hält - und entsprechend Buhrufe, wenn er auf seinen Wahlkampfgegner Joe Biden kommt. Mehrfach kommt er auf Hispanics und Blacks zu sprechen, sagt, diese Bevölkerungsgruppen hätten mit ihm an Wohlstand und Sicherheit gewonnen. Und er verspricht „noch mehr Jobs“, denn wenn die Pandemie vorbei sei, werde Amerika noch größer als jemals zuvor sein. Die Zahlen würden sich schon wieder erholen. Auch verspricht er ein großartiges, günstigeres Gesundheitssystem, denn Obama-Care sei ein Desaster.

Weißes Haus als „gefährlicher Ort“ - Demokraten und enge Vertraute Trumps sollen den Ort meiden

Update vom 10. Oktober 2020, 20.05 Uhr: Die Demokratin Nancy Pelosi meidet schon länger das Weiße Haus und bezeichnet es „wegen Angriffe auf unsere Gesundheit und die Demokratie“ als „einen der gefährlichsten Orte der Welt“. Laut Focus.de sind es aber inzwischen auch Republikaner und enge Vertraute Trumps, die dessen Corona-Politik ablehnen und das Weiße Haus meiden. Darunter soll auch der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell sein. Er soll seit mehr als zwei Monaten das Vertrauen in die Hygieneregeln des Weißen Hauses verloren haben.

Update vom 10. Oktober 2020, 19.32 Uhr: Vor der für 20 Uhr (MESZ) angekündigten Rede Donald Trumps haben sich die Anhänger außerhalb des Gartens des Weißen Hauses versammelt. Nach Ankündigungen aus dem Weißen Haus sollen sich die Besucher an gängige Corona-Maßnahmen halten. Aber Abstand und Maskenpflicht? Davon ist bisher nichts zu sehen. Dicht gedrängt stehen die Trump-Anhänger vor dem Zaun, tragen ihren Mundschutz unter dem Kinn und scheinen dazu laut zu rufen, wie erste Bilder zeigen:

USA, Washington: Unterstützer von US-Präsident Trump versammeln sich vor Trumps Auftritt im Weißen Hauses gehen.

Update vom 10. Oktober 2020, 16.46 Uhr: Am Samstagnachmittag (Ortszeit) will US-Präsident Donald Trump vor 2000 Anhängern eine Rede halten. Empfangen werden sollen seine Anhänger im Garten des Weißen Hauses, das sich in der letzten Woche zu einem wahren Corona-Hotspot entwickelt hat. Anders als noch vor Kurzem dort üblich werden die Besucher aber alle Masken tragen müssen. Thema der Rede Trumps soll „Recht und Ordnung“ sein.

Ziemlich außen vor bleibt im US-Wahlkampf das Thema Klimawandel. Daran erinnert die Klimaaktivistin Greta Thunberg* aus Schweden, die sich - nach eigenen Worten - sonst nicht in Parteipolitik einmischt:

„Organisiert euch und wählt Biden“, ist ihre klare Botschaft - auch wenn dessen klimapolitische Forderungen weit hinter dem Nötigen zurückblieben.

US-Wahlkampf 2020: Trump gibt TV-Interview zum Gesundheitszustand - „Ich fühlte mich nicht, wie sich ein US-Präsident...“

Update vom 10. Oktober 2020, 16.01 Uhr: Der gesundheitliche Zustand des US-Präsidenten ist zum Politikum geworden. Und so wollte das Weiße Haus offenbar einen Schritt nach vorne machen - in dem es Donald Trump live vor Kameras von einem Arzt befragen ließ. „Lassen Sie mich Ihr Arzt sein, seien Sie der Patient“ - mit diesen Worten beginnt Dr. Marc Siegel, Professor an der NY University, dann auch sein Interview, das auf Fox News übertragen wurde.

„Ich fühle mich stark heute“, sagt Trump zu Anfang. Und überrascht dann direkt mit für ihn ungewöhnlichen Worten: „Andere Leute fühlten sich offenbar nicht so nach dem Virus.“ Ein Hauch von Empathie? Trump fährt fort: „Ich hatte anscheinend Glück, der US-Präsident zu sein“, und spricht dann von den „besten Ärzten der Welt, die ihn behandelt hätten und von einer Wundermedizin, der er allen gratis zur Verfügung stellen möchte. Als er seinen wohl doch bedrohlicheren Gesundheitszustand eine Woche zuvor beschreibt, wählt er dann wiederum ganz charakteristische Worte: „Ich fühlte mich nicht stark, ich hatte keine Energie. Ich fühlte mich nicht, wie der US-Präsident sich fühlen sollte.“

Wer genau hinschaut, mag auch dieses Interview nicht als möglichst objektiv geführtes Arzt-Patienten-Gespräch ansehen: Siegel ist ein Vetrauter Trumps, der fest hinter dessen Coronavirus-Strategie stand und laut businessinsider sogar mit den Worten auffiel: „Im schlimmsten Fall ist es wie eine Grippe.“

Trump bleibt Coronavirus-Test schuldig: Zweites TV-Duell auf Eis

Erstmeldung vom 10. Oktober 2020, 10.41 Uhr: Washington - „Es wird keine Debatte am 15. Oktober geben“, erklärte jetzt die für die Organisation der Präsidentschaftsdebatten zuständige, unabhängige Kommission. Für kommende Woche war eigentlich das zweite TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump* und seinem Herausforderer Joe Biden geplant - nach dem langwierigen Streit über mögliche Formatänderungen stünde die Entscheidung der Verantwortlichen nun fest.

US-Wahl 2020: TV-Duell ohne Ersatztermin abgesagt

Trumps Infektion mit dem Coronavirus* hatte seit Bekanntgabe für heftige Diskussionen darüber gesorgt, ob die Wahlkampf-Debatte im US-Fernsehen stattfinden könne. Wie Trump immer wieder auf Twitter betont, fühle er sich gut und wolle am TV-Duell teilnehmen - dennoch ist weiterhin unklar, bei wem und wann sich der US-Präsident mit dem Coronavirus* angesteckt hat und ob er selbst nicht noch immer infektiös ist. Um die „Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten zu schützen“, hatte die Kommission daher am Donnerstag bekannt gegeben, die zweite Debatte virtuell zu übertragen. Trump und Biden sollten das Duell örtlich voneinander getrennt per virtueller Schalte austragen.

Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, zeigte sich von Beginn an offen für das virtuelle Format, während Trump den Plänen der Kommission entschieden eine Absage erteilte. Das Wahlkampfteam des Präsidenten forderte eine Verschiebung der Debatte - die zuständige Kommission entschied sich jetzt für eine Absage. Traditionell finden vor den US-Wahlen drei TV-Duelle statt. Sie gelten als wichtige Indikatoren für die Entscheidungsfindung der Wähler. Erstmals sind es in diesem Jahr nur zwei, sodass Trump und Biden nun am 22. Oktober in Nashville zum zweiten und letzten Mal in einem TV-Duell gegeneinander antreten werden.

Video: TV-Duell in den USA - Trump findet virtuelle Lösung „lächerlich“

Die erste Präsidentschaftsdebatte Ende September endete im Chaos, lies Trump doch weder seinen Kontrahenten noch den Moderator des TV-Duells ausreden. Umfragen von US-Medien und Politik-Experten weltweit erklärten Biden zum Sieger des Duells, verlor Trump sich in den 90 Minuten doch - ohne argumentativen Faden - immer wieder in bloßen Behauptungen und altbekannten Floskeln. Zudem erschien der US-Präsident des öfteren respektlos, vergriff er sich doch immer wieder im Ton. Nur zwei Tage nach der Debatte wurde dann Trumps Infektion mit dem Coronavirus* bekannt.

US-Wahl: Biden liegt laut Umfragen vorne - Coronavirus wirft Trump zusätzlich zurück

Viele Regierungsmitarbeiter und Angestellte Trumps wurden inzwischen ebenfalls positiv getestet oder haben sich vorsorglich freiwillig in Quarantäne begeben, sodass der Westflügel des Weißen Hauses gerade nahezu leer stehen soll. Provisorisch wurde hier nun für Trump - in unmittelbarer Nähe zu medizinischer Versorgung - ein Wahlkampfbüro aufgebaut. Der 74-Jährige verbrachte nach Bekanntgabe seiner Infektion zunächst drei Tage in einem Militärkrankenhaus und kehrte dann, obwohl er noch immer als ansteckend galt, in das Weiße Haus zurück. Auf Twitter hat sich Trump inzwischen selbst als „geheilt“ erklärt:

Kritik gab es dafür promt. Der Viren-Experte und Präsidentenberater Anthony Fauci warnte am Freitag im Fernsehsender CBS News, dass Trumps Aussage für „Verwirrung“ in der Bevölkerung sorgen könnte - könne man doch keinesfalls über eine „Heilung“ von Covid-19 sprechen, auch nicht durch den von Trump so angepriesenen, experimentellen Antikörper-Cocktail des US-Pharmakonzerns „Regeneron“. Eigenen Angaben nach, bekomme Trump keine Medikamente mehr. In einem Interview mit dem TV-Sender Fox berichtete er am Freitag von einem negativen Testbefund. Offiziell ist dies noch nicht bestätigt.

Trump will sich jetzt wieder voll dem Wahlkampf widmen, absolvierte Biden, während er sich in Quarantäne befand, mehrere Wahlkampfveranstaltungen in wichtigen Bundesstaaten: Eine für Samstag geplante Kundgebung in Florida verschob Trump zwar noch einmal auf Montag, doch nun will er heute zum ersten Mal seit seiner Erkrankung wieder eine öffentliche Rede auf dem Balkon des Weißen Hauses halten. Laut einem Regierungsvertreter soll es dabei um das Thema „Recht und Ordnung“ gehen. Auch sollen die Teilnehmer der Kundgebung Trumps auf dem Rasen vor dem Weißen Haus Masken tragen und vorab ihre Temperatur überprüfen lassen. (cos/afp) *Merkur.de und FR.de sindTeil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/ AP/ dpa/ Picture Alliance

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