Steinbrück, Döring, Glos und Co.

Diese Abgeordneten verdienen am meisten dazu

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Peer Steinbrück ist nicht der einzige Abgeordnete, der nebenbei etwas dazu verdient

Berlin - Neben Peer Steinbrück verdienen zahlreiche Abgeordnete im Bundestag zum Teil kräftig nebenher. Ganz vorne dabei sind vor allem Abgeordnete von Union und FDP.

Laut Schätzungen sind allein seit 2009 insgesamt über 22 Millionen Euro mit solchen Zusatzeinkünften verdient worden.

Spitzenreiter dabei ist die CSU. Dort haben mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Parlamentarier Extraeinnahmen. Bei der FDP sind es fast 60 Prozent und in der CDU rund 55 Prozent.

Wie aus der Bundestags-Homepage über die Nebentätigkeiten weiter hervorgeht, haben bei SPD, Grünen und Linkspartei lediglich jeweils rund 20 Prozent der Fraktionsmitglieder einen bezahlten Nebenjob.

Diese Abgeordneten verdienen am meisten dazu

Peer Steinbrück, SPD: Mindestens 1.250.000 EuroDer Kanzlerkandidat der SPD verdiente sich auf zahlreichen Vorträgen und Reden nebenbei etwas dazu. © dpa
Michael Glos, CSU: Mindestens 546 000 Euro.Allein zwei Beratertätigkeiten unter anderem für einen US-Investor bringen dem Ex-Wirtschaftsminister mindestens 7000 Euro im Monat. Dazu kommen eine Reihe von bezahlten Aufsichtsrats- und Beiratssitzen bei Banken oder wie neuerdings etwa beim Verband der russischen Wirtschaft in Deutschland. © dpa
Heinz Riesenhuber, CDU: Mindestens 380 000 Euro.Der frühere Forschungsminister sitzt seit Jahren in einer Vielzahl von Aufsichtsgremien von Unternehmen. Allein als Vize-Vorsitzender des Verwaltungsrats der Schweizer Firma HBM Healthcare kassierte der Alterspräsident des Bundestags in dieser Wahlperiode bislang mehr als 200 000 Euro. © dpa
Rudolf Henke, CDU: Mindestens 315 000 EuroDer Vorsitzende des Ärzteverbandes Marburger Bund sitzt in mehreren Beiräten etwa von Versicherungen und Unternehmen. © dpa
Frank Steffel, CDU: Mindestens 288 000 EuroDer Berliner bezieht seine beträchtlichen Nebeneinkünfte vor allem aus seiner verzweigten Firmengruppe oder etwa als Beirat einer Spielbank. © dpa
Peter Wichtel, CDU: Mindestens 218 000 EuroDer Verkehrspolitiker ist unter anderem als Angestellter bei der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport AG aktiv. © Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde
Franz-Josef Holzenkamp, CDU: Mindestens 213 000 EuroDer Bauernfunktionär und Landwirt sitzt mit lukrativen Mandaten in zahlreichen Beiräten der Agrar-Branche. © dpa
Norbert Schindler, CDU: Mindestens 211 000 EuroLang ist auch die Nebenjob-Liste des Präsidenten des Bauernverbands von Rheinland-Pfalz. Als Aufsichtsrat des Bioethanol-Anbieters CropEnergies AG kommt er auf etwa 20 000 Euro pro Jahr. © dpa
Patrick Döring, FDP: Mindestens 185 000 EuroAllein als Aufsichtsratsmitglied des Staatsunternehmens Bahn verdiente er 2011 rund 32 000 Euro. Monatliche Zusatzeinkünfte bezieht der FDP-Generalsekretär etwa als Vorstandsmitglied einer Krankenversicherung für Haustiere. © dpa
Rolf Koschorrek, CDU: Mindestens 183 000 EuroDer CDU-Gesundheitspolitiker brachte es seit 2009 auf über 30 Vorträge vor allem bei namhaften Pharmafirmen. Bezahlen ließ er sich etwa auch die Teilnahme an einer Podiumsdiskussion der Dental-Industrie. Dazu sitzt der Zahnarzt und Präsident des Bundesverbands der Freien Berufe in über einem halben Dutzend © Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde
Michael Fuchs, CDU: Mindestens 155 500 EuroGefragt ist auch der Fraktions-Vize aus Koblenz als bezahlter Redner - etwa in der Botschaft Aserbaidschans in Berlin - oder als Mitglied in Beiräten. © dpa

Nach Steinbrück, der wahrscheinlich Platz eins der Top-Verdiener in dieser Wahlperiode besetzt, folgen nach Recherchen des Transparenz-Blogs „abgeordnetenwatch.de“ auf dieser Rangliste nur Politiker von Union und FDP.

Peer Steinbrück hatte am Dienstag Details zu seinen Nebeneinkünften in Millionenhöhe veröffentlicht.

Grundlage der Berechnung sind die bisher vorgeschriebenen drei pauschalen Stufen-Einträge sowie öffentlich zugängliche Geschäftsberichte mit Angaben zu den Vergütungen etwa für Aufsichtsratssitze. Für die fast 100 Anwälte mit Parlamentsmandaten gelten Sonderregelungen.

Bei den Summen handelt es sich jeweils um Mindestbeträge seit 2009. Für das laufende Jahr stehen viele Angaben noch aus. Wie bei Steinbrücks Honoraren können die tatsächlichen Einnahmen auch bei den anderen Abgeordneten noch erheblich höher liegen.

dpa

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