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Inflationsprämie für Arbeitnehmer: Ob die Auszahlung der 3000 Euro noch 2022 erfolgt 

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Von: Carolin Gehrmann

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Inflationsprämie für Arbeitnehmer: Ob Arbeitgeber die 3.000 Euro Inflationsausgleich aus dem Entlastungspaket noch 2022 auszahlen und wer sie bekommt.

Berlin – Das Jahr 2022 geht so langsam in den Endspurt, bald ist schon der 1. Advent. Auch auf den Konten vieler Arbeitnehmer könnte wegen der anhaltenden Inflation und der gestiegenen Energiekosten bald das Ende erreicht sein. Und der Dezember ist wegen des Weihnachtsfests traditionell auch ein eher teurer Monat.

Da werden sich spätestens jetzt einige Menschen in Deutschland fragen, was eigentlich mit der Inflationsausgleichsprämie, oder kurz Inflationsprämie, ist. Diese wurde im Rahmen des Entlastungspakets 3 von Bundestag und Bundesrat beschlossen und ist zum 1. Oktober 2022 in Kraft getreten.

Inflationsprämie 2022: Wann die Auszahlung der Maßnahme aus dem Entlastungspaket 3 erfolgen muss

Bis zu 3.000 Euro können Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungsfrei an ihre Mitarbeiter auszahlen. Das klingt nach einem saftigen Bonus, den zum Jahresende wohl die meisten Arbeitnehmer begrüßen dürften. Doch nun zu den Details – und die bedeuten, dass es leider noch eine Weile dauern kann, bis der als Inflationsausgleich gedachte Bonus bei den Arbeitnehmenden ankommt. Vorausgesetzt, sie erhalten ihn überhaupt. Denn die Inflationsprämie ist eine freiwillige Leistung. Arbeitnehmende haben keinen gesetzlichen Anspruch darauf.

Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter mit der Inflationsprämie entlasten wollen, können dies noch bis zum 31. Dezember 2024 tun. In einem Zeitraum von etwas mehr als zwei Jahren können sie insgesamt 3.000 Euro an die Angestellten auszahlen. Das kann auch in mehreren Teilbeträgen erfolgen. Auf der Lohnabrechnung muss der Bonus deutlich gekennzeichnet werden.

Inflationsprämie 2022: Viele Arbeitgeber können sich die Auszahlung der vollen 3.000 Euro nicht leisten

Zur Wahrheit über die Inflationsprämie gehört neben der Freiwilligkeit der Leistung auch deren Höhe. Arbeitgeber müssen die 3.000 Euro, die vom Bundesfinanzministerium steuerlich begünstigt werden, nämlich nicht voll ausschöpfen. Viele Arbeitgeber haben laut fr.de bereits darauf hingewiesen, dass sie sich in Zeiten der wirtschaftlichen Krise ohnehin keine Sonderzahlungen für ihre Mitarbeiter leisten können.

Eine Person hält mehrere Geldscheine in der Hand
Die Auszahlung einer Inflationsprämie zum Jahresende dürften wohl die meisten Arbeitnehmer begrüßen. Aber wann kommt der Bonus überhaupt und für wen? © K. Schmitt/imago

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger dämpfte die Hoffnungen ebenfalls. Seiner Ansicht nach könnten viele Unternehmen keine Einmalzahlungen an ihre Angestellten auszahlen, auch wenn sie es gerne würden, da ihnen „die massiv gestiegenen Energiekosten jede Luft zum Atmen nehmen“, wie er im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärte.

Inflationsprämie statt Weihnachtsgeld? Wie der gesetzliche Anspruch für Arbeitnehmer beim 13. Monatsgehalt geregelt ist

Einige Branchen und Unternehmen haben allerdings bereits angekündigt, ihre Mitarbeiter mit der Inflationsprämie in Zeiten starker Preisanstiege unter die Arme greifen zu wollen. Dazu gehören neben Beschäftigten im öffentlichen Dienst auch Mitarbeiter bestimmter Banken oder auch der Bertelsmann-Verlag. Jedoch haben die Prämien jeweils unterschiedliche Höhen.

Fakt ist jedoch: Die Inflationsprämie darf nicht anstelle des Weihnachtsgeldes gezahlt werden, das vielen Arbeitnehmern zusteht. Denn auf das vertraglich vereinbarte Weihnachtsgeld besteht ein gesetzlicher Anspruch. Die Inflationsprämie kommt in dem Fall noch obendrauf, wie der Arbreitsrechtler Prof. Michael Fuhlrott gegenüber fr.de klarstellt.

Inflationsprämie 2022: Für Arbeitnehmer mit Tarifvertrag bestehen gute Chancen – für Selbständige und Minijobber sieht es anders aus

Wer erhält die Inflationsprämie denn nun? Gute Chancen, eine Einmalzahlung zum Inflationsausgleich zu erhalten, gibt es überall dort, wo Tarifverträge greifen. Auch dort, wo Gewerkschaften im Spiel sind, sieht es gut aus. Für zahllose andere Beschäftigte dürfte es schwierig werden. Sie werden wohl bei der Inflationsprämie oftmals leer ausgehen. Geringfügig Beschäftigte wie Minijobber, Werksstudenten und Auszubildende können den Bonus theoretisch ebenfalls erhalten. Solo-Selbständige, die ebenfalls steuerpflichtig sind, erhalten die Inflationsprämie hingegen nicht.

Damit ist bei vielen und Arbeitnehmern die Enttäuschung hinsichtlich einer Entlastung in Zeiten der steigenden Kosten vorprogrammiert. Sei es, weil den Unternehmen durch die hohen Energiekosten das Wasser bis zum Hals steht oder sich Arbeitgeber aus anderen Gründen sperren, eine Inflationsprämie zur Entlastung ihrer Mitarbeiter auszuzahlen.

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