Regenbogenfahne

Darum zeigt kreiszeitung.de Flagge

Verbot der UEFA: Die abgesagte Toleranzaktion an der Münchener EM-Arena ist empörend. Denn das Zeigen der Regenbogenfahne ist wichtiger denn je. Wir tun das!

Hannover – 60 Jahre europäischer Fußball. 60 Jahre Frieden in Europa. Aus diesem Anlass lässt der Europäische Fußballverband (UEFA) die aktuelle Fußball-Europameisterschaft in elf Ländern auf einem Kontinent austragen. Was als Fest der Völkerfreundschaft propagiert wurde, endet nun in einem Desaster. Denn mit dem Verbot, die Münchener Allianz-Arena in den Farben der Regenbogenflagge erstrahlen zu lassen*, entpuppt sich die UEFA als scheinheiliger Funktionärsklub. Statt Respekt und Toleranz betreiben die EM-Organisatoren Ausgrenzung und Diskriminierung von Homosexuellen. Das ist an Armseligkeit und Verlogenheit nicht zu überbieten.

Symbol der internationalen Schwulen- und LesbenbewegungRegenbogenfahne
Einführung:1970
Anzahl der Farben:sechs

Um ein deutliches Zeichen zu setzen, zeigt kreiszeitung.de heute Flagge. Unser Logo ist mit den Regenbogenfarben unterlegt. Die bunte Fahne steht als Symbol für die Akzeptanz und Gleichberechtigung von Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. Zwar ist der Kreis derjenigen, die offen homophob auftreten, etwas kleiner geworden in den vergangenen Jahrzehnten. Aber es gibt sie noch, die Hasser und Hetzer. Deshalb ist es weiterhin wichtig, für die Gleichheitsrechte einzustehen.

EM 2021: Nach Eklat um Regenbogenfahne – wir setzen Zeichen gegen die UEFA

Insbesondere in Osteuropa, namentlich in Ungarn, wird unverhohlen gegen Homosexuelle und Andersdenkende agitiert. Dort brachte Victor Orbán jüngst ein Gesetz durch das Parlament, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt. Der Münchener Stadtrat beantragte deswegen die Allianz-Arena heute Abend beim EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn in den Regenbogenfarben leuchten zu lassen. Aus Protest. Doch der Antrag wurde abgeschmettert. Begründung: Die Uefa mische sich nicht in Politik ein*.

kreiszeitung.de zeigt Flagge gegen Ausgrenzung und Diskriminierung bei der EM 2021.

Doch das ist verstörend und falsch zugleich. Denn es geht nicht um eine Einmischung in die Politik eines einzelnen Landes. Es geht um eine Haltung. Eine Haltung, die im EU-Recht verbrieft ist. Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung ist innerhalb der Europäischen Union verboten – und zwar in allen EU-Mitgliedsstaaten, übrigens auch (noch) in Ungarn. Insofern verstößt die Aktion nicht gegen irgendein Neutralitätsgebot, wie von der UEFA behauptet. Gleiches Recht für alle. Wenn ein Land dieses als Angriff auf sich wertet, lässt das tief blicken.

Eigentlich müsste es für eine europäische Organisation eine absolute Selbstverständlichkeit sein, für diese Gleichberechtigungswerte* einzustehen. Denn umgekehrt hat die UEFA kein Problem damit, sich mit den Staaten zu verbrüdern. Der Polizeischutz am Rande des Milliardengeschäfts wird ebenso dankend angenommen wie der vom Steuerzahler finanzierte Stadionbau. Sonderrechte in einer Pandemie für volle Zuschauerränge? Immer her damit.

Verbot der Regenbogenflagge: UEFA darf nicht vor Victor Orbán kuschen – das ist armselig

Da wird dann gerne auf die Vorbildrolle des Fußballs verwiesen. Doch wenn es darum geht, die Strahlkraft der Profis für eine Normalität im Umgang von Homosexuellen einzusetzen, dann wird sich weggeduckt – und das nur, weil man es sich nicht mit einzelnen Staatschefs oder Geldgebern verderben will.

Es wird Zeit, dass die UEFA-Bosse statt Lippenbekenntnissen endlich mal Rückgrat zeigen. Eine Europameisterschaft ist für alle Europäer da: für Heteros, Schwule, Lesben, queere Menschen, ganz egal. Das muss die UEFA begreifen und verkörpern. Sonst hat sie mit ihrer Veranstaltung nirgendwo etwas zu suchen. Nicht in Deutschland. Und auch nicht in zehn anderen Staaten eines vereinigten Europas. kreiszeitung.de, 24hamburg.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Czarek Sokolowski/dpa

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