Corona-Flop?

CureVac-Aktie im freien Fall: Bundesregierung macht Milliarden-Verlust

Der Aktienkurs des deutschen Herstellers CureVac ist im Sturzflug, ausgelöst durch Berichte über die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs. Der Bund verliert über eine Milliarde Euro.

Tübingen – Dämpfer für das Tübinger Biotech Unternehmen CureVac. Der Impfstoff gegen das Coronavirus rasselte sang- und klanglos durch die zweite Zwischenanalyse. Mit einer Wirksamkeit von unter 50 Prozent blieb der Corona-Impfstoff CVnCoV von CureVac weit hinter den Erwartungen zurück. Die Meldung sorgte dafür, dass die CureVac-Aktie direkt in den Keller rauschte und der Hoffnung einen Riegel vorschob, dass der Impfstoff besser wirke als die Konkurrenz von Biontech und Moderna.

„In einer bislang beispiellosen Umgebung mit mindestens 13 Varianten innerhalb der untersuchten Teilmenge der Studienteilnehmer in dieser Zwischenanalyse erzielte CVnCoV eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades und erreichte damit nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien“, ließ das Unternehmen in einer Mitteilung verlauten.

CureVac Vorstandsvorsitzender äußert sich zur Zwischenanalyse

Die aktuellsten Analysen hätten dabei die Erkenntnisse geliefert, dass die Wirksamkeit sowohl von der untersuchten Altersgruppe, als auch von den Virusstämmen abhängig sind. Der erhoffte Impfstoff befindet sich derzeit in der letzten Phase der klinischen Entwicklung. Auch deshalb sorgt die Nachricht für Enttäuschung.

Da nimmt sich der CureVac-Chef Franz-Werner Haas nicht raus: Man habe auf stärkere Ergebnisse in der Zwischenanalyse gehofft. „Wir setzen die Studie bis zur finalen Analyse mit mindestens 80 weiteren Fällen fort. Die endgültige Wirksamkeit könnte sich noch verändern.“

Biotech-Unternehmen CureVac aus Tübingen hatte auf schnelle Zulassung gehofft

Ursprünglich hatte das Biotech Unternehmen in Aussicht gestellt, dass die Zulassung des hauseigenen Corona-Impfstoffkandidaten CVnCoV in der EU noch für das zweite Quartal erfolgen könnte. Die klinischen Studiendaten sprechen nun allerdings eine andere Sprache.

Bund verliert über eine Milliarde Euro durch den Fall der CureVac-Aktie

Dabei galt CureVac lange Zeit als der Hoffnungsträger in der zunehmend schleppend verlaufenden Corona-Impfkampagne. Zunächst hatte Johnson & Johnson von heftigen Einschnitten berichtet und gerade erst teilte auch Biontech mit, dass es bei der Auslieferung des Impfstoffs ebenfalls zu Engpässen kommt.

CureVac-Aktie im freien Fall

Die Reaktion der Investoren des börsennotierten Unternehmens ließ nicht lange auf sich warten. Im nachbörslichen US-Handel befand sich die CureVac-Aktie im freien Fall und stürzte um über 50 Prozent ab. Auch der Handelsstart in Frankfurt bestätigte den Abwärtstrend. Dort brach der Aktienkurs ebenfalls um zeitweise 52,4 Prozent auf 39,10 Euro ein.

Das bedeutet den tiefsten Stand seit fast neun Monaten und einen schwarzen Tag in der Firmengeschichte.

Bereits vor wenigen Tagen hatte sich Gesundheitsminister Jens Spahn schon wenig optimistisch auf einem Treffen mit den Gesundheitsministern der Länder gezeigt. Dort hieß es von dem CDU-Politiker, dass man nicht vor August mit dem Impfstoff von CureVac rechne. Und damit die Zweifel der Anleger am Unternehmen aus Tübingen Befürchtungen befeuert, die sich dann nach der Mitteilung bewahrheiteten.

CureVac-Rückschlag für die Corona-Impfpläne der Bundesregierung und der EU

Die enttäuschende CureVac-Nachricht der Zwischenanalyse wirft auch kein gutes Licht auf die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel und ihren Gesundheitsminister Jens Spahn. Denn bereits vor knapp einem Jahr investierte der Bund 300 Millionen Euro in das biopharmazeutische Unternehmen CureVac AG, das als Pionier in der Entwicklung von mRNA-basierten Arzneimitteln galt. Aktuelle hält der Bund über die KfW rund 17 Prozent an Curevac. Nach Informationen der WirtschaftsWoche bedeutet der abrupte Kurssturz gegenüber dem gestrigen Mittwoch einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro.

Der Image-Schaden nach Schrott-Masken-Affäre für die Bundesregierung und Gesundheitsmininister Jens Spahn könnte nicht größer sein. Denn zum wiederholten Male hat man scheinbar aufs falsche Pferd gesetzt.

Aufgrund der schlechten Wirksamkeit fällt die CureVac-Aktie in den Keller

CureVac muss sich hinter der Konkurrenz anstellen

Zudem hatte sich die Europäische Union bis zu 405 Millionen Dosen des Curevac-Impfstoffes gesichert. Er basiert wie die Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna auf der neuen Technologie der Boten-RNA (mRNA), die den menschlichen Zellen die Information zur Bekämpfung von Krankheitserregern vermitteln soll. Anders als bei diesen Firmen ziehen sich die Untersuchungen bei CureVac aber weiter hin.

Nun sieht es vielmehr danach aus, dass das Biotech-Unternehmen aus Tübingen hinten ansteht. Denn während die Konkurrenz von Biontech, Moderna und Astrazeneca mit ihren besseren Impfstoffen weltweit Impfdosen verteilt, kann CureVac nur auf bessere Daten hoffen.

Weder den Anlegern noch den Impfwilligen macht das großen Mut.

Und der Bundesregierung sollte es zu Denken geben. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa & Christoph Schmidt/dpa & xkeportx/Panthermedia/IMAGO

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