Coronavirus in den USA

Trump nimmt Malaria-Medikament als Corona-Prophylaxe - „Es wird Sie töten“

US-Präsident Donald Trump nimmt ein Malaria-Medikament zur Coronavirus-Prophylaxe. Jetzt warnt der Trump-treue Sender Fox-News vor der Empfehlung des Präsidenten: „Es wird Sie töten“.

Washington - US-Präsident Donald Trump* hat in der Coronavirus-Pandemie bereits mehrmals mit zweifelhaften medizinischen Tipps auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt warnt sogar der Trump-treue Sender Fox News eindringlich vor einem Medikament, das der US-Präsident nach einigen Angaben zur Coronavirus-Prophylaxe einnimmt. 

Seit etwa eineinhalb Wochen nehme er Hydroxychloroquin ein, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Er habe „sehr gute Dinge“ über das seit Langem zugelassene Malaria-Präparat gehört, so der US-Präsident*. Journalisten fragten nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu dem Präparat und dessen Prophylaxe-Nutzen bezüglich des Coronavirus. Er habe dazu viele Anrufe bekommen, antwortete Trump. Auch nähmen viele Ärzte und Krankenschwestern Hydroxychloroquin vorsorglich ein. Seine Prophylaxe-Taktik gegen eine Coronavirus-Infektion sei mit dem Arzt des Weißen Hauses abgestimmt. 

Coronavirus in den USA: Trump empfiehlt umstrittenes Malaria-Präparat - „Geschenk Gottes“

Bereits in den vergangenen Monaten hatte Trump für das Malaria-Präparat als Therapie gegen eine Coronavirus-Infektion geworben. Das Medikament sei ein „Geschenk Gottes“, schwärmte er damals. Ende April warnte die US-Lebensmittel- und Arzneibehörde (FDA) allerdings vor dem angeblichen Wundermittel: Es gebe keine belastbaren Beweise einer Wirksamkeit gegen Covid-19*, das Mittel erhöhe aber das Risiko lebensgefährlicher Herzrhythmus-Störungen, hieß es. Zuvor hatte eine Studie bei Einnahme des Medikaments in Kombination mit einem Antibiotikum eine höhere Sterblichkeit bei Patienten festgestellt.

Jetzt warnt auch der sonst so Trump-treue Sender Fox-News eindringlich vor dem Medikament im Zusammenhang mit dem Coronavirus*. Menschen mit Atemwegs- oder Herzerkrankungen seien nach einer Erkrankung an Covid-19 in amerikanischen Krankenhäusern mit Hydroxychloroquin behandelt worden. Mehrere Studien seien zu dem Schluss gekommen, dass es bei der Behandlung von Covid-19-Patienten in Krankenhäusern keine signifikanten Unterschiede gebe, bei jenen, die mit oder ohne dem Medikament versorgt wurden.

Coronavirus in den USA: Trumps Corona-Empfehlung stößt auf Kritik - „Es wird Sie töten“

Eine Studie des US-Departments für Veteranen-Angelegenheiten hätte nun ergeben, dass besonders Risikopatienten nach einer solchen Behandlung gestorben seien. „Wenn Sie dieses Medikament als Schutz vor dem Virus einnehmen oder sogar mit dem Virus zu kämpfen haben und Sie sind in dieser Risikogruppe, dann wird es Sie töten. Ich kann es nicht genug betonen: Das wird Sie töten“, sagte der Fox-News-Journalist. Dieses Risiko sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, nur, „weil der Präsident der Vereinigten Staaten sagt, es ist ok“. Der Journalist betont: „Ich sage das nicht, um einen politischen Punkt zu erreichen - sondern einen Punkt, bei dem es um Leben und Tod geht.“

Trumps Corona-Politik ist weiter harter Kritik ausgesetzt - jetzt öffnen die Disneyland-Ressorts, obwohl es mehr als zwei Millionen Infizierte gibt. Trumps Amtskollege, Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, riss sich indes den Mund-Nasen-Schutz vor Reportern vom Gesicht - trotz Sars-CoV-2-Infektion.

Auch der deutsche Virologe Christian Drosten* hat vor dem „Wundermittel“ Hydroxychloroquin gewarnt. Es helfe nicht im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. Im Gegenteil: Eine Studie ergab sogar, dass die Sterberate bei Patienten, die mit dem Mittel behandelt wurden, deutlich höher war als bei einer Behandlung ohne dieses Medikament.

Außenminister Heiko Maas stellt sich in einer ARD-Sendung den Fragen der User - eine wird im Internet heftig kritisiert. Die Politik blitzt mit einer Impfstoff-Forderung bei der Pharmaindustrie ab - diese offenbart ein grundlegendes Problem.

Die Corona-Krise hat die Debatte um Preiserhöhungen für Fleischprodukte neu angefacht - auch ein CSU-Politiker plädiert dafür.

nai mit dpa

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © AFP / BRENDAN SMIALOWSKI

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