CDU-Politiker sieht Fehler

Merkels Corona-Politik: Röttgen äußert scharfe Kritik - „Wir sind immer zu spät“

CDU-Politiker Norbert Röttgen steht an einem Rednerpult und spricht
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Norbert Röttgen sieht Verbesserungspotenzial bei der deutschen Corona-Politik.

Die ersten Corona-Impfungen sind in Deutschland angelaufen. Allerdings könnte es zu Problemen mit dem Impfstoff-Nachschub kommen. Norbert Röttgen übt Kritik.

  • Die Covid-19-Fallzahlen sind in Deutschland weiterhin sehr hoch.
  • Seit 27. Dezember hierzulande Corona-Risikogruppen und wichtiges medizinisches Personal geimpft.
  • Trotzdem läuft die Versorgung mit Impfstoff-Dosen nicht ganz rund.

Berlin - Kurz vor Weihnachten atmeten viele Menschen in Deutschland auf. Nach wochenlanger Prüfungsphase wurde der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer in der EU zugelassen. Seitdem konnte das Serum auch hierzulande im Kampf gegen das Coronavirus* eingesetzt werden.

Den ersten Menschen in Deutschland wurde es bereits verabreicht. Bislang wurde in der Europäischen Union neben dem Biontech/Pfizer-Impfstoff kein weiterer zugelassen. Dagegen erteilte Großbritannien mit dem Serum der Universität Oxford und des Pharmakonzerns AstraZeneca schon dem zweiten Impfstoff die Zulassung.

Unterdessen drohen innerhalb der EU Engpässe beim Corona-Impfstoff. Kritische Worte kamen von Biontech-Chef Ugur Sahin, der der Europäischen Union Versäumnisse vorwarf. Man habe in der EU zu lange gebraucht, bis der Bestellauftrag rausging, sagte Sahin*. Auch die georderte Menge erschien einigen Kritikern ausbaufähig.

Norbert Röttgen (CDU): Fehler bei Corona-Politik - Deutschland „immer wieder zu spät“

Deshalb musste die Bundesregierung sich für ihre Corona-Politik Kritik anhören. Aus Sicht von CDU*-Politiker Norbert Röttgen*, der sich auch im Wahljahr 2021 um den CDU-Vorsitz bemüht, wurden Fehler im Umgang mit der Corona-Pandemie* gemacht. „Es ist eine der Lehren des Jahres, dass wir trotz der Erfahrungen der ersten Welle immer noch und immer wieder zu spät waren und sind“, sagte Röttgen im Interview mit der Welt.

„Das müssen wir selbstkritisch bewerten, an dieser Stelle müssen wir uns verändern, auch mit Blick auf andere Krisen“, mahnte der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz*. „Sonst verspielen wir das neu gewonnene Vertrauen der Menschen gleich wieder.“

Video: Premiere bei der CDU - Vorsitz wird digital gewählt

Zwar habe die Bundesregierung um Kanzlerin* Angela Merkel* zu Beginn der Corona*-Krise eine gute Figur gemacht, befand Röttgen. „Das hat ein tiefgründiges Vertrauen zurückgebracht, das nachhallt.“ Allerdings stehe die Politik in der Pflicht, weiterhin die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nur so könne man sich des anhaltenden Vertrauens der Bevölkerung sicher sein, gab Röttgen zu Bedenken.

Norbert Röttgen (CDU): Einschränkungen aufheben, „wenn jemand andere nicht gefährden kann“

Bei der Frage, ob Geimpfte Sonderrechte bekommen sollen, sah Röttgen „einige praktische Schwierigkeiten. Man kann ja keinem ansehen, ob er geimpft ist. Soll jeder einen Impfausweis mit sich tragen? Und dann müsste es ja auch Kontrollen geben.“

Der Christdemokrat sieht die Situation eindeutiger, „wenn jemand andere nicht mehr gefährden kann.“ Röttgen verdeutlichte: „Wenn die praktischen Fragen gelöst sind und es für die Einschränkungen keinen sachlichen Grund mehr gibt, dann müssen sie aufgehoben werden.“ (kh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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