Pandemie in Deutschland

Boostern gegen Corona: Spahn (CDU) will Impfzentren zurück

In Deutschland steigen wieder die Coronavirus-Fallzahlen. Nun will Jens Spahn die Impfzentren reaktivieren und fordert eine Impfeinladung für alle Ü60-Jährigen.

Berlin – Inzidenzwerte deutlich über 100 und Politiker, die vor den kommenden Monaten warnen: Das Coronavirus ist in Deutschland seit einigen Wochen wieder auf dem Vormarsch und bereitet den Gesundheitsexperten Sorge. Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte nun die Länder auf, angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen die Impfzentren wiederzueröffnen. „Um möglichst vielen möglichst schnell eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, sollten die Länder die Impfzentren, die sie seit Ende September in Standby bereithalten, nun wieder startbereit machen“, sagte er der Rheinischen Post. Währendessen erreicht die Belegung auf den niedersächsischen Intensivstationen einen kritischen Wert.

Deutscher Bundesminister für Gesundheit:Jens Spahn
Geboren:16. Mai 1980 (Alter 41 Jahre), Ahaus
Größe: 1,92 m
Amt:Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2002

Corona: Jens Spahn fordert von Ländern, die Impfzentren wieder zu öffnen

Wie der CDU-Politiker zudem sagte, sei es in einem ersten Schritt nun wichtig, alle Menschen, die älter als 60 Jahre sind, zu einer Auffrischimpfung schriftlich einzuladen. Dies habe bei den Erstimpfungen auch gut geklappt. Auf Twitter schließt sich Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) den Einschätzungen des Gesundheitsministers an: „Impfzentren sollten wir wieder öffnen und gezielt alle Ü 70 zum Booster einladen. Das entspricht der Stiko-Empfehlung. Die Stiko ist unabhängig und politischer Druck nicht richtig. Trotzdem wäre es sinnvoll, wenn Empfehlungen für Jüngere vorbereitet würde“, schreibt der Politiker.

Spahn hatte erst vor wenigen Tagen das Ende der pandemischen Lage gefordert. Auch die Ampel-Koalitionen hatten sich für einen ähnlichen Weg ausgesprochen und diskutieren derzeit in ihren Koalitionsgesprächen die Einzelheiten für die kommenden Monate. Derzeit ist geplant, die Notlage Ende November nicht zu verlängern und im Frühling 2022 weitestgehend zu einer Normalität zurückzufinden. Auch Karl Lauterbach hatte zuletzt Sympathien für das Ende der pandemischen Lage geäußert und gleichzeitig die Notwendigkeit von weiteren Regeln betont.

Jens Spahn, geschäftsführender Bundesgesundheitsminister. Angesichts stark steigender Corona-Zahlen fordert der CDU-Politiker die Länder auf, ihre Impfzentren wieder hochzufahren.

In der Phase der zunehmenden Corona-Fallzahlen zeigt sich auch Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen unzufrieden mit der jetzigen Impf-Infrastruktur. Besonders in der Kritik: der Verlauf der Impfungen in den Praxen von niedergelassenen Ärzten. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte der Grüne: „Nach der Schließung der meisten Impfzentren erfüllen die Praxen die in sie gesetzten Erwartungen erkennbar nicht, weder bei den Erst- noch bei den Booster-Impfungen.“ Das Tempo bei den Erst- und Zweitimpfungen sowie bei den Boostern würde nicht ausreichen. Als Ausweg aus der Situation sieht er die Möglichkeit, beispielsweise bei Apotheken impfen zu lassen.

Corona: Einige Politiker fordern Sondergipfel

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt derzeit die Auffrischungen für Menschen ab 70, Bewohner in Pflegeeinrichtungen, Pflegepersonal sowie für Personen mit direktem Kontakt zu alten Menschen und mit geschwächtem Immunsystem – Anfang Oktober stufte die Kommission auch den Impfschutz von Johnson und Johnson herab. Angesichts der steigenden Fallzahlen forderten mehrere Politiker einen gesonderten Gipfel zum Thema Impfen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zeigte sich hingegen skeptisch, ob ein Treffen sinnvoll wäre. „Wenn wir dort nicht zum Plaudern zusammenkommen wollen, dann frage ich, was wollen wir denn verabreden und was bietet uns der Bundesgesundheitsminister an? Wir sind dabei, die Booster-Impfungen durchzusetzen. Wir haben die Ältesten schon wieder eingeladen“, sagte der Politiker.

CSU-Chef Markus Söder, Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) und Lauterbach hatten hingegen ein Treffen befürwortet. Der SPD-Politiker hat in den vergangenen Wochen immer wieder Ambitionen für ein MInisteramt gezeigt.

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Während sich die Politik noch uneins darüber ist, wie in der jetzigen Situation mit dem Coronavirus umgegangen werden sollte, steigen die Fallzahlen in mehreren Bundesländern rapide an und verdeutlichen, dass ein schnelles Gegenlenken erforderlich sein könnte. Im Freistaat Sachsen etwa stieg die Sieben-Tage-Inzidenz nach Informationen des Robert Koch-Instituts auf 291,6 an. Das ist im bundesweiten Vergleich allerdings nur der zweithöchste Wert: Thüringen erreichte am Montag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 307,1. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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