Notfallplan

Corona-Gipfel: Omikron bringt Teil-Lockdown und Kontaktbeschränkungen für Geimpfte

Omikron-Alarm in Deutschland: Vor dem Corona-Gipfel werden bereits Notfallpläne erarbeitet. Die Prognosen sind düster. Geimpften drohen wieder strenge Regeln.

Berlin – Stürzt die Omikron-Welle das Land ins Chaos? Angesichts immer düsterer Prognosen sorgt sich die Bundesregierung zunehmend um die Aufrechterhaltung des alltäglichen Lebens. Demnach sollen Bund und Länder einen Fahrplan für einen Notbetrieb der kritischen Infrastruktur erarbeiten, wie aus der Beschlussfassung für den anstehenden Corona-Gipfel hervorgeht, über die die Bild-Zeitung zuerst berichtet hat. Es drohe die Gefahr, dass in den kommenden Wochen durch millionenfache Infektionen ein Großteil von Arbeitskräften und Beamten ausfallen könnten, hieß es.

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Neuentdeckte Variante aus dem südlichen Afrika:Variante Omikron (B.1.1.529)

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer kommen am Dienstag mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und dem neuen Corona-Krisenstab zu einem Gipfel zusammen. Das Treffen, das von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ausdrücklich begrüßt wurde, war kurzfristig wegen der rasanten Ausbreitung der neuen Omikron-Virusvariante einberufen worden. Bereits am Montag liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Es wird davon ausgegangen, dass kurz vor Weihnachten noch einmal strengere Corona-Regeln beschlossen werden.

Corona-Regeln: Bund und Länder planen wegen Omikron einen Teil-Lockdown ab dem 28. Dezember

Denn die Szenarien lassen wenig Gutes befürchten – trotz der Zulassung von neuen Impfstoffen wie Novavax. Im Gegenteil, denn nach Hochrechnungen der Bundesregierung werden spätestens im Februar alle Deutschen auf die eine oder andere Weise mit der Omikron-Variante in Berührung kommen. Zwar gelten die Krankheitsverläufe nach bisherigen Erkenntnissen als milder im Vergleich zur Delta-Variante.

Verordnet einen Teil-Lockdown nach Weihnachten: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). (kreiszeitung.de-Montage)

Doch Omikron gilt als ansteckender*, weswegen das 19-köpfige Expertengremium von Kanzler Scholz davon ausgeht, dass enorm viele Deutsche zeitgleich in Quarantäne müssen. Die Folgen wären erheblich: Denn so fallen Arbeitskräfte und Beamte tausendfach aus. Man habe es mit einer „neuen Dimension“ im Pandemie-Geschehen zu tun, warnte ein Regierungsmitglied im Gespräch mit dem Business Insider.

Vor diesem Hintergrund soll nun jeder Bereich und alle Länder- und Bundesministerien, Notfall- und Reservepläne zu erstellen, um dann in einen „Notbetrieb“ umschalten zu können, heißt es in der Beschlussvorlage, die am Montagnachmittag in mehreren Medien durchsickerte. Doch die Erstellung dieser Pläne alleine reicht aus Sicht der Experten nicht aus, um die sogenannte fünfte Welle zu brechen. So sollen Bund und Länder am Dienstag über weitere Maßnahmen entscheiden. Hier der Überblick:

Omikron-Gipfel: Düstere Szenarien – diese Corona-Regeln planen die Länder laut Beschlussvorlage

  • Zugangsbeschränkung für Ungeimpfte: Bundesweit ist der Zugang zu Einrichtungen und Veranstaltungen der Kultur- und Freizeitgestaltung (Kinos, Theater, Gaststätten, etc.) sowie zum Einzelhandel (Ausnahme: Geschäfte des täglichen Bedarfs) nur für Geimpfte und Genesene (2G) möglich. Ergänzend kann ein aktueller Test vorgeschrieben werden (2G-Plus), was mitunter in Niedersachsen bereits gilt.
  • Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte: Sie gelten fort. Demnach dürfen sich Personen des eigenen Haushalts mit höchstens zwei Personen eines weiteren Haushaltes treffen.
  • Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genese: Ab dem 28. Dezember gilt auch für sie eine strengere Regelung. So sollen auch für diese Personengruppen die Kontaktbeschränkungen verschärft werden. So sollen sich geimpfte Erwachsene bei privaten Zusammenkünften nur noch mit maximal zehn Personen treffen dürfen, Jugendliche bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Die Personenoberzahl gilt drinnen wie draußen. Nimmt eine ungeimpfte Person an dem Treffen teil, gelten die Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Personen.
  • Clubs und Diskotheken: Die sogenannten „Tanzlustbarkeiten“ in Innenräumen sollen wieder geschlossen. Überbrückungshilfen für die Betreiber werden bereitgestellt.
  • Großveranstaltungen: Überregionale Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen werden erneut deutlich eingeschränkt. Es werden Begrenzungen der Auslastung und eine absolute Obergrenze von Zuschauenden festgelegt.

Lockdown nach Weihnachten: Geimpfte und Genese müssen Kontaktbeschränkungen hinnehmen

Die Beschlussvorlage zielt auf einen Teil-Lockdown nach Weihnachten ab. So sollen vor allem die Massenveranstaltungen zu Silvester weitgehend unterbunden werden, um das ohnehin hohe Infektionsgeschehen nicht weiter anzufachen. Ein härteres Eingreifen in die Weihnachtsplanung der Deutschen hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) jedoch am Wochenende noch ausgeschlossen.

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Diese Haltung wurde am Montag noch einmal bekräftigt. „Wir wollen die Einladungen, die für Weihnachten ausgesprochen worden sind, nicht ad acta legen“, sagte SPD-Parteichefin Saskia Esken laut fr.de. Zusätzliche Beschränkungen nach den Feiertagen seien aber unvermeidlich. So sieht das auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst: Eine weihnachtliche Kaffeetafel oder ein Abendessen im Kreis der Familie werde auch dieses Jahr möglich sein, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. „Aber die große Silvestersause wird es nicht geben können.“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Kenzo Tribouillard/Frank Molter/dpa

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