Köpping verurteilt Aktion

Corona-Protest: Fackel-Aufmarsch bei Sachsens Gesundheitsministerin

Petra Köpping
+
Petra Köpping (SPD) bei einer Pressekonferenz.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) ist von Demonstranten an ihrer Privatadresse aufgesucht worden. Die Gegner der Corona-Politik waren mit Fackeln bewaffnet.

Dresden – Offenbar um ihren Frust Ausdruck zu verleihen und die Corona-Maßnahmen in Sachsen zu kritisieren, sind am Freitagabend Demonstranten mit Fackeln bewaffnet vor das Privathaus von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) gezogen. Die Politikerin verurteilte den Fackel-Aufmarsch scharf. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte sie, dass sachliche Kritik völlig legitim sei. „Ich bin immer gesprächsbereit. Fackel-Proteste vor meinem Haus aber sind widerwärtig und unanständig“, so Köpping.

Mitglied des Bundesrates der Bundesrepublik Deutschland:Petra Köpping
Geboren:12. Juni 1958 (Alter 63 Jahre), Nordhausen
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt:Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen

SPD-Politikerin Köpping: Demonstranten wollen sie mit Fackeln einschüchtern

Die SPD-Politikerin erklärte, sie wisse, dass das keine Proteste seien, sondern organisierte Einschüchterungsversuche von Rechtsextremisten und Verschwörungsgläubigen. Ralph Schreiber, Sachsens Regierungssprecher, teilte nach der Demonstration mit, dass die Staatsregierung darin eine Grenzüberschreitung sehe, die das Ziel verfolge, Verantwortungsträger einzuschüchtern. „Als Konsequenz werden die Schutzmaßnahmen für Amtsträger und ihre Familien weiter erhöht.“

„Ich danke für die vielen unterstützenden Schreiben und Anrufe und werde mich von den permanenten Pöbeleien und Attacken auch weiterhin nicht einschüchtern lassen“, so Köpping. Sie sagte aber auch, dass solche Einschüchterungsversuche nicht selten gewalttätig enden würden. Das sei gefährlich für jeden Einzelnen und für den Zusammenhalt. Gleichzeitig verdeutlichte sie die Notwendigkeit der aktuellen Coronamaßnahmen im Freistaat. Es würde bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie um Menschenleben gehen, so die Politikerin.

Fackel-Proteste: Innenminister für schnelle Ahndung

Roland Wöller (CDU), Innenminister von Sachsen, hat nach den Protesten ein „klares und schnelles Signal des Rechtsstaats“ gefordert. „Es kommt jetzt auch darauf an, dass wir mit der Staatsanwaltschaft eine Verfahrensweise finden, um begangene Verstöße schnell zu ahnden“, so der Politiker gegenüber der dpa. Für das Verhalten der Demonstranten fehle ihm jedes Verständnis: „Es ist unfassbar, wie hemmungslos Hass und Hetze verbreitet werden.“

„Gerade in einer solchen Krise brauchen wir gemeinsame Werte und Zusammenhalt“, sagte Wöller und sprach sich für mehr Zivilcourage in der Gesellschaft aus.

Corona in Sachsen: Gegner der Maßnahmen lassen Ärger an Gesundheitsministerin Petra Köpping aus

Um gegen die landesweite Corona-Politik zu protestieren, hatten sich am Freitagabend Gegner der Maßnahmen im sächsischen Grimma versammelt. Laut rufend mit Fackeln und Plakaten sollen sie sich vor Köppings Wohnhaus versammelt haben. Die Polizei erstattete Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und prüft Verstöße gegen die Corona-Verordnung. Wie eine Sprecherin der Polizei am Samstagmorgen mitteilte, hätten sich rund 30 Menschen vor dem Haus versammelt. Als die Beamten vor Ort eintrafen, seien die Menschen in mehreren Fahrzeugen geflüchtet. Mehrere Autos konnten gestoppt und die Identität von 25 Menschen festgestellt werden.

Das Wichtigste aus der Politik: Immer dienstags und freitags ausgewählt von unserer Politikredaktion und um 7:30 Uhr verschickt – jetzt kostenlos anmelden.

Seitens der SPD Sachsen sowie von den SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans gab es scharfe Kritik an den Protesten. „Auch wenn die paar Hansel da versuchen, Angst und Schrecken zu verbreiten: die Vernunftbegabten und Verantwortungsbereiten sind die große Mehrheit, und die steht an Deiner Seite!“, schrieb Esken auf Twitter. „Was sich gestern vor dem Haus von Petra @Koepping zugetragen hat, hat mit Sorge und Freiheitsdrang nichts zu tun. Das ist in Art und Auftritt faschistoid“, kommentierte Walter-Borjans auf Twitter.

Corona-Welle in Sachsen besonders heftig

Sachsen ist in den vergangenen Wochen besonders stark von der Pandemie betroffen. Viele Landkreise weisen eine extrem hohe Sieben-Tage-Inzidenz auf. Nach dem inoffiziellen Bund-Länder-Gespräch am Dienstag betonte Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident Sachsens, die Notwendigkeit der verschärften Maßnahmen, um die Kontrolle über die Pandemie wiederzuerlangen.

Im Landtag soll am Montag darüber entschieden werden, ob in Sachsen die epidemische Lage ausgerufen wird. Damit will die Regierung Rechtssicherheit für eine Fortsetzung bestehender Schutzmaßnahmen und ihre mögliche Erweiterung erlangen. Gegenwärtig gelten im Freistaat bereits deutlich strengere Corona-Regeln als in anderen Bundesländern. (Mit Material der dpa) *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Nach Impfkritik: Sahra Wagenknecht wohl mit Corona infiziert

Nach Impfkritik: Sahra Wagenknecht wohl mit Corona infiziert

Nach Impfkritik: Sahra Wagenknecht wohl mit Corona infiziert
Corona-Bonus: Diese Arbeitnehmer bekommen 2022 die Geld-Prämie

Corona-Bonus: Diese Arbeitnehmer bekommen 2022 die Geld-Prämie

Corona-Bonus: Diese Arbeitnehmer bekommen 2022 die Geld-Prämie
Impfpflicht in Deutschland: Wer ist dafür – und wer dagegen?

Impfpflicht in Deutschland: Wer ist dafür – und wer dagegen?

Impfpflicht in Deutschland: Wer ist dafür – und wer dagegen?
ALG-II: Forscher fordert Hartz-IV-Zuschlag – Bürgergeld „semantische Kosmetik“

ALG-II: Forscher fordert Hartz-IV-Zuschlag – Bürgergeld „semantische Kosmetik“

ALG-II: Forscher fordert Hartz-IV-Zuschlag – Bürgergeld „semantische Kosmetik“

Kommentare