Drei Wochen Lockdown

Corona-Notbremse in den Niederlanden – Widerstand aus der Bevölkerung

Coronavirus - Proteste in den Niederlande.
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Ein Demonstrant wirft Gegenstände in Richtung Polizei, nachdem die Niederlande einen neuen Lockdown beschlossen hatte.

Die Corona-Zahlen in den Niederlanden steigen rasant. Nun geht das Land wieder in einen Teil-Lockdown. Dagegen regt sich großer Widerstand.

Den Haag – Die große Freiheit in den Niederlanden ist vorerst vorbei, die Regierung in Den Haag zieht erneut die Corona-Notbremse, damit geht das Land für mindestens drei Wochen in einen Teil-Lockdown. Auf den Straßen liefern sich Demonstranten und Polizei deshalb regelrechte Straßenschlachten. Auch in Deutschland wird derzeit wieder über einen neuen Corona-Lockdown diskutiert. Bereits seit dem Sommer reihen sich die Niederlande in die Liste der Corona-Hochrisikogebiete ein.

Gesellschaft reagiert empört auf Corona-Notbremse

Unternehmer, Sportverbände und Gastwirte reagierten empört auf den Lockdown-Beschluss. Der Gaststättenverband warnte sogar davor, dass sich Wirte nicht mehr an die Regeln halten würden: „Die Grenze ist erreicht. Unternehmer sind wütend“, sagte der Vorsitzende des Gaststättenverbandes, Robèr Willemsen. Bereits im September wurde Kritik aus der Gastronomie laut als die Niederlande einen neuen Corona-Pass für Gastro-Betriebe eingeführt hatte.

LandNiederlande
Fläche41.543 km²
Bevölkerung17,44 Millionen
HauptstadtAmsterdam

„Diese Eingriffe sind einschneidend und werden alle treffen“, erklärt Ministerpräsident Mark Rutte. Doch wie emotional die erneuten Einschränkungen seien können, zeigen gewaltvolle Demonstrationen in verschiedenen Städten der Niederlande. Eine Versammlung in Den Haag wurde von der niederländischen Polizei mit Wasserwerfern aufgelöst. Einsatzkräfte seien zuvor mit Steinen und Böllern beworfen worden.

Nach Lockdown-Beschluss: Jagdszenen in Den Haag

Die Polizei setzte auch Hunde gegen die Demonstrantinnen und Demonstranten ein. Bei den Auseinandersetzungen auf der Straße seien zudem mehrere Schaufenster zerstört wurden, nach Angaben der Polizei seien zudem immer wieder Feuerwerkskörper in unmittelbarer Menschennähe explodiert. Um die Demonstration unter Kontrolle zu bekommen hätten die Beamtinnen und Beamten Protestierende in einen nahegelegenen Park getrieben. Dabei kam es zu wahrlichen Jagdszenen auf der Straße und mehreren Festnahmen.

Rund zwei Runden habe das Chaos auf der Straße angedauert. Bereits bei der Pressekonferenz der Regierung habe es auf den Straßen Den Haags Proteste gegeben. Dabei habe es auch erste gewaltvolle Ausschreitungen gegeben. Als die Maßnahmen dann endgültig verkündet waren, habe sich die Stimmung immer mehr aufgeheizt. Bereits zuvor sickerte durch, dass die Regierung angesichts der Infektionslage wieder auf harte Maßnahmen zurückgreifen würde.

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Mit dem Lockdown müssen Gastronomie-Betriebe und Supermärkte am Samstag bereits um 20 Uhr schließen, andere Geschäfte sogar schon um 18 Uhr. Zudem kehrt die 1,5 Meter-Abstandregel zurück, Homeoffice ist gewünscht und Bewohnerinnen und Bewohner sollen täglich höchstens vier Besucher zu Hause empfangen. Bei Sportveranstaltungen sind Zuschauerinnen und Zuschauer vorerst wieder nicht gestattet. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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