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Wegen Corona: Lauterbach schluckt Paxlovid – und irritiert die Deutschen

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Von: Jens Kiffmeier

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Hat Corona und schwört auf das Medikament Paxlovid: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).
Hat Corona und schwört auf das Medikament Paxlovid: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). © Michael Kappeler/dpa

Erst Joe Biden, dann Karl Lauterbach: Der Gesundheitsminister behandelt seine Corona-Erkrankung mit Paxlovid. Doch bei Twitter fragen sich viele: warum?

Berlin – Neue Debatte um Karl Lauterbach: Der Gesundheitsminister hat sich nach seiner Corona-Erkrankung aus der Quarantäne gemeldet. Bislang verlief seine Infektion offenbar milde, dennoch schluckt der SPD-Politiker aus Deutschland das Medikament Paxlovid. Er wolle damit „Komplikationen vermeiden“, verriet er selber auf Twitter. Doch viele Nutzer zeigten sich irritiert. Denn der Einsatz der Corona-Pille scheint auf den ersten Blick nicht so ganz zu Lauterbachs Krankheitsverlauf zu passen. Was ist da also los?

Corona in Deutschland: Karl Lauterbach (SPD) ist positiv getestet – bei Twitter verrät er Einnahme von Paxlovid

Erst vor zwei Tagen hatte der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) seine Corona-Infektion öffentlich gemacht – ebenfalls per Twitter. Der Sozialdemokrat war nach Angaben seines Ministeriums am Donnerstagabend (4. August) positiv getestet worden. Er soll sich umgehend in häusliche Isolation begeben haben. Seine Amtsgeschäfte wollte er aber zunächst von dort weiterführen. Wie er selber berichtete, litt er nur unter geringen Symptomen. Dennoch setzt er zur Vorsicht auf das Corona-Medikament Paxlovid.

In den sozialen Netzwerken stieß seine Ankündigung auf viele Reaktionen. Während einige Nutzer ihm gute Besserung wünschten, fragten sich viele andere, warum die Corona-Pille nötig ist. Entwickelt wurde das Medikament vom deutsch-amerikanischen Pharmakonzern Pfizer. Empfohlen wird die Einnahme Patientinnen und Patienten, die nicht schwer erkrankt sind, aber ein erhöhtes Risiko für einen Krankenhausaufenthalt zur Behandlung der Corona-Infektion aufweisen. Risikofaktor kann das Alter sein, was bei Lauterbach aber wohl eher nicht zum Tragen kommt. Der Minister ist 59 Jahre alt. Jedoch ist auch klar: Die komplette Gesundheitsakte des SPD-Politikers wird natürlich nicht an die Öffentlichkeit verraten.

Karl Lauterbach hat Corona – wie US-Präsident Joe Biden schwört er auf Paclovid

Lauterbach befinden sich jedenfalls in guter Gesellschaft. Auch US-Präsident Joe Biden war kürzlich Corona positiv getestet worden. Der 78-Jährige hatte ebenfalls das Medikament Paxlovid verschrieben bekommen – mit der Folge, dass er eine Woche nach seiner Genesung schon wieder einen positiven Test aufweisen konnte. Der sogenannte Rebound-Effekt ist dabei eine bekannte Nebenwirkung der Corona-Pille.

Paxlovid gegen Corona-Infektion: Wegen Nebenwirkungen muss Pille von einem Arzt verschrieben werden

Grundsätzlich kombiniert die Pfizer-Tablette zwei Wirkstoffe, die die Vermehrung des Coronavirus hemmen soll. Die Pille soll dabei bereits in einem Frühstadium der Erkrankung eingenommen werden. Studien zeigten, dass dadurch das Risiko für einen Klinikaufenthalt um 90 Prozent gesenkt werden kann. In Deutschland ist das Medikament offiziell zugelassen. Jedoch ist es verschreibungspflichtig und sollte auch nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Denn die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ist groß, wodurch die Gefahr von Nebenwirkungen steigt.

Corona-Herbst 2022: Lauterbach stimmt Deutsche auf neue Corona-Regeln ein

Lauterbach selber will jedenfalls schnell wieder raus aus der Quarantäne und zurück in die Politik. Denn Deutschland bereitet sich auf eine neue Corona-Welle vor. Experten rechnen fest damit, dass die Fallzahlen nach Ende des Sommers wieder stark ansteigen werden, angefeuert durch neue Omikron-Virusvarianten. In der vergangenen Woche einigte sich der Gesundheitsminister bereits mit seinem Kabinettskollegen Marco Buschmann (FDP) auf die Novellierung des Infektionsschutzgesetzes.

Ohne neue Corona-Regeln werde es im anstehenden Corona-Herbst 2022 nicht gehen, hieß es. Spätestens dann soll aber auch ein neuer Omikron-Impfstoff zur Verfügung stehen. Gut möglich, dass dadurch dann der Einsatz der Corona-Pille Paxlovid weniger nötig wird.

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