Corona-Krisenstab im Kanzleramt

Corona-Lage in Deutschland: Jetzt soll es ein General richten

Ein Krisenstab soll das Vorgehen gegen die Corona-Pandemie regeln. Während Politiker noch uneins über das Vorgehen sind, breitet sich die Omikron-Variante weiter aus.

Berlin – Wie kommt Deutschland am besten durch die vierte Welle der Corona-Pandemie, besonders in Hinblick auf die neue Omikron-Variante*? Angesichts der Lage ist derzeit auch wieder ein Lockdown im Gespräch. Mit Blick auf die vergangenen Tage zeigt sich deutlich, dass sich die Pandemie immer mehr zum ersten Prüfstein der künftigen Ampel-Regierung entwickelt. Wenn es nach den Interessen der Ampel-Koalition geht, soll ein neuer Corona-Krisenstab im Kanzleramt bald die Führung übernehmen. Wie Medien berichten, soll an der Spitze des Stabs ein General der Bundeswehr stehen. Das sagte auch FDP-Chef Christian Lindner am Sonntagabend.

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Neuentdeckte Variante aus Südafrika:\tVariante Omikron (B.1.1.529)

Steigende Inzidenzwerte, volle Intensivstationen und eine zu langsame Impfkampagne: Die Lage in Deutschland ist ernst, doch bald könnte der Kampf gegen die Pandemie nach portugiesischem Vorbild aufgenommen werden. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom Montag ist für die Leitung des neuen Corona-Krisenstabs Generalmajor Carsten Breuer im Gespräch. Der 56-Jährige ist Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr – und damit für Einsätze der Streitkräfte im Inland verantwortlich. Währenddessen schließen Experten auch einen erneuten Lockdown nicht mehr aus.

Corona-Krisenstab in Deutschland: Politiker für schnelles Handeln

Doch bis der Corona-Krisenstab im Kanzleramt seine Arbeit aufnehmen kann, könnte es noch etwas dauern. Die Ampel-Parteien sind sich wieder einmal uneinig, ob es wegen der extrem angespannten Lage in Deutschland nicht zunächst ein anderes Handeln bedürfe. Streit gibt es unter anderem darum, ob der von den Ampel-Parteien geänderte Infektionsschutz ausreicht, um die vierte Corona-Welle zu brechen. Nach Lindners Aussage könnte das neue Gremium noch diese Woche mit der Arbeit starten, SPD-Chefin Saskia Esken nannte auf Twitter „in Kürze“ als Zeithorizont.

In Deutschland wütet weiter das Coronavirus. Ein neuer Krisenstab soll künftig das Vorgehen koordinieren.

Bei Anne Will sagte er am Sonntagabend: „Jeder, der medizinisch verantwortbar eine Spritze halten kann, um eine Impfung zu geben, soll das in den nächsten Wochen tun.“ Der Politiker sprach sich damit für eine deutliche Ausweitung der Impfkampagne in Deutschland aus. Bis Weihnachten müssten viele Millionen Menschen Booster-Impfungen bekommen, so Lindner. Zudem sollen Menschen auch weiterhin die Möglichkeit haben, eine Erstimpfung verabreicht zu bekommen. Lindners Einschätzung nach müssten auch Apotheken an der Impfkampagne beteiligt werden, wenn das medizinisch möglich sei.

Corona in Deutschland: Grüne für kurzfristige neue Regelungen

Grüne-Chefin Annalena Baerbock sprach sich ebenfalls für eine großangelegte Booster-Kampagne aus. Zudem müssten Vorbereitungen für Kinder-Impfungen getroffen werden. Sobald dieser Impfstoff da sei, sollten vor jeder Schule mobile Impfbusse stehen, um Kinder zu impfen, so Baerbock. Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen spricht sich für weitere Schritte im Kampf gegen die Pandemie aus: „Die geschäftsführende und neue Bundesregierung wird sich damit beschäftigen müssen, welche zusätzlichen Regelungen kurzfristig auf den Weg gebracht werden müssen, um flankierend zu den schon möglichen Schutzmaßnahmen eine noch konsequentere Bekämpfung der Pandemie zu ermöglichen“, so er Politiker gegenüber Welt.

Er und Baerbock machten deutlich, dass man mit weiteren Entscheidungen nicht bis zum 9. Dezember warten könne – dann soll nach aktuellem Plan eine weitere Ministerpräsidentenrunde stattfinden. Nach Einschätzung von Dahmen müssten Bund und Länder darüber sprechen, wie sichergestellt werde, dass Maßnahmen auch ausgeführt und kontrolliert werden. „Und das müssen wir vor dem 9. Dezember tun.“ Schon jetzt gelten in Deutschland wieder 3G-Regeln am Arbeitsplatz und eine Homeoffice-Regelung. Unterdessen fordert die Leopoldina umgehende Kontaktbeschränkungen für Deutschland.

Corona-Maßnahmen: FDP und SPD wollen nicht voreilig handeln

Während die Grünen auf schnelles Handeln und Veränderungen drängen, wollen SPD und FDP erst die bestehenden Möglichkeiten ausschöpfen und warnen vor voreiligen Maßnahmen. „Wir müssen nun erst einmal ein paar Tage sehen, ob und wie die Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes wirken“, sagte SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese der Deutschen Presse-Agentur. Auch Sabine Dittmar (SPD), gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, vertrat eine ähnliche Auffassung: „Die Bundesländer haben alle rechtlichen Möglichkeiten in der Hand, um Beschränkungen im öffentlichen und privaten Raum anzuordnen. Diese müssen sie entschlossen nutzen“, sagte sie der Augsburger Allgemeinen.

Das Wichtigste aus der Politik: Immer dienstags und freitags ausgewählt von unserer Politikredaktion und um 7:30 Uhr verschickt – jetzt kostenlos anmelden.

Durch die vorherrschende Delta-Variante in Deutschland ist das Gesundheitssystem derzeit bereits stark ausgelastet. Zusätzliche Sorgen bereitet nun die neu entdeckte Omikron-Variante des Coronavirus. Diese neue Mutation ist mittlerweile in zahlreichen Ländern aufgetaucht und wird von der Weltgesundheitsorganisation als „besorgniserregend“ eingestuft. Während Experten vor der neuen Variante warnen und Deutschland verschärfte Reisebeschränkungen erlassen hat, macht der Impfstoffhersteller Pfizer/Biontech Hoffnung.

Omikron-Virusvariante bereitet Experten und Politikern Sorgen

Wie der Business-Insider mit Verweis auf den Impfstoffhersteller berichtet, sei es für das Unternehmen möglich, innerhalb von hundert Tagen eine aktualisierte Version des Vakzins herzustellen und auf den Markt zu bringen, falls sich die Omikron-Variante als resistent gegen den aktuellen Impfstoff erweisen würde. „Biontech hat bereits vor Monaten Maßnahmen ergriffen, um den mRNA-Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von hundert Tagen auszuliefern, falls es sich um eine Ausbruchsvariante handelt“, so das Unternehmen in einer Mitteilung.

Auch die Impfstoffhersteller Moderna und Johnson & Johnson würden sich nach Business-Insider-Informationen darauf vorbereiten, gegebenenfalls ihren Impfstoff zu modifizieren. Angesichts der fehlenden Datenlage und der schnellen Ausbreitung der Virusvariante zeigte sich der Berliner Virologe Christian Drosten am Sonntag im heute journal besorgt. Man müsse nun zunächst die klinischen Verläufe abwarten, erklärte der Experte. Bisher sei aber auffällig, dass sich häufig auch jüngere Menschen anstecken würden. Zudem seien auch Patienten betroffen, die bereits eine Covid-Erkrankung hinter sich haben. Seine Befürchtung sei, dass man die erste „Immunfluchtmutante“ vor sich habe. *kreiszeitung.de und 24hamburg sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Corona-Bonus: Diese Arbeitnehmer bekommen 2022 die Geld-Prämie

Corona-Bonus: Diese Arbeitnehmer bekommen 2022 die Geld-Prämie

Corona-Bonus: Diese Arbeitnehmer bekommen 2022 die Geld-Prämie
Nach Impfkritik: Sahra Wagenknecht wohl mit Corona infiziert

Nach Impfkritik: Sahra Wagenknecht wohl mit Corona infiziert

Nach Impfkritik: Sahra Wagenknecht wohl mit Corona infiziert
Ukraine-Konflikt: USA und EU suchen andere Gaslieferanten

Ukraine-Konflikt: USA und EU suchen andere Gaslieferanten

Ukraine-Konflikt: USA und EU suchen andere Gaslieferanten
Impfpflicht in Deutschland: Wer ist dafür – und wer dagegen?

Impfpflicht in Deutschland: Wer ist dafür – und wer dagegen?

Impfpflicht in Deutschland: Wer ist dafür – und wer dagegen?

Kommentare