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Nicht „kategorisch“ ausschließen: Lockdown im Herbst – Montgomery fordert Notfall-Maßnahme

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Der Präsident des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery fordert, einen erneuten Lockdown nicht kategorisch auszuschließen. Die Debatte bleibt erhitzt.

Berlin – Der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt eindringlich davor, die Möglichkeit eines erneuten Lockdowns in Deutschland kategorisch auszuschließen. Generellen Gegnern derartiger Maßnahmen tritt er mit überraschend scharfer Kritik entgegen. Montgomerys Einschätzung nach ist es dringend notwendig, Lockdowns wieder in den „Instrumentenkasten“ aufzunehmen. Derzeit wird auch in der Politik hitzig über künftige Corona-Regeln debattiert. In Anbetracht der gegenwärtigen sowie der erwarteten Corona-Welle fordern viele Stimmen ein härteres Vorgehen. Auch die Maskenpflicht in Deutschland könnte zum Herbst zurückkehren.

Corona in Deutschland: Lockdowns dürfen laut Montgomery nicht „kategorisch“ ausgeschlossen werden

Mit Blick auf Corona in Deutschland hat der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, davor gewarnt, weitere Lockdowns kategorisch auszuschließen. Montgomery sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Ein Infektionsschutzgesetz soll Chancen eröffnen und Leben retten.“ Er kommt zu dem Schluss, der „Instrumentekasten“ müsse deshalb auch die Möglichkeit auf einen weiteren Lockdown beinhalten. Ob man die Maßnahmen dann wirklich nutze, sei eine andere Frage: „Ob man die Instrumente später anwendet, hängt von der jeweiligen Lagebeurteilung ab. Dass man sie braucht, sollte aber unstrittig sein“ so Montgomery. In der aktuellen Corona-Sommerwelle sorgt vor allem der Subtyp Omikron BA.5 für hohe Infektionszahlen.

Zu sehen ist der Weltärzte-Chef Frank Ulrich Montgomery, der in ein Mikrofon spricht und kritisch guckt.
Weltärzte-Chef Frank Ulrich Montgomery fordert, die Möglichkeit für einen erneuten Lockdown beizubehalten. (Archivbild) © Guido Kirchner/dpa

All denjenigen, die einen weiteren Lockdown kategorisch ablehnen, warf der Montgomery vor, den Ernst der Lage nicht begriffen zu haben. In ihre Richtung sagte Montgomery: „Wer von vornherein Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Lockdowns kategorisch ausschließt, hat weder den Sinn des Gesetzes verstanden noch den Ernst der Lage begriffen.“

Maskenpflicht in Deutschland, Lockdowns und Kontaktbeschränkungen: Debatte um Corona-Regeln erhitzt

In der Debatte um Corona-Regeln für den Herbst begegnen sich die Parteien bisweilen hitzig. Derzeit gelten auch in Niedersachsen weitgehend lasche Corona-Regeln. Vor allem auf Drängen der FDP waren die Schutzmaßnahmen zum Frühjahr deutlich reduziert worden. Im Zuge der aktuellen Corona-Sommerwelle und im Hinblick auf die befürchtete Herbstwelle kocht die Debatte um die Maskenpflicht in Deutschland, Lockdowns und Kontaktbeschränkungen erneut hoch. Die derzeit gültigen Corona-Bestimmungen laufen am 23. September aus.

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Auch der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil (SPD) hatte dem Bund in diesem Zuge vorgeworfen, die Länder „entwaffnet“ zu haben. Weil drängt auf einen klaren Rechtsrahmen für weitere Maßnahmen. Der Ministerpräsident gegenüber der dpa: „Dass dann schärfere Instrumente nicht genutzt würden, wenn es nicht notwendig ist, halte ich für selbstverständlich. Aber dass man sie nicht zur Verfügung hat, wenn sie notwendig werden, das sollten wir uns nicht antun.“

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