Vierte Welle wütet

Corona in Deutschland: kaum noch freie Intensivbetten

Durch die steigende Zahl an Coronafällen geraten immer mehr Kliniken in Deutschland an die Belastungsgrenze. Eine schnelle Besserung der Lage ist nicht in Sicht.

Berlin – Die vierte Corona-Welle wütet derzeit in Deutschland, täglich überschlagen sich die Inzidenzwerte und die Zahl der Neuinfektionen erreichen neue Höchstwerte. Während die Politik am Donnerstag das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie beschließen will, wird die Lage auf vielen Intensivstationen in Deutschland immer angespannter: Wie die Intensivmedizinervereinigung (Divi) mitteilt, gebe es in etwa 100 von rund 400 Land- und Stadtkreisen derzeit maximal noch ein freies Intensivbett für Erwachsene.

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Corona in Deutschland: In 50 Kreisen sind die Intensivbetten voll

Wie aus den aktuellen Zahlen vom Donnerstag hervorgeht, sind in etwa 50 Kreisen demnach alle Betten belegt. Besonders der süddeutsche Raum ist betroffen – etwa Bayern und Baden-Württemberg. Die Divi betont aber gleichzeitig auch, dass sich die einzelnen Kreise in gewissem Rahmen untereinander aushelfen können, wenn es Engpässe gibt. Sicher ist: Deutschland trifft die Pandemie wieder sehr hart. Die Stiko befürwortete eine Ausweitung der Empfehlung von Booster-Impfung auf alle Erwachsenen in Deutschland.

Eine Corona-Intensivstation.

Insgesamt ist die Zahl der erwachsenen Corona-Patienten auf den Intensivstationen mit etwa 3400 aber deutlich niedriger als zu den Höhepunkten der zweiten und dritten Corona-Welle. Aufgrund des Personalmangels an den deutschen Kliniken würden aber auch deutlich weniger Betten zur Verfügung stehen als noch vor einem Jahr. Zu den damaligen Höchstständen lagen etwa 5700 (zweite Welle) und 5100 (dritte Welle) Patienten in den Kliniken. Angesichts der steigenden Zahlen warnt RKI-Chef Wieler bereits vor den Weihnachtsferien.

Corona-Gipfel in Berlin: Im Bundesschnitt sind nur elf Prozent der Intensivbetten frei

Laut den Zahlen der Intensivmedizinervereinigung sind derzeit im Bundesdurchschnitt etwa elf Prozent aller belegbaren Intensivbetten für Erwachsene frei. Allerdings würde es große regionale Unterschiede geben: So sei der Anteil der freien Betten besonders in Berlin, Hessen und Bayern sehr gering – dort sind mehr als 90 Prozent der Betten belegt. In Berlin will die Bundesregierung und die mögliche Ampel-Koalition einen Weg aus der Krise finden.

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Höhere Auslastungen auf den Intensivstationen sind laut Divi zu bestimmten Zeiten nichts Ungewöhnliches und kommen auch außerhalb von pandemischen Zeiten vor. In Einzelfällen könnten dann nur 15 Prozent der Betten frei sein. Zu Problemen kommt es aber, wenn der freie Bettenanteil unter die 15-Prozent-Marke oder sogar unter die 10-Prozent-Marke fällt. „Insbesondere wenn dies in mehreren Regionen und Häusern gehäuft und über längere Zeiträume auftritt. Standardmäßige Verlegungsmöglichkeiten, die manchmal als Puffer dienen können, sind dann in aller Regel aufgrund vieler schwerer Fälle oft nur noch sehr eingeschränkt möglich“, heißt es von der Intensivmedizinervereinigung.

Corona in Deutschland: In Bayern sind die Kliniken am Anschlag

In Bayern sind die Klinken derweil angesichts der angespannten Corona-Lage am Anschlag. Um besser Krankheitsverläufen beim Personal vorzubeugen, halten Klinikärzte eine berufsbezogene Impfpflicht zwar für bitter, dennoch für notwendig. „Wir sind an einem Punkt, an dem wir nicht drum herumkommen“, sagte der Leiter der München Klinik, Axel Fischer, der Deutschen Presse-Agentur. „Ich hatte gehofft, dass die Menschen sich freiwillig impfen lassen.“ Aufgrund der extremen Lage in vielen Kliniken sei nun eine Pflicht aber unabdingbar.

Die jetzige Corona-Welle sei die schwerste und bedrohlichste, sagte Fischer. Dabei gebe es aufgrund des Personalmangels ein Drittel weniger Intensivbetten als im Vorjahr: „Viele sagen: ‚Ich kann nicht mehr‘“, erklärt der Klinikleiter. Viele hätten sich versetzen lassen oder seien auf Teilzeit gegangen. „Die Leute sich physisch und psychisch erschöpft“, so Fischer. Je länger die vierte Welle dauere, desto höher werde die Gefahr, dass Menschen ihren Beruf aufgeben. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/dpa

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