Daten auf Kreisebene

Corona-Hotspots: Studie belegt Verbindung zwischen AfD und Covid-19-Anstieg

Zu sehen sind das Logo der „Alternative für Deutschland“ (AfD) sowie ein positiver Corona-Test.
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Laut einer Studie besteht ein Zusammenhang zwischen Wahlerfolgen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) und steigenden Corona-Infektionszahlen. (kreiszeitung.de-Montage)

Laut einer Studie besteht ein Zusammenhang zwischen hohen Corona-Zahlen und dem Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl 2017. Doch was hat es damit auf sich?

Berlin/Jena – Wo die Alternative für Deutschland (AfD) bei der Bundestagswahl 2017 gut abgeschnitten hat, ist auch der Anstieg der Corona-Infektionszahlen in den Wellen 2020 besonders hoch gewesen. Das hat eine Studie von Wissenschaftlern der Teilinstitute Jena und Bielefeld des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt und des Helmholtz Zentrums München ergeben.

Politische Partei:Alternative für Deutschland
Gründung:6. Februar 2013, Berlin
Gründer:Alexander Gauland, Bernd Lucke, Gerd Robanus, Konrad Adam
Parteiführung:Tino Chrupalla (Bundessprecher), Alexander Gauland (Ehrenvorsitzender), Jörg Meuthen (Bundessprecher)

Wissenschaftler belegen Zusammenhang von AfD-Wahlerfolg und steigenden Corona-Zahlen

Laut der wissenschaftlichen Arbeit, die am Freitag, 19. November 2021, veröffentlicht wurde, seien Faktoren wie etwa die Grenznähe einer Region, die Anzahl der Schulen oder Homeoffice-Quoten als alternative Erklärungen für diesen Zusammenhang auszuschließen.

Konkret hatten die Forscher in statistischen Modellen untersucht, ob es in den 401 Kreisen und kreisfreien Städten einen Zusammenhang zwischen dem AfD-Zweitstimmenanteil bei der Bundestagswahl 2017 und dem Anstieg von Corona-Infektionszahlen in den Wellen vom Frühjahr und Herbst 2020 gegeben hat.

Dabei lag den Wissenschaftlern die Annahme zugrunde, dass es in Regionen mit hohem Zuspruch zu Parteien der radikalen Rechten eine höhere Skepsis zu demokratischen Institutionen und eine geringere Akzeptanz der Corona-Schutzmaßnahmen gibt. Deswegen würden die Zahlen steigen.

AfD-Wähler verstoßen nicht generell gegen Corona-Maßnahmen: Erheber der Studie schränken ein

Sowohl für westdeutsche als auch für ostdeutsche Kreise sei der Zusammenhang signifikant gewesen. Dieser habe sich bei allen anderen Parteien im Bundestag nicht gezeigt. Doch merken die Verfasser der Studie auch an, dass ihre Ergebnisse im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass alle AfD-Wähler partout gegen Corona-Maßnahmen verstoßen.

Bei den Zahlen handelt es sich um Daten auf Kreisebene, weswegen zu individuellen Motiven der Partei-Politiker keine Aussage getroffen werden kann. Ungeachtet dieser Anmerkung ist aber auch festzuhalten, dass die AfD an ihrem für den 11. Dezember geplanten Bundesparteitag in Wiesbaden festhält. Die permanent steigenden Corona-Infektionszahlen werden von der Partei außer Acht gelassen.

AfD hält an Parteitag in Wiesbaden fest – 2G-Regelung in Hotels könnte der Partei einen Strich durch die Rechnung machen

Die zweitägige Veranstaltung in Hessen soll vorerst nicht abgesagt werden. Laut Informationen der dpa hätten dies Teilnehmer einer Telefonkonferenz des Bundesvorstandes der AfD bekannt gegeben. Doch könnte auch der Fall eintreten, dass am besagten Dezember-Wochenende sowohl in Hessen als auch im benachbarten Rheinland-Pfalz Hotelübernachtungen nur noch nach den 2G-Regeln möglich sind.

In diesem Szenario könnte der Parteitag wohl nicht stattfinden, heißt es von der AfD. Denn ein großer Anteil der Parteimitglieder, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, lehnt eine Impfung gegen das Coronavirus ab. Bei ihrem Parteitag wollen die AfD-Delegierten einen neuen Bundesvorstand wählen. Von den bisherigen Vorsitzenden tritt jedoch nur noch Tino Chrupalla an. Jörg Meuthen, langjähriger Co-Vorsitzender, will nicht mehr kandidieren.

Streitigkeiten innerhalb der AfD Niedersachsen: Landeschef Jens Kestner und Generalsekretär Nicolas Lehrke sollen ausgeschlossen werden

Zudem erklärte die Parteispitze in einem gemeinsam verfassten Rundschreiben an die Mitglieder ihren Beschluss von Anfang August, das Parteiausschlussverfahren gegen den niedersächsischen Landeschef Jens Kestner und den Generalsekretär des Landesverbandes, Nicolas Lehrke, einzuleiten. Über den geplanten Rauswurf muss jedoch zunächst noch das AfD-Landesschiedsgericht entscheiden.

Dieses Vorhaben hatte innerhalb der Partei für Unruhen gesorgt und war bei einigen Mitgliedern auch auf Unverständnis gestoßen. Doch was war zuvor eigentlich geschehen? Sowohl Kestner als auch Lehrke hätten unter Umgehung der Schiedsgerichtsbarkeit der Partei der Landeswahlleitung Informationen übermittelt. Das Ziel: Die Kandidatenliste für die Bundestagswahl 2021 infrage zu stellen.

Ein Vorgehen, das vor dem Hintergrund „misslungener Kandidaturen“ geschehen sei und die Teilnahme des Landesverbandes Niedersachsen an der Bundestagswahl gefährdet hatte. Dies sei einem Schreiben zu entnehmen, das der dpa vorliegt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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