Corona-Pandemie in Deutschland

Booster-Impfung für alle Erwachsenen: Stiko für neue Empfehlung

Die Corona-Pandemie hat Deutschland fest im Griff. Nach den Plänen der Stiko soll es für alle Menschen ab 18 Jahren eine Booster-Impfung geben.

Update vom 18. November um 11:34 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich dafür ausgesprochen, eine Corona-Auffrischimpfung für alle Menschen ab 18 Jahren zu empfehlen. Noch handelt es sich nicht um eine finale Impf-Empfehlung: Wie das Gremium am Donnerstag in Berlin mitteilte, sei ein entsprechender Beschlussentwurf zur Abstimmung an die Fachkreise und Bundesländer gegangen. Bis zu endgültigen Empfehlung sind also noch Änderungen möglich.

„Die Auffrischimpfungen sollen in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate kann, im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind, erwogen werden“, heißt es in der Erklärung. Vorrangig sollen Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit Immunschwäche, Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sowie Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegepersonal eine Auffrischimpfung erhalten. „Auch bisher Nicht-Geimpfte sollen vordringlich geimpft werden“, betont die Stiko.

Die Stiko spricht sich für eine Booster-Impfung für alle Menschen ab 18 Jahren aus.

Erstmeldung vom 17. November um 12:23 Uhr: Berlin – Sind bald mehr Menschen zu einer Booster-Impfung berechtigt? Wenn es nach dem Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, geht, könnte es eine baldige Ausweitung der Empfehlung für Corona-Auffrischimpfungen geben. Noch am Mittwoch will die Stiko „über die nächste, sozusagen die fortgeschriebene Empfehlung beraten, und das wird nicht lange dauern, und dann wird die jetzt von Ihnen reklamierte Empfehlung auch kommen“, erklärte der Vorsitzende am Dienstagabend in der ZDF-Sendung Markus Lanz. Bisher werde die Auffrischimpfung für Menschen ab 70 Jahren und Beschäftigte im Gesundheitswesen empfohlen.

ExpertengruppeStändige Impfkommission
Gründung: 1972
Aufgabe: Empfehlungen für notwendige Schutzimpfungen in Deutschland
Vorsitzender:Thomas Mertens

Wie der Experte sagte, würde die Stiko bereits jetzt auch Menschen mit Immunschwäche und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen zu einer Booster-Impfung raten. Aus seiner Sicht könnte die Empfehlung „bis 18“ gesenkt werden, so Mertens auf eine Nachfrage. Die mögliche Absenkung des Impfalters kommt nicht von ungefähr: Bereits in der vergangenen Woche hatte die Kommission eine zeitnahe Aktualisierung der Empfehlung angekündigt.

Booster-Impfung für Menschen ab 18 Jahren: Stiko-Chef Thomas Mertens will Empfehlung erweitern

Begründet wurde dies damit, dass es aus immunologischen und infektionsepidemiologischen keine Gründe dafür gab, die Auffrischimpfung allen Impfwilligen zugänglich zu machen. Nach Ansicht des Expertengremiums sollte dabei aber zunächst vorrangig ältere Menschen eine Drittimpfung erhalten.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission Thomas Mertens.

Etwa zeitgleich mit dem Aufbäumen der vierten Corona-Welle in Deutschland starte die neue Impfkampagne. Bisher allerdings ohne viel Erfolg – nur wenige Menschen ließen sich bereits ein drittes Mal impfen. Wie Mertens im ZDF betonte, hätten bisher nur etwa elf Prozent der Über-60-Jährigen eine Booster-Impfung halten.

Jüngste Studien zeigen derweil, dass sich im Kampf gegen das Coronavirus insbesondere Kreuzimpfungen als am wirksamsten zeigen. So hat ein deutsches Virologen-Team herausgefunden, dass die Kombination der beiden Impfstoffe Astrazeneca und Biontech wirksamer ist, als eine Zweifachimpfung mit Astrazeneca.

Corona in Deutschland: Mertens sieht Ärzte an der Belastungsgrenze

Mertens Erfahrungen nach sei aktuell nicht nur der Impfwille das Problem, sondern auch die Kapazitäten: „Die Hausärzte sind stark gefordert im Moment“, sagte der Experte. In seinem Bekanntenkreis häufe sich das Bild, dass Freunde in seinem Alter ihren Impftermin erst Mitte Dezember bekommen haben. Um das Impftempo zu erhöhen, forderte der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, am Rande einer Fachmesse, dass Ärzte künftig „samstags lieber impfen statt Golf spielen“ sollten. Unter anderem die Ärzte-Zeitung hatte darüber berichtet. Mediziner reagierten empört auf Laumanns Aussage.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung sah Anfang November die Hausarztpraxen noch gut auf den möglichen Ansturm auf die Impfdosen gerüstet. Grundsätzlich sah sich auch Niedersachsen hinsichtlich der Booster-Impfungen mit seinen Hausarztpraxen sowie mobilen Impfteams gut aufgestellt.

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Der Stiko-Empfehlung voraus hatten sich bereits Bund und Länder in der vorletzten Woche darauf verständigt, künftig Booster-Impfungen für alle ermöglichen zu wollen. Im Regelfall soll diese frühstens sechs Monate nach der vollständigen Impfung erfolgen. Die Gesundheitsminister der Länder betonten aber, dass besonders Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie medizinisches und pflegerisches Personal zunächst mit der Auffrischimpfung versorgt werden sollen. (Mit Material der dpa) *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lennart Preiss/dpa

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