Frauenproblem bei der CDU?

CDU-Vorsitz: Merz, Röttgen und Braun stellen sich den Mitgliedern

Die CDU-Politiker Norbert Röttgen, Friedrich Merz, und Helge Braun: Sie kandidieren für den Parteivorsitz.
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Die CDU-Politiker Norbert Röttgen, Friedrich Merz, und Helge Braun: Sie kandidieren für den Parteivorsitz.

Die CDU steht vor einer Erneuerung. Um den künftigen Parteivorsitz kandidieren dennoch nur Männer und eine Frauenquote rückt erneut in weite Ferne. Eine Analyse.

Berlin – Nach dem historisch schlechten Wahlergebnis der Union bei der Bundestagswahl 2021 wollte sich die CDU erneuern und wieder zur Volkspartei der Mitte werden. Noch-Vorsitzender Armin Laschet stellte seinen Sitz zur Verfügung und wollte die Suche nach einem Nachfolger moderieren. Zum Abschluss der Vorstellungsphase fanden sich drei Kandidaten, die die CDU-Nachfolge antreten wollen. Nun stellen sich Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Helge Braun am Mittwochabend gemeinsam den Fragen von Parteimitgliedern.

Politische Partei:Christlich Demokratische Union Deutschlands
Gründer:Konrad Adenauer
Gründung:26. Juni 1945, Berlin
Hauptsitz:Berlin

CDU-Vorsitz: Merz, Braun und Röttgen stellen sich den Fragen der Mitglieder

In einem sogenannten Townhall-Format treffen die Politiker in der Berliner Parteizentrale auf 20 ausgewählte Mitglieder. Vorausgegangen waren schon getrennte Termine der Bewerber, in denen sie sich den Mitgliedern vorgestellt hatten. Anders als ursprünglich geplant, soll der Parteitag im Januar aufgrund der gegenwärtigen Corona-Lage in Deutschland nicht in Präsenz stattfinden – derzeit wird mit einer Online-Veranstaltung geplant. Der CDU-Vorsitz wird also nicht live gewählt.

Der groß angekündigte Neuanfang der CDU wird sich durch das Pandemie-Geschehen voraussichtlich schwieriger gestalten. Denn: Wie es aus Parteikreisen hieß, erlaubt das Parteienrecht keine Satzungsänderungen bei digitalen Veranstaltungen. Betroffen davon ist auch die mögliche Einführung einer schrittweisen Frauenquote in der Partei, die einen Wandel einleiten sollte. Da die geplanten Änderungen nicht bei allen CDU-Mitgliedern auf Zustimmung stieß, dürfte der Wegfall des Agendapunkts nicht nur für Enttäuschung sorgen.

Frauenquote in der CDU: Vizefraktionsvorsitzende fordert von neuem Vorsitz schnelles Handeln

Wie allerdings die bisherige Vizefraktionsvorsitzende Nadine Schön gegenüber der Rheinischen Post erklärte, dürfte das Thema nicht aufgeschoben werden. „Mit der Absage des Präsenzparteitages ist eine stärkere Beteiligung von Frauen in der Union aber ganz und gar nicht vom Tisch. Wer das denkt, irrt sich gewaltig“, sagte die Politikerin der Zeitung. Sie betonte, dass es unumgänglich sei, über die Pläne zu sprechen und forderte, dass sich der neue Vorsitzende direkt nach seiner Wahl für eine Frauenquote starkmachen solle.

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Auch Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß hatte sich in den Vorstandsberatungen dafür ausgesprochen, dennoch auf dem digitalen Parteitag eine inhaltliche Debatte zu führen. Nach aktuellem Stand rückt allerdings die geplante Modernisierung von Parteiarbeit und Strukturen in der CDU in weite Ferne. Wie CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak erklärte, hätte es um den Ausbau digitaler Beteiligung, familienfreundliche Parteiarbeit, aber vor allem auch um eine stärkere Beteiligung von Frauen an Führungspositionen gehen sollen.

CDU steht vor Herausforderungen: mehrere Landtagswahlen im kommenden Jahr

Vor den anstehenden Landtagswahlen im kommenden Jahr stehen die Christdemokraten vor der Herausforderung, personell geschlossen in die Wahlkämpfe zu gehen. Ebenso wollen die CDU-Politiker mit einem geschärften inhaltlichen Profil die Wählergunst erlangen – die verbindliche Einführung einer Frauenquote in der CDU galt seit der Niederlage bei der Bundestagswahl im September 2021 als wichtiger Impuls für diese Vorhaben.

Möglicherweise wird der kommende CDU-Chef nach seiner Wahl im Januar die richtigen Impulse setzen. Laut des ZDF-Politbarometers der Forschungsgruppe Wahlen von vergangener Woche führt derzeit Friedrich Merz die Umfragen an. Der ehemalige Unionsfraktionschef stieß bei 35 Prozent der Befragten auf Zustimmung, Röttgen kam auf 26 und Braun auf 14 Prozent. Unter Unionswählern ist das Ergebnis noch deutlicher: Demnach liegt Merz mit 51 Prozent deutlich vor seinen Mitbewerbern. Immerhin: Merz will mit einem Team aus zwei Männern und einer Frau das Rennen um den Parteivorsitz gewinnen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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