Machtkampf

CDU-Vorsitz: Jens Spahn verzichtet auf Kandidatur

Jens Spahn macht wohl einen Rückzieher: Der Gesundheitsminister will nicht Nachfolger von Armin Laschet als Parteivorsitzender werden. Fünf andere bleiben im Rennen.

Berlin – Klare Ansage von Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister will offenbar nicht in das Rennen um den CDU-Parteivorsitz einsteigen. So soll der 41-Jährige der Fraktion bereits seinen Verzicht erklärt haben, wie der Fernsehsender n-tv unter Berufung von Teilnehmern der Sitzung am Mittwoch berichtete. Den Angaben zufolge will sich der Minister in den kommenden Wochen voll und ganz der Bekämpfung der Corona-Pandemie widmen.

Deutscher Politiker:Jens Spahn
Partei:CDU
Alter:41 Jahre
Aktuelles Amt:Bundesgesundheitsminister

CDU-Vorsitz: Jens Spahn verzichtet auf Kandidatur und will sich lieber um Corona-Krise kümmern

Spahn ist seit der verlorenen Bundestagswahl als Gesundheitsminister noch geschäftsführend im Amt. Zuletzt war er aber immer wieder als Kandidat für die Nachfolge des gescheiterten Kanzlerkandidaten Armin Laschet gehandelt worden. Ende Januar will die Partei den kompletten Bundesvorstand neu aufstellen. Bereits 2018 hatte Spahn einen Versuch unternommen, um Parteichef zu werden. Bei der Entscheidung unterlag er aber Annegret Kramp-Karrenbauer. Nach ihrem Rückzug hatte Spahn auf eine erneute Kandidatur verzichtet und stattdessen Laschet unterstützt.

Verzichtet auf die Laschet-Nachfolger: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn macht im Machtkampf um den CDU-Vorsitz einen Rückzieher.

Lange Zeit galt Spahn als Hoffnungsträger seiner Partei. Aus seinen eigenen Ambitionen, eines Tages an der Spitze der Partei zu stehen, hat er nie einen Hehl gemacht. Doch zuletzt war der Rückhalt in den eigenen Reihen massiv eingebrochen. Vor allem im Lager von Laschet wurde dem 41-Jährigen illoyales Verhalten vorgeworfen. Nachdem der NRW-Ministerpräsident ihn in sein engeres Wahlkampfteam geholt hatte, distanzierte sich Spahn mit sinkenden Umfragen von dem glücklosen Kanzlerkandidaten.

CDU: Neben Merz und Linnemann gilt plötzlich auch Helge Braun als Anwärter auf den Vorsitz

In der Corona-Pandemie hatte Spahn zudem als Gesundheitsminister phasenweise massiv unter Druck gestanden. Vor allem in der sogenannten Maskenaffäre war er stark in die Kritik geraten. Angesichts nun wieder stark steigender Infektionszahlen will sich Spahn aber aus dem CDU-Machtkampf nun heraushalten. Als Minister wolle er „bis zur letzten Minute“ arbeiten und sich darauf voll und ganz konzentrieren, zitierte die Nachrichtenagentur dpa einige Teilnehmer aus der Fraktionssitzung.

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Bereits in der vergangenen Woche war darüber spekuliert worden, dass Friedrich Merz den Gesundheitsminister zu einem Verzicht überreden könnte. Der frühere Fraktionschef gilt als heißer Anwärter, stammt aber wie Spahn aus dem nordrhein-westfälischen Landesverband. Interesse an der Parteiführung werden auch Fraktionsvize Carsten Linnemann, Fraktionschef Ralph Brinkhaus und offenbar auch Kanzleramtschef Helge Braun nachgesagt, der seit Mittwoch als eine Art Überraschungskandidat gehandelt wird. Eine Frau ist bislang nicht im Rennen, was in der Partei durchaus für Frust sorgt. Beobachter sprechen der Partei deswegen bereits den Status der Volkspartei ab. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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