Neue Generalsekretärin?

Franziska Hoppermann: Röttgens Geheimwaffe im CDU-Machtkampf

Neues Gesicht in der CDU: Franziska Hoppermann aus Hamburg soll Generalsekretärin werden. So will es Möchtegern-Parteichef Norbert Röttgen. Doch wer ist die Frau?

Berlin – Sie ist neu im Bundestag, aber nicht neu in der Partei: Franziska Hoppermann (CDU). Die 39-Jährige aus Hamburg soll neue Generalsekretärin werden. So plant es jedenfalls Außenpolitiker Norbert Röttgen, der am Freitag seine Kandidatur für den Parteivorsitz bekannt gab und zugleich die junge Bundestagsabgeordnete überraschend für den Posten der Parteimanagerin vorschlug. „Ich will gerne Verantwortung übernehmen, auch wenn mir das durchaus Respekt einflößt“, sagte die CDU-Politikerin.

Deutsche Politikerin:Franziska Hoppermann (CDU)
Geboren:1982 in Hamburg-Volksdorf
Privat:verheiratet, ein Sohn
Aktuelles Amt:Bundestagsabgeordnete

Ihre Nominierung für das Team Röttgen ist eine faustdicke Überraschung. Einer breiten Öffentlichkeit außerhalb Hamburgs ist die 39-Jährige nicht bekannt. Bei der Bundestagswahl, bei der die Union mit ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Partei einfuhr, wurde Hoppermann über die Landesliste in den Bundestag gewählt. Zuvor war sie aber 20 Jahre als Bezirksabgeordnete in Hamburg-Wandsbek kommunalpolitisch aktiv.

Franziska Hoppermann: Norbert Röttgen schlägt Frau aus Hamburg als neue Generalsekretärin der CDU vor

Für Röttgen verfügt Hoppermann damit über ausreichend Erfahrung für einen Spitzenposten in der Partei. „Die CDU ist und war auch immer eine kommunalpolitische Partei“, sagte der Außenpolitiker. Nach der Wahlschlappe gelte es, diese Rolle wieder zu stärken. Die CDU könne nur eine starke Volkspartei der Mitte sein, wenn die Bundesparteizentrale wieder zu einer „Denkwerkstatt“ werde, in die sich die zahlreichen Mitglieder wieder einbringen könnten, sagte Röttgen, der für die Organisation des Konrad-Adenauer-Hauses nun also Hoppermann vorgesehen hat.

Sie wollen es richten: Parteichef-Kandidat Norbert Röttgen (CDU) will Franziska Hoppermann als Generalsekretärin. (Montage von kreiszeitung.de)

Tatsächlich ist die 39-Jährige eine Frau der Basis. Hoppermann, verheiratet, Mutter eines 15-jährigen Sohnes, wurde 1982 in Hamburg-Volksdorf geboren, lebt nun aber mit ihrer Familie in Wandsbek – mit 435.000 Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Stadtteile der Hansestadt. Neben ihrer Tätigkeit als Abgeordnete in der Bezirksversammlung arbeitete die gelernte Diplom-Kauffrau zuletzt als Senatsdirektorin in der Justiz- und Verbraucherschutzbehörde. Im September gelang ihr dann der Sprung in den Bundestag. Mit dem Mandat tritt sie in die Fußstapfen ihres Großvaters, der ebenfalls bereits Bundestagsabgeordneter war.

Neuaufstellung der CDU: Wer ist Franziska Hoppermann? Hamburgerin soll Union nach vorne bringen

„Ich war immer der Meinung, dass die Vereinbarkeit von Familie und Vollzeitberuf möglich ist“, sagte Hoppermann bei ihrer Vorstellung in Berlin. Dies stehe und falle mit einem ausreichenden Unterstützungsangebot. Als Politikerin wolle sie sich verstärkt für diese Thematik starkmachen. „Die Diskussion muss dabei frei von Ideologie geführt werden. Mit einer Bodenständigkeit können wir beim Wähler wieder punkten“, skizzierte sie ihren Ansatz, für den sie sich als Generalsekretärin einsetzen wolle.

Neben dem Gespür für die Sorgen und Nöte der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger will Hoppermann aber zunächst vor allem die Parteistrukturen neu festigen. In einem ersten Schritt gelte es, die Personalquerelen aus dem zurückliegenden Wahlkampf abzustellen und eine „zeitgemäße Form der Mitgliederbeteiligung“ zu etablieren, stellte sie klar. „Wir müssen das Know-how der Mitglieder nutzen“, sagte sie. Gerade im anstehenden Superwahljahr mit mehreren Landtagswahlen gelte es geschlossen aufzutreten.

CDU-Vorsitz: Röttgen tritt gegen Helge Braun und Friedrich Merz an – Hoppermann soll Frauenproblem lösen

Als Generalsekretärin würde sie die Nachfolge von Paul Ziemiak antreten. Ziemiak, der im Wahlkampf mit Scholz-Attacken polternd aufgetreten war und immer wieder einen Lagerwahlkampf beschworen hatte, wird intern mitschuldig gemacht für das schlechte Abschneiden der Partei. Hoppermann wäre dabei auf dem Posten nicht die erste Frau. Vor ihr hatten bereits Noch-Verteidigungsministerin Annegret Krampf-Karrenbauer und die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel das Amt inne.

Ob die Hamburgerin allerdings die Chance bekommt, sich in dem Spitzenamt zu beweisen, hängt vom Ausgang der Vorsitzendenwahl ab. Nach der Wahlschlappe soll der komplette Bundesvorstand neu aufgestellt werden. Nach einer Mitgliederbefragung soll dann auf einem Parteitag Ende Januar in Hannover der neue Parteichef gewählt werden. Als erster Kandidat warf Röttgen am Freitag seinen Hut offiziell in den Ring.

Ich will gerne Verantwortung übernehmen, auch wenn mir das durchaus Respekt einflößt.

Franziska Hoppermann, Bundestagsabgeordnete und Kandidatin für das Amt der CDU-Generalsekretärin

Zudem haben auch Kanzleramtschef Helge Braun und Ex-Fraktionschef Friedrich Merz ihre Ambitionen auf den Posten nicht bestritten. Fraktionsvize Carsten Linnemann werden nur noch Außenseiterchancen zugeschrieben, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zog bereits sein Interesse zurück.

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Dass sich mit Röttgen, Merz, Braun oder Linnemann bislang vor allem nur Männer für die Kandidatur um den Parteivorsitz interessieren, löste in der Partei bereits Frust aus. Überlegungen nach einer Doppelspitze verliefen im Sand – auch weil potenzielle Kandidatinnen ihren Verzicht erklärten. Weder Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien noch Bundesvize Silvia Breher aus Niedersachsen wollten den Sprung an die Parteispitze wagen. Mit der Hoppermann-Personalie fängt Röttgen nun dieses Problem wieder ein. Man darf gespannt sein, ob seine Konkurrenten ein ähnlich geschickter Schachzug gelingt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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