Neuer CDU-Chef

Friedrich Merz: Kampfansage an AfD – „Wir sind keine XYZ-Partei“

Klare Ansage: CDU-Chef Friedrich Merz droht allen Unionsmitglieder mit Parteiausschluss – wenn sie mit der AfD kooperieren. Ist die Brandmauer gut für die Union?

Berlin – Konservativ ja, aber nicht zu extrem: Die CDU-Führung wehrt sich gegen einen Rechtsruck der Partei. So dringt der designierte CDU-Vorsitzende Friedrich Merz auf eine deutliche Abgrenzung zur AfD. Mit ihm werde es eine „Brandmauer“ geben, sagte Merz in einem Interview mit dem Spiegel. „Die Landesverbände, vor allem im Osten, bekommen von uns eine glasklare Ansage: Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann steht am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.“

Deutscher Politiker:Friedrich Merz
Partei:CDU
Alter:66 Jahre
Aktuelle Ämter:Bundestagsabgeordneter und designierter Parteivorsitzender

CDU: Designierter Parteivorsitzender Friedrich Merz will Brandmauer gegen AfD errichten

Es ist ein deutlicher Fingerzeig von Merz, wie er die Partei in den kommenden Monaten neu aufstellen will. Der 66-Jährige soll die CDU als neuer Parteichef nach der krachenden Niederlage bei der Bundestagswahl aus dem Umfragetief herausführen. Eine Mehrheit der Unionsanhänger hatte sich bei einer Mitgliederbefragung für Merz als Vorsitzenden ausgesprochen. Auf einem digitalen Parteitag soll der Bundestagsabgeordnete und frühere Fraktionschef nun Ende Januar offiziell gewählt werden.

Will eine Brandmauer gegen die AfD errichten: der designierte CDU-Chef Friedrich Merz.

Für die Neuausrichtung rammt Merz nun erste Pflöcke ein. So empfiehlt er seiner Partei, wieder mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. „Wir sind nicht die XYZ-Partei, die mit jedem kann. Wir sind die CDU“, sagte er dem Spiegel. Deshalb müsse die Union auch nicht um jeden Preis mit der Alternative für Deutschland kooperieren. Er werde im Verhältnis zur AfD von Anfang an „sehr konsequent sein“, versprach er. Franz-Josef Strauß habe mal gesagt, dass eine Jacke, die man einmal falsch zuknöpfe, sich oben nicht mehr korrigieren ließe. „Da hatte er recht.“

CDU-Vorsitz: Nach Mitgliederbefragung und Ärger um Hans-Georg Maaßen soll Merz jetzt Wähler zurückerobern

Das Verhältnis zwischen Union und AfD ist kompliziert. Nachdem die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihren 16 Regierungsjahren die Partei vor allem stark in der linken Mitte verortet hatte, verlor die CDU in den vergangenen Jahren viele stark konservative Wählerinnen und Wähler an die Rechtspopulisten und verstrickte sich zuletzt in Querelen um die AfD-Positionen von Hans-Georg Maaßen. Nachdem der Merkel-Vertraute Armin Laschet als Kanzlerkandidat die Wählerschichten nicht zurückerobern konnte, setzen nun viele Unionsanhänger ihre Hoffnung in Friedrich Merz. Auch in Niedersachsen erfuhr der 66-Jährige große Unterstützung.

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Anders als seine Mitbewerber um den Parteivorsitz, Norbert Röttgen und Helge Braun, will Merz dafür den Konservativen in der Partei wieder eine stärkere Stimme geben. Für die CDU ist dies ein schmaler Grat. Denn während die politischen Gegner von SPD, FDP und Grünen die Partei verstärkt in die rechte Ecke drängen wollen und dies auch durch eine neue Sitzordnung im Bundestag deutlich machen wollen, muss Merz sich die AfD-Positionen teilweise zu eigen machen und sich zugleich von den Rechtspopulisten abgrenzen. Keine leichte Aufgabe. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Sohn/dpa

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