Drogenpolitik und Aktienmärkte

Cannabis-Legalisierung: Wie lukrativ sind Hanf-Aktien?

Der Schritt aus der Kriminalisierung in die Aktienmärkte ging schnell: Mit der Legalisierung von Cannabis wird die Droge möglicherweise auch für Anleger interessant.

Berlin – Mit der anstehenden Legalisierung von Cannabis entscheiden sich die Ampel-Parteien für einen Richtungswechsel in der Drogenpolitik. Konsumenten freuen sich und wollen wissen, wann das Hanf genau freigegeben wird. Doch möglicherweise könnte die Legalisierung auch für eine weitere Personengruppe von großem Interesse sein: Anleger. Wie sinnvoll ist es jetzt in Cannabis-Aktien zu investieren?

Bereich:Drogenpolitik
Gesetzesänderung:Legalisierung des Konsums von Cannabis zu Genusszwecken
Initiatoren:Grüne, FDP, SPD

Cannabis-Legalisierung schafft Milliardenmarkt und weckt Hoffnungen auf Höhenflug von Cannabis-Aktien

Ex-Kanzlerkandidat Armin Laschet war noch dagegen, doch jetzt steht fest: Die Ampel-Parteien legalisieren Cannabis zum Freizeitkonsum. Jetzt wittern Unternehmen und Investoren Gewinne in einem boomenden neuen Marktsegment. Es geht um Milliarden. Forscher der Universität Düsseldorf schätzen, dass für Deutschland mit einer jährlichen Konsummenge von etwa 400 Tonnen Cannabis auszugehen ist. Für den Staat bedeutet das zusätzliche Steuereinnahmen. Mit der Legalisierung ist auch diese Forderung bald hinfällig. Anleger fragen sich derweil, ob es sinnvoll ist, jetzt in Cannabis-Aktien zu investieren – und hoffen auf deren Höhenflug.

Cannabis-Legalisierung: Das kanadische Unternehmen Tilray drängt auf deutschen Markt

Besonders ein Konzern steht in den Startlöchern: Tilray. Bei Tilray handelt es sich um ein börsennotiertes Unternehmen aus Kanada, das sich auf die Produktion von Cannabis spezialisiert hat. Der Konzern ist in seinem Segment Weltmarktführer. Mit mehr als fünf Milliarden Dollar Börsenkapitalisierung und etwa 2000 Mitarbeitern drängt das Unternehmen auf immer neue Märkte. Nach der Legalisierung von Cannabis durch die Ampel-Parteien möchte Tilray sich auch auf dem deutschen Markt endgültig etablieren.

Schon jetzt arbeitet das Unternehmen mit Apotheken im medizinischen Bereich zusammen. Tilray war der erste Konzern, der Medizinalcannabis aus Nordamerika nach Europa exportierte. Jetzt will das Unternehmen direkt vor Ort produzieren und hat dafür in Neumünster bereits ein Werk errichtet. Kurzum, es läuft gut für Tilray. Trotzdem: Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Investition in Cannabis-Aktien jetzt erfolgreich ist – das zeigt auch das Beispiel von Tilray.

Entwicklung der Tilray Aktie sorgt bei Anlegern trotz Cannabis-Legalisierung für Vorsicht

Denn die Entwicklung der Tilray-Aktie weist alles andere als ein steiles Hoch auf. Seit etwa neun Monaten sinken die Werte von Cannabis-Aktien tendenziell, das gilt auch für andere Anbieter. Im Februar dieses Jahres war der Wert auf 45 Euro gestiegen, seit Jahresbeginn sank er auf nunmehr etwa zehn Euro. Die Aktie des Weltmarktführers zeigt, dass Wertpapiere von Cannabis-Unternehmen aktuell keine Selbstläufer sind – wenngleich sich das auch wieder ändern könnte.

Ampel gibt Hanf frei – Aufstieg und Fall von Cannabis-Aktien wie Tilray

Die Diskrepanz ist groß zwischen den 45 Euro zu Beginn des Jahres und den etwa zehn Euro, die die Tilray Aktie aktuell wert ist. Die Cannabis-Aktien befinden sich auf einer Achterbahnfahrt. Der kometenhafte Aufstieg des Aktienwerts von Cannabis-Unternehmen im letzten Winter ging vor allem auf einen Spekulationsschub zurück.

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Neben überzogenen Hoffnungen auf die Legalisierung in weiteren Ländern spielten dabei auch die Nutzer des Internetforums Reddit eine Rolle. Nutzer dort hatten einen Run auf die Aktie erzeugt. Das Forum hatte bereits in anderen Fällen für Kursexplosionen gesorgt. Nun ist wieder Ernüchterung am Aktienmarkt eingetreten – ob anhaltend? Das ist schwer zu sagen.

Auch das Münchener Unternehmen SynBiotic SE möchte an der Legalisierung von Cannabis verdienen

Doch nicht nur Tilray setzt auf den hiesigen Markt, auch deutsche Unternehmen wittern Gewinne. Ein Beispiel hierfür ist das Münchener Unternehmen SynBiotic SE. Der Konzern ist nach eigenen Angaben eines der ersten, deutschen börsengelisteten Cannabis-Unternehmen. In München widmete man sich bisher vor allem der Entwicklung und dem Verkauf von Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln, sowie Kosmetikprodukten. Es liegt nahe, dass noch einige Börsengänge der Branche folgen werden. Auch bei SynBiotic SE gibt man sich zuversichtlich in den kommenden Jahren deutlich zu wachsen.

Die Legalisierung von Cannabis sorgt auch unter Anlegern für Interesse

Ist es nun lukrativ in Cannabis-Aktien zu investieren oder nicht?

Darüber, ob es Gewinn versprechend ist, jetzt in Cannabis-Aktien zu investieren, kann keine seriöse Aussage getroffen werden. Der Aktienmarkt ist schnelllebig. Was gesichert gesagt werden kann: Cannabis-Aktien sind aktuell ein riskantes Investment. Wer möglichst große Sicherheit haben will, sollte jetzt wohl nicht investieren.

Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland eröffnet ein Milliardengeschäft. Von dieser Euphorie sollten sich Anleger jedoch nicht allzu sehr anstecken lassen, wenn sie nicht bereit sind, ein gewisses Risiko zu gehen. Was feststeht: mit ihren Legalisierungsplänen hat die Ampel-Regierung für Furore gesorgt, von Kiffern bis zu Börsenspekulanten. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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