Skandaltruppe aus Munster

Bundeswehr-Skandal: Klingbeil fürchtet um guten Ruf im Ausland

Gegen die rechte Truppe aus Munster laufen die Ermittlungen mit Hochdruck. Doch der Ruf der Bundeswehr ist beschädigt – ausgerechnet am Tag des Afghanistan-Rückzugs.

Hannover – Rechtsextremismus und Gewalt: Nach dem Skandal um die Panzergrenadiere aus Munster bei einer Auslandsmission in Litauen wächst die Sorge um den internationalen Ruf der Truppe. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil forderte jetzt von den Soldatinnen und Soldaten mehr Zivilcourage ein.

Einrichtung:Bundeswehr
Oberbefehlshaber:Bundesminister der Verteidigung, Bundeskanzler (im Verteidigungsfall)
Aktuelle Ministerin:Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)
Militärische Führung:Generalinspekteur der Bundeswehr Eberhard Zorn

Es sei „wichtig, dass andere den Mund aufmachen, dazwischen gehen und es melden, wenn sie solche Vorfälle mitbekommen“, sagte der niedersächsische Bundestagsabgeordnete zu kreiszeitung.de. Es sei nicht hinnehmbar, dass das Fehlverhalten weniger die gesamte Bundeswehr im Ausland in einem schlechten Licht dastehen ließe.

Seit vergangener Woche sorgen die Vorfälle in Litauen für Empörung. Wie berichtet hatten Mitglieder eines Bataillons aus Niedersachsen am Rande einer Nato-Mission wilde Partys gefeiert und dabei rechtsradikale Lieder gesungen. Außerdem soll es auch zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Das Verteidigungsministerium zog die Truppe umgehend ab und leitete Ermittlungen gegen die Soldaten ein.

Bundeswehr-Eklat: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen rechtsextreme Panzergrenadiere aus Munster

Mittlerweile prüft auch die Staatsanwaltschaft die Vorgänge. In zwei Verfahren soll bereits eine fristlose Entlassung aus dem Militärdienst eingeleitet worden sein, wie ein Sprecher der Ermittlungsbehörde der Deutschen Presseagentur bestätigte. Insgesamt sind derzeit sechs Soldaten vom Dienst suspendiert. Für eine endgültige Entscheidung warten die Lüneburger Ermittler aber noch auf weitere Informationen der Bundeswehr, hieß es.

Fordert mehr Zivilcourage in der Bundeswehr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. (Montage von kreiszeitung.de)

Klingbeil, der den Wahlkreis in Munster als Direktkandidat vertritt und selber aus einer Soldatenfamilie stammt, zeigte sich im Gespräch mit kreiszeitung.de „geschockt“. Seit Jahren bemühe sich die Armee um ein gutes Erscheinungsbild im Inland wie im Ausland.

Insbesondere in der Corona-Krise habe die Bundeswehr bei vielen ein positives Bild hinterlassen. „Sie hat Impfzentren aufgebaut und betrieben, doch damit wird sich jetzt wieder weniger beschäftigt“, kritisierte Klingbeil. Deshalb sei es so wichtig, dass die Vorfälle mit aller Härte verfolgt werden würden, sagte er.

Bundeswehr-Skandal: Lars Klingbeil fürchtet um guten Ruf im Ausland – Afghanistan-Einsatz endet

Tatsächlich trifft die Debatte die Bundeswehr zu einer Unzeit. An diesem Mittwoch kehren die letzten deutschen Soldatinnen und Soldaten aus dem Afghanistan-Einsatz zurück. Am Nachmittag sollen vier Transportmaschinen auf dem Fliegerhorst im niedersächsischen Wunstorf landen. 20 Jahre hatte der Einsatz am Hindukusch gedauert. Doch an der Heimatfront erwartet die Truppe eine schwierige Diskussion.

Zwar dankte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) allen Einsatzkräften für ihre erfolgreiche Arbeit. Doch die Fragen nach dem Verhalten einiger Bundeswehrsoldaten im Ausland werden bleiben und die Afghanistan-Bilanz teilweise auch überlagern. kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa & Phillipp Schulze/dpa

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