Triell

Bundestagswahl 2021: Zwei gegen eins – Laschet von Rot-Grün ausgebremst

Drei Kandidaten, drei Trielle: Der TV-Schaukampf ist beendet. Am Ende gewann Rot-Grün. Insofern war die Debatte bei ProSieben erhellend – auch für Laschet. Die Bilanz.

Berlin – Harmonie statt Streit: Mindestlohn von zwölf Euro, leichte Steuererhöhung für Besserverdiener oder eine Kindergrundsicherung – SPD und Grüne haben offenbar viele Schnittmengen. Eine Woche vor der Bundestagswahl 2021 demonstrierten Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) und Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock vor laufenden Kameras einen Schulterschluss. „Ich unterstütze das, was Frau Baerbock sagt“, ließ Scholz beim dritten Triell mehrfach wissen, während die Grüne bei den Ausführungen des Vizekanzlers eifrig nickte.

Bundestagswahl 2021:Wahl zur 20. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages
Termin:26. September 2021
Art der Wahl:geheim
Kanzlerkandidaten:Armin Laschet, Annalena Baerbock, Olaf Scholz

Da sind zwei Politiker, die sich mögen und die eine Koalition bilden wollen. Gegen diesen Eindruck konnten sich die Zuschauerinnen und Zuschauer am Sonntagabend gar nicht wehren. Zum dritten und letzten Mal trafen die drei Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) zu einem Fernseh-Duell bei ProSieben und Sat.1 aufeinander. Doch während die Kontrahenten in den ersten beiden Auflagen noch munter aufeinander losgegangen waren, suchten Scholz und Baerbock jetzt den Schulterschluss.

TV-Triell: Vor der Bundestagswahl buhlen die drei Kanzlerkandidaten noch einmal um die Wählergunst

Zwei gegen einen – so lautete das Motto des Abends. „Was ist denn eigentlich mit ihnen los, Herr Laschet?“, höhnte Baerbock ein wenig spöttisch, als es um ihr Lieblingsthema, den Klimaschutz, ging. Dann pfefferte sie dem Unionskandidaten ihre Sicht der Dinge um die Ohren. Insgesamt zeigte sich die Grüne angriffslustiger als in Triell Nummer eins und Triell Nummer zwei.

Drei Tische, zwei Meinungen: Beim 3. Triell lieferten Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) den Schulterschluss gegen Armin Laschet (CDU).

Laschet nahm die Rolle des Gegenspielers an. Ohnehin steht er ja seit Wochen alleine auf seinem Posten. Nach dem Absturz in den Wahlumfragen mosern die eigenen Leute. Da legt man sich ein dickes Fell zu. Am Sonntagabend zeigt er sich deshalb auch unberührt von der geballten rot-grünen Front, die ihm entgegenschlägt. Mindestlohn-Erhöhung? Nicht die Sache der Politik. Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis 2030? Nein, auf keinen Fall. Denn Verbote helfen nicht weiter, man solle lieber auf die Kraft der Innovationen beim Fortschritt des Umweltschutzes vertrauen, lautet sein Ansatz.

Auffällig ist aber, dass der NRW-Ministerpräsident es dieses Mal mehr mit Inhalten versucht. Seine persönlichen Angriffe auf Scholz, wegen dessen vermeintlichen Verwicklungen in die FIU-Razzia, verkneift er sich ebenso wie das ständige Herumgereite auf einem möglichen rot-rot-grünen Koalitions-Schreckgespenstes – wohl auch, weil es in den vergangenen Wochen so gar nichts eingebracht hat.

Triell bei ProSieben und Sat.1: Rot-grüner Block von Baerbock und Scholz gegen Laschet

Apropos Inhalte: Ein neuer Erkenntnisgewinn kommt bei dem Triell nicht mehr um die Ecke. Mit Klimaschutz, Corona, Mindestlohn, innere Sicherheit wurden die alt bekannten Dauerbrenner von den Moderatoren aufgerufen. Dadurch erlaubten sich die Kandidaten eigentlich auch keine inhaltlichen Patzer mehr.

Während sie im Duell bei RTL/n-tv und in der Debatte bei ARD/ZDF noch hin und wieder an der Wahrheit herumdrehten, zeigen sie sich dieses Mal eigentlich faktentreu. Kein Wunder, allmählich kennen die Kontrahenten die Argumentationsweise des Gegenübers aus den TV-Schlachten. Zwar versuchte Baerbock hin und wieder Laschet als Lügner dastehen zu lassen mit Sätzen wie „Das stimmt nicht, das erzählen Sie seit zwei Sendungen“, doch wirklich aufs Glatteis konnte sie den Ministerpräsidenten auch nicht locken.

TV-Duell: SPD gewinnt das Triell, CDU und Grüne liegen dahinter

Doch der kleine Punktsieg brachte Laschet am Ende auch nichts ein. Denn die Zuschauerinnen und Zuschauer kürten den alten Sieger zum neuen Gewinner: Laut einer Forsa-Umfrage sahen 42 Prozent Olaf Scholz vorn, nur 27 Prozent stimmten für Laschet und 25 Prozent für Baerbock. Wenn Sie selber noch nicht wissen, wen Sie besser finden, dann können Sie sich von unserem Wahl-Ratgeber „Wen soll ich wählen?“ inspirieren lassen.

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Und so bleibt nur die Frage: Wie geht es weiter? Zumindest hier lieferten die Kandidaten eine klare Antwort. So offenbarte Scholz, dass er „am liebsten“ mit den Grünen koalieren würde. Baerbock gab zu erkennen, dass ihr eine von der SPD geführte Dreierkoalition lieber wäre als eine von der CDU dirigierte Regierung, sprich: lieber Ampel als Jamaika. Beide, Scholz und Baerbock, waren sich einig, dass die Union eigentlich auf die Oppositionsbank gehöre. Wie gesagt: Harmonie pur. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Willi Weber/dpa

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