Bündnis 90/Die Grünen

Bundestagswahl 2021: Robert Habeck soll Vizekanzler werden

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, und Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, äußern sich in der Bundespressekonferenz zum Ausgang der Bundestagswahl.
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Einem Bericht zufolge gibt es interne Absprachen bei den Grünen, wonach Robert Habeck (links) und nicht Annalena Baerbock die Vizekanzlerschaft in einer Koalition übernehmen soll.

Hochgelobt und tief gefallen: Nach dem enttäuschenden Ergebnis der Grünen bei der Wahl 2021 verschieben sich Machtverhältnisse. Wird Robert Habeck nun Vizekanzler?

Berlin – Zwischenzeitlich hatten sie in den Umfragen bis zu 28 Prozent, waren DIE Überfliegerpartei schlechthin. Doch nach der Bundestagswahl 2021 kommt auch für die Grünen die Ernüchterung. Erstmals mit einer Kanzlerkandidatin gestartet, roch es im Sommer 2021 tatsächlich noch nach einem richtigen Politikwechsel. Doch Verfehlungen von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock – unter anderem soll Baerbock ihren Lebenslauf frisiert haben – sorgten für den Absturz in den Wochen vor der Bundestagswahl. Letztendlich kamen Bündnis90/Die Grünen auf 14,8 Prozent – was immer noch ein beachtliches Ergebnis ist.

Partei:Bündnis 90/Die Grünen
Parteivorsitzende:Annalena Baerbock Robert Habeck
Wahlergebnis bei der Bundestagswahl 2021:14,8 Prozent
Gründung der Partei:13. Januar 1980 (Die Grünen), 21. September 1991 (Bündnis 90), 14. Mai 1993 (Vereinigung)

Doch scheitern die Grünen nun gerade an ihren eigenen Ansprüchen? Die Machtverhältnisse an der Parteispitze scheinen sich jedenfalls zu verschieben, wie aus einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hervorgeht. Und zwar zugunsten von Robert Habeck, der bei der Kandidatinnenkür im Sommer noch Annalena Baerbock als Gentleman den Zugriff zur Kanzlerkandidatur überlassen hatte.

Grüne wollen gemeinsam mit Sozialdemokraten und Liberalen Sondierungsgespräche führen

Habeck und Baerbock hatten am Montag bei einer Pressekonferenz angekündigt, dass man gemeinsam in Sondierungsgespräche mit SPD und FDP einsteigen wolle. „Und alle anderen Fragen sind ebenfalls geklärt“, sagte Habeck. Man gehe „gut vorbereitet und geklärt“ in die Gespräche. Das gehöre einfach zur Verantwortung dazu. An die große Glocke wollte da die Machtverschiebung an der Parteispitze noch niemand hängen. Habeck: „Aber gehen Sie davon aus, dass wir komplett sortiert sind.“

Wie die FAZ nun aus mehreren Quellen erfahren haben will, soll Habeck bei einer strategischen Aufstellung an die Spitze rücken. Schließlich war die Partei mit dem Wahlergebnis – das Annalena Baerbock als Spitzenkandidatin politisch zu verantworten hat – deutlich hinter den Erwartungen geblieben. Ein „Weiter so“ soll es also allem Anschein nach bei den Grünen nicht geben. Wie es in dem Bericht heißt, müsse man mit personellen Konsequenzen deutlich machen, dass man verstanden habe.

Auch heißt es, dass man sich innerhalb der Parteispitze bereits vor der Wahl auf genau dieses Vorgehen geeinigt hat. Eine personelle Neuaufstellung sollte demnach geschehen, wenn die Partei ein schlechtes Wahlergebnis einfährt. Schlechtes Ergebnis bedeutet in diesem Falle ein Abschneiden mit 17 Prozent oder weniger.

Aber das ist noch nicht alles: Robert Habeck soll inzwischen damit beschäftigt sein, alleine ein Sondierungsteam zusammenzustellen. Er wird allem Anschein nach der starke Mann bei den Grünen, der die Partei in Zukunft anführen wird. So soll er bereits in den letzten Tagen mit der FDP in Kontakt gestanden haben. Problem: Habeck will das Finanzministerium, Christian Lindner (FDP) aber auch. Daher legte Habeck auch am Montag fest, dass es nun erst einmal um Inhalte gehen müsse.

Fällt also in diesem Jahr das Postengeschachere aus? Schwer vorstellbar bei Sondierungsgesprächen ausgerechnet mit der FDP.

Bundestagwahl 2021: Robert Habeck holt erstmals für die Grünen im Wahlkreis I ein Direktmandat

Das alles wird noch befeuert von einer Wahlkuriosität. Denn Robert Habeck hat bei der Bundestagswahl erstmals überhaupt für die Grünen im Wahlkreis I Schleswig-Flensburg das Direktmandat gewonnen. Das gibt natürlich enormen Rückenwind für die Positionierung innerhalb der Parteispitze. Außerdem gilt auch das Verhältnis zwischen Baerbock und Habeck nach der Kandidatenkür als mehr als nur angeschlagen. Hinzu kommt, dass Baerbock in ihrem Wahlkreis haushoch gegen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz verloren hat.

Doch weg vom Fenster scheint Baerbock innerhalb der Partei keinesfalls zu sein. Immer noch gilt sie als hervorragendes Talent. Ein Ministeramt wird ihr in der Partei also durchaus zugetraut. Allem Anschein nach kam die Kandidatur um das Kanzleramt für sie, die noch gar keine Regierungserfahrung hat, einige Jahre zu früh. Rückendeckung gibt es in der Partei für Habeck enorm, mit ihm will es sich nun niemand mehr verscherzen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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