Termin bei ARD und ZDF

Bundestagswahl 2021: Bringt das TV-Triell am Sonntag den Showdown?

Es sind die wichtigsten Termine im Wahlkampf: Bei ARD und ZDF steigen die Kanzlerkandidaten zum nächsten TV-Triell in den Ring. Für Scholz ist es schon Genuss.

Berlin – Taugt Wolfgang Kubicki als Orakel? Zwei Wochen vor der Bundestagswahl 2021 machen sich da Zweifel breit. Noch im Mai dieses Jahres stellte der FDP-Bundesvize das TV-Triell als Wahlkampf-Format infrage. Insbesondere Olaf Scholz habe dabei nichts verloren, befand Kubicki. Angesichts der miesen Umfragewerte sei es „ziemlich albern“, dass der SPD-Kanzlerkandidat weiterhin Ambitionen auf das Bundeskanzleramt erhebe. Das war vor vier Monaten.

Fernsehsendung:TV-Triell zur Bundestagswahl 2021
Sendetermin:Sonntag, 12. September 2021, um 20.15 Uhr
Sender:ARD und ZDF
Kanzlerkandidaten:Armin Laschet, Olaf Scholz, Annalena Baerbock
Moderatoren:Maybrit Illner und Oliver Köhr

Bundestagswahl 2021: Termin für nächstes TV-Triell – ARD und ZDF präsentieren am Sonntag die Kandidaten

Wie sich Zeiten ändern können. Am Sonntag, 12. September 2021, findet bereits das zweite TV-Triell statt – und Scholz geht als klarer Umfrage-König in das Rennen um die Gunst der Zuschauerinnen und Zuschauer. Zum besten Sendetermin um 20.15 Uhr strahlen ARD und ZDF den Schlagabtausch der drei Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne) und Armin Laschet (CDU) aus. Moderiert wird das Kanzlerduell von ARD-Chefredakteur Oliver Köhr und ZDF-Talkmasterin Maybrit Illner, die bereits seit der Bundestaagswahl 2002 als Gastgeberin bei allen TV-Duellen dabei war.

Treten in der ARD und beim ZDF zum nächsten Triell-Termin an: die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD). (Montage von kreiszeitung.de)

Insbesondere für Laschet geht es plötzlich um alles. Gestartet war er in den Wahlkampf als sicherer Sieger. Nicht Scholz. Doch mit vielen Patzern verspielte der CDU-Parteichef seinen Vorsprung in den Umfragen – ebenso wie Baerbock. Während die SPD im Mai noch als drittstärkste Kraft der Konkurrenz hinterhergerannt war, startete Scholz ab Sommer eine unerwartete Aufholjagd und schaffte die Trendwende. Seit Wochen liegt die SPD plötzlich vor der CDU und den Grünen – das erste Mal seit 15 Jahren.

Wo läuft das TV-Triell? Kanzlerkandidaten Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock im Dreikampf

In der Union liegen deswegen die Nerven blank. Insbesondere aus Bayern kommt immer wieder unverhohlen Kritik am Wahlkampfteam um Laschet. So stellte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der Union ein Ultimatum. Bis zum Ende dieser Woche müsse in den Umfragen die Kehrtwende eingeleitet sein. Sonst werde eine erfolgreiche Wahl für CDU und CSU immer unwahrscheinlicher, giftete der Vorsitzende der bayerischen Schwesterpartei. Die Söder-Frist endet am Sonntag. Pünktlich zum Fernsehduell.

Doch was kann Laschet ausrichten? Im ersten TV-Triell mit seinen Kontrahenten, das bei RTL und n-tv vor zwei Wochen ausgestrahlt worden war, zeigte sich der NRW-Ministerpräsident durchaus angriffslustig. Doch seine Attacken wirkten auf die Zuschauer offensichtlich zu gestellt. In anschließenden Blitzumfragen kürte eine Mehrheit Scholz zum Gewinner des Abends. Bitter für Laschet. Und die CDU.

Bundestagswahl 2021: Termine für Fernsehduell sind für Kanzlerkandidaten absolute Pflicht

Vor diesem Hintergrund wird es spannend, wie sich die Kandidaten bei der Neuauflage präsentieren werden. Spielt Laschet wieder auf Angriff? Gibt Scholz wieder ein Abklatsch-Bild von Merkel ab, das die Union zur Weißglut treibt? Oder lässt er sich dieses Mal aus der Reserve locken? Von Laschet? Oder Baerbock?

Wer sind die Moderatoren beim TV-Triell?

Mabrit Illner arbeitet seit 1992 beim ZDF. Viele Jahre moderierte sie das Morgenmagazin. Einem größeren Publikum wurde sie aber durch ihre eigene, wöchentliche Talkshow „Maybrit Illner“ bekannt. Illner wurde 1965 in Ost-Berlin geboren und arbeitete zunächst für das DDR-Fernsehen, unter anderem als Sport- und Auslandsredakteurin. Sie lebt heute in Bonn und Berlin.

Oliver Köhr wurde im Herbst 2020 zum ARD-Chefredakteur berufen. Der Politikwissenschaftler begann seine Karriere beim MDR. 2012 wechselte er dann ins ARD-Hauptstadtstudio. In seiner aktuellen Funktion verantwortet er die ARD-Flagschiffe „Tagesschau“, „Tagesthemen“ und „Brennpunkt“.

Bei ARD und ZDF hielt man sich im Vorfeld bedeckt, um welche Themen sich das Fernsehduell dieses Mal drehen wird. Man wolle die Kandidaten aber aus ihrer „Komfortzone locken“, versprach Moderatorin Illner ein wenig nebulös. In der Erstauflage des TV-Triells ging es unter anderem um Afghanistan, die Corona-Pandemie und die Klimakrise. Dass diese Bereiche nicht ausgeblendet werden, davon kann man sicherlich ausgehen. Daneben werden sich Laschet und Scholz vielleicht auch um Linksbündnisse und den Umgang mit dem rechtspopulistischen Unionskandidaten Hans-Georg Maaßen zoffen.

Vom Duell zum Triell: Welche Kanzlerduelle gab es bislang in Deutschland?

Die TV-Duelle haben in Deutschland mittlerweile Tradition. Obwohl dieses Wahlkampf-Format in den USA seit den 1960er-Jahren etabliert ist, hat es sich hierzulande erst seit 2002 so richtig durchgesetzt. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) war der Erste, der sich mit einem Herausforderer im Fernsehen messen lassen wollte. Seitdem gab es die Kanzlerduelle in jedem Bundestagswahlkampf, wie die folgende Übersicht zeigt.

  • 2002: Gerhard Schröder (SPD) und Edmund Stoiber (CSU), zwei Duelle
    2005: Gerhard Schröder (SPD) und Angela Merkel (CDU)
    2009: Angela Merkel (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (SPD)
    2013: Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD)
    2017: Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD)
    2021: Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne), drei Trielle

In diesem Jahr ist das Kanzlerduell erstmals ein Dreikampf. Denn die Grünen haben mit Baerbock eine eigene Kandidatin aufgestellt. Doch ob nun Duell oder Triell – die Wirkung für den Wahlkampf ist durchaus umstritten. Politikwissenschaftler gehen davon aus, dass der TV-Auftritt vor allem dazu dienen kann, die eigene Kernwählerschaft zu überzeugen und zu mobilisieren. Das Umstimmen von Wechselwählern gelingt Untersuchungen zufolge meist weniger.

Welcher Kanzlerkandidat hat am Ende die Nase vorn? Unser Newsletter zur Bundestagswahl 2021 verrät alle wichtigen Entwicklungen auf einen Blick.

Das könnte für Laschet noch das Fünkchen Hoffnung sein. Zwar fühlen am 19. September 2021 auch noch Linda Zervakis und Claudia von Brauchitsch den Kandidaten beim dritten TV-Triell bei ProSieben und Sat1 auf den Zahn. Doch gewählt wird erst am 26. September 2021. Und erst da kommt es zum Schwur, wenn nämlich die Wählerinnen und Wähler tatsächlich bei der Bundestagswahl 2021 ihr Kreuz bei Scholz, Laschet oder Baerbock machen. Vorher ist vieles nur Mutmaßung. Und da kann man oft auch danebenliegen. So wie Kubicki. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance

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