Warum Baerbock gewann

Bündnis 90/Die Grünen: Die Kandidatenfindung im Überblick

Kanzlerkandidat der Grünen: Eine Wahl, die die Partei in dieser Form noch nie abhalten musste. Entschieden haben es die Parteivorsitzenden unter sich. 

  • Es ist das erste Mal in der Geschichte der Partei, dass sich den Grünen die K-Frage stellt.
  • Grund dafür sind die vielversprechenden Umfragewerte der Partei.
  • Entschieden wurde die Frage nach der Kandidatur hauptsächlich zwischen Annalena Baerbock und Robert Habeck.

Berlin – Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 tritt die Partei Bündnis 90/Die Grünen zum ersten Mal in ihrer Historie mit einem eigenen Kanzlerkandidaten an. Das liegt maßgeblich an der neu gewonnenen Stärke der Partei. 67 Prozent der Anhänger der Partei sollen sich laut einer Umfrage für diesen Schritt ausgesprochen haben. In den Umfragen waren die Grünen zeitweise zweitstärkste Partei, und so ist die Festlegung auf eine Personalie unumgänglich. Für gewöhnlich werden die Grünen allerdings von einer Doppelspitze geführt – Dementsprechend waren die beiden Parteivorsitzenden auch als maßgeblich diskutierte Optionen für die Kandidatur naheliegend.

Entscheidung bei den Grünen: Baerbock oder Habeck?

Annalena Baerbock und Robert Habeck bilden seit 2018 die Doppelspitze der Partei. Als Duo sind sie bei der Parteibasis sehr beliebt – doch nur einen von ihnen kann die Partei als Kanzlerkandidaten benennen. Beide Parteivorsitzenden sind auf den ersten Blick für die Kandidatur geeignet, aber wer tritt am Ende an? Auch ein Blick ins Wahlprogramm der Grünen wird dabei wahrscheinlich eine Rolle gespielt haben.

Was für Robert Habeck sprach

Robert Habeck wurde 1969 in Lübeck geboren. Er studierte von 1991 bis 1996 Philosophie, Germanistik und Philologie, und promovierte darin im Jahre 2000 zum Thema der „Natur der Literatur“. Seit 2000 ist er als Schriftsteller tätig. Zu den Grünen kam er 2002 und wurde dort 2004 Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein. Dort war er von 2012 bis 2018 Minister für Energiewende, Landwirtschaft und Umwelt und konnte als stellvertretender Ministerpräsident bereits Regierungserfahrung sammeln. Er gilt als besonders basisnah.

Was für Annalena Baerbock sprach

Annalena Baerbock heißt mit vollem Namen Annalena Charlotte Alma Baerbock, und wurde 1980 in Hannover geboren. Sie studierte von 2000 bis 2005 Politikwissenschaft und Jura in Hamburg und London. Das Jahr ihres Abschlusses ist auch das Jahr, in dem sie in die Partei eintrat. Von 2009 bis 2013 war sie bei den Grünen in Brandenburg Landesvorsitzende. Seit 2013 ist sie Bundestagsabgeordnete und seit 2018 gemeinsam mit Habeck Bundesvorsitzende der Grünen. Sie bringt zwar keine Regierungserfahrung mit, ist jedoch im Bundestag sehr gut vernetzt. Dazu schätzt man sie außerdem für ihre Hilfe für Flüchtlingskinder.

Kanzlerkandidat der Grünen: Die Entscheidung

Laut ZDF-Politbarometer waren die Anhänger der Partei vor der Entscheidung recht gleichmäßig gespalten, was ihre Präferenzen für die Kandidatur betraf: 44 Prozent der Befragten Grünen-Anhänger rechneten der Partei mit Annalena Baerbock größere Erfolgschancen aus, 43 Prozent mit Robert Habeck. Bei der allgemeinen Befragung war der Unterschied deutlicher: Nur 29 Prozent glaubten an bessere Chancen mit Baerbock, 42 Prozent waren es bei Habeck.

Die Doppelspitze der Grünen: Annalena Baerbock und Robert Habeck

Inzwischen ist die Entscheidung gefallen, wer für die Grünen als nächster Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin kandidieren soll – und die beiden Parteivorsitzenden haben die berüchtigte K-Frage unter sich selbst ausgemacht. Das Ergebnis haben sie am 19. April 2021 in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Dort durfte Robert Habeck verkünden, dass seine Kollegin Annalena Baerbock Kanzlerkandidatin für ihre Partei sein wird. Den Wahlkampf bestreiten die beiden dennoch gemeinsam. Habeck glaubt an seine Kollegin und möchte sie nach Kräften bei ihrer Kandidatur unterstützen. *Kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

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