Brandenburgs Ministerpräsident im Amt zurück

Muss Platzeck abtreten?

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Matthias Platzeck  - über seine politische Zukunft wird am Montag angeblich entschieden.

Potsdam - Er  ist nach einer Krankheit gerade ins Amt zurückgekehrt, schon geht es angeblich um seine politische Zukunft: Wird Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck abtreten?

Am ersten Arbeitstag von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) nach seiner Erkrankung sind SPD-Landesvorstand und -Fraktion in Potsdam überraschend zu einer gemeinsamen Sitzung einberufen worden. Dabei werde es am späten Nachmittag um die politische Zukunft des SPD-Landesvorsitzenden und Regierungschefs gehen, wie die Nachrichtenagentur dpa aus informierten Kreisen am Montag erfuhr.

Zu der Sitzung hatten am Morgen Platzeck selbst und Fraktionschef Ralf Holzschuher eingeladen. Der 59 Jahre alte Ministerpräsident hatte im Juni einen leichten Schlaganfall erlitten und daraufhin seine Zukunft von seiner vollständigen Genesung abhängig gemacht. Zunächst war davon ausgegangen worden, dass er ohne Einschränkungen weitermacht. Nach einem dreiwöchigen Erholungsurlaub nahm Platzeck am Montag wieder die Amtsgeschäfte auf. Zuerst habe er Termine in Berlin, sagte Vize-Regierungssprecherin Gerlinde Krahnert.

Matthias Platzeck: Wichtige Etappe in seiner politischen Karriere

Die politischen Wurzeln von Matthias Platzeck reichen bis in die DDR-Volkskammer zurück. Dort engagierte sich der Diplom-Ingenieur und Ökologe zunächst bei den Grünen. Erst 1995 trat er der SPD bei. Wichtige Etappen seiner Politiker-Karriere: © dpa
Oktober 1990: Platzeck zieht als Abgeordneter für die Fraktion Bündnis 90 ins Brandenburger Landesparlament ein. Er wird Landesminister für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung, 1994 wird er in dem Amt bestätigt. Juli 1997 : Bei der Überschwemmungskatastrophe an der Oder bewährt sich Platzeck als pragmatischer und unermüdlicher Krisenmanager. Von einer Boulevardzeitung wird er deshalb zum „Deichgrafen“ gekürt. © dpa
September 1998: Platzeck gibt seinen Ministerposten auf und wird Oberbürgermeister von Potsdam. © dpa
Dezember 1999: Er wird in den SPD-Bundesvorstand gewählt und gilt als Hoffnungsträger der SPD im Osten. © dpa
Juli 2000: Platzeck übernimmt den brandenburgischen SPD- Landesvorsitz und wird aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Manfred Stolpe (SPD) als Ministerpräsident. Juni 2002: Der Landtag wählt Platzeck zum Ministerpräsidenten. Sein Amt als Oberbürgermeister gibt er auf. © dpa
November 2005: Die SPD wählt ihn als Nachfolger von Franz Müntefering zu ihrem Bundesvorsitzenden. Sein Amt als Ministerpräsident behält er. © dpa
April 2006: Nach zwei Hörstürzen gibt er nach nur 146 Tagen überraschend seinen Rücktritt als SPD-Chef bekannt. © dpa
November 2009: Platzeck wird Regierungschef der ersten rot-roten Koalition in Brandenburg und regiert mit der Linken-Politikerin Kerstin Kaiser. Zuvor hatte er mit der CDU regiert. © dpa
Januar 2013: Der Landtag spricht ihm trotz des Berliner Flughafen-Desasters das Vertrauen aus. Im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft wird Platzeck Vorsitzender anstelle von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der von ihm den Stellvertreterposten übernimmt. © dpa
29. Juli 2013: Matthias Platzeck tritt nach einem Schlaganfall im Juni als Ministerpräsident von Brandenburg zurück. © dpa
Sein Nachfolger soll der bisherige Innenminister Dietmar Woidke werden. © dpa

In den Medien war in den vergangenen Tagen spekuliert worden, dass Platzeck zwar zunächst seine Ämter ohne Abstriche wahrnimmt, mittelfristig aber womöglich seinen Rückzug vorbereitet. Neben dem Regierungsamt und dem Vorsitz der Landes-SPD hat er den Posten des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft für den neuen Hauptstadt-Airport BER inne. Es ist fraglich, ob Platzeck als Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2014 antritt.

dpa

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