Bleibt die große Koalition in Österreich?

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Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Michael Spindelegger (ÖVP) beginnen mit den Koalitionsgesprächen.

Wien - Die große Koalition kann nach der Wahl in Österreich knapp weitermachen. Ob sie das auch wirklich tut, beratschlagen am Montag die Parteigremien. Zumindest die Konservativen haben Zweifel.

Nach der Parlamentswahl in Österreich beraten die Parteien am Montag über ihren Kurs für Koalitionsgespräche. Eigentlich könnte die große Koalition unter dem sozialdemokratischen Bundeskanzler Werner Faymann mit knapper Mehrheit ihre Regierung für fünf Jahre fortsetzen, wie aus dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hervorging. Während die SPÖ dies noch am Sonntagabend als Ziel ausgab, zeigte sich die konservative ÖVP aber gespalten.

Mit einem Verlust von 2,2 Prozentpunkten holte die SPÖ als stärkste Partei mit 27,1 Prozent den schlechtesten Wert ihrer Geschichte. Auch die ÖVP sackte nach einem Minus von 2,2 Prozentpunkten mit 23,8 Prozent auf einen historischen Tiefstand.

Rot-Schwarz war in der Vergangenheit immer wieder Stillstand oder eine nur schleppende Umsetzung nötiger Reformen vorgeworfen worden. Im Nationalrat mit seinen 183 Sitzen haben beide Parteien 99 Mandate (SPÖ 53, ÖVP 46), sieben mehr als die nötigen 92 Mandate.

Als Wahlgewinner feierte sich die rechte FPÖ, die mit einem Plus von 3,9 Prozentpunkten auf 21,4 Prozent kommt. „Es gibt drei bestimmende Parteien seit dem heutigen Abend in Österreich“, sagte Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache. Die Freiheitlichen kommen im Parlament auf 42 Mandate.

Unter den Erwartungen blieb der 81-jährige Milliardär Frank Stronach mit seinem neuen Team Stronach. Das wirtschaftsliberale und eurokritische Bündnis zieht mit 5,8 Prozent und elf Mandaten in den Nationalrat ein. Überraschend schafften auch die neugegründeten liberalen Neos mit 4,8 Prozent den Sprung über die in Österreich geltende Vier-Prozent-Hürde. Sie ziehen mit neun Mandaten ins Parlament ein.

Weniger als erhofft holten die Grünen, die als einzige der etablierten Parteien nicht in mögliche Korruptionsskandale verwickelt sind: Sie kommen mit einem Plus von einem Prozentpunkt auf 11,5 Prozent und erhalten 22 Mandate. Aus dem Nationalrat ausziehen muss die Ex-Jörg-Haider-Partei BZÖ mit 3,6 Prozent.

dpa

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