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Grundsteuer 2022: Feststellungserklärung und Elster sorgten für Probleme beim Start

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Von: Felix Busjaeger

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Elster ist bei der Grundsteuererklärung ein wichtiges Tool. Zu Beginn der Steuerreform Anfang Juli gab es allerdings erhebliche Probleme.
Elster ist bei der Grundsteuererklärung ein wichtiges Tool. Zu Beginn der Steuerreform Anfang Juli gab es allerdings erhebliche Probleme. © IMAGO/Frank Hoermann/Sven Simon

Derzeit müssen Hausbesitzer und Eigentümer viel Arbeit leisten. Die neue Grundsteuer wird berechnet. Zum Auftakt zeigten sich auch Probleme bei Elster.

Berlin – Seit knapp einem Monat wird sie erhoben: die neue Grundsteuer 2022. Am 1. Juli startete die große Reform und bis zum 31. Oktober müssen Hausbesitzer und Eigentümer von Grundstücken in Deutschland viel Aufwand betreiben, um eine weitere Steuererklärung bei den Finanzämtern einzureichen. Viele Angaben müssen hierfür gemacht werden. Das Problem: Einige Daten für die Unterlagen der Feststellungserklärung zur Grundsteuer lassen sich nicht zu einfach finden. Zudem stolpern Verbraucher immer wieder über Hindernisse – auch beim Online-Portal Elster.

Steuererklärung für die Grundsteuer 2022: Elster war Anfang Juli nicht erreichbar

Es kam einer Hiobsbotschaft gleich: Viele Menschen, die Anfang Juli bereits die Steuererklärung für die Grundsteuer 2022 einreichen wollten, brachten das Online-Portal Elster an die Belastungsgrenze. Über Tagen war die Plattform, die für die Abgabe der Feststellungserklärung vorrangig genutzt werden soll, nicht erreichbar. Der Auftakt der Grundsteuer-Reform wurde von technischen Stolpersteinen ausgebremst. Ein Ärgernis für viele Eigentümer – auch unsere Redaktion erreichten mehrere Nachrichten von besorgten Hausbesitzern.

Doch wieso das Ganze? Über viele Jahre war die Grundsteuer immer nach einem gleichen Schema erhoben worden – und wird es auch noch bis 2025. Erst dann soll die Reform der Grundsteuer vollständig abgeschlossen sein und die Neuberechnung stehen. Allerdings stammten Berechnungsgrundlagen für die alte Grundsteuer teilweise aus dem frühen 20. Jahrhundert. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss deshalb die Grundsteuer 2022 überarbeitet werden. Für die Neuberechnung der Grundsteuer müssen nun Angaben gemacht werden, die dann genutzt werden, um eine Berechnungsgrundlage für die neue Grundsteuer zu schaffen.

Grundsteuer 2022: Unterlagen für Feststellungserklärung müssen beim Finanzamt eingereicht werden

Noch bis zum 31. Oktober werden die Daten für die Formulare der Grundsteuer 2022 gesammelt. Danach haben die Finanzämter in Deutschland viel zu tun: Anhand der Angaben der zweiten Steuererklärung müssen sie die neue Grundsteuer berechnen. Diese wird sich auch künftig aus Wert des Grundbesitzes, Steuermesszahl und Hebesatz zusammensetzen. Da insgesamt knapp 36 Millionen Grundstücke in Deutschland neu bewertet werden müssen, ist der Arbeitsaufwand für die Grundsteuer groß. Womöglich aus diesem Grund hat sich die Politik deshalb für eine einheitliche Abgabe der Grundsteuererklärung entschieden. Hausbesitzer und Eigentümer sollen möglichst Elster nutzen.

Zwar obliegt es jedem Bundesland, die Regeln für die Abgabe der Grundsteuererklärung festzulegen, allerdings wird in allen Ländern die Abgabe über Elster favorisiert – Obwohl das auch nur die halbe Wahrheit ist. Denn eigentlich geht es den Behörden wohl vorrangig um die digitale Abgabe. Da die Steuererklärung für die Grundsteuer über Elster allerdings zu einem gewaltigen Arbeitsaufwand ausarten kann, hat der Gesetzgeber einen Ausweg geschaffen: die Steuererklärung ohne Elster.

Grundsteuer 2022 ohne Elster: Grundsteuererklärung für Privateigentum macht es möglich

Wer ohne Elster seine Steuererklärung zur Grundsteuer 2022 einreichen möchte, kann die Plattform „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ nutzen. Allerdings gibt es hier einige Haken: Bisher ist die Plattform nur für Bundesländer verfügbar, die auf das Bundesmodell (mehr dazu später) bei der Berechnung der Grundsteuer 2022 zurückgreifen. Zudem kann das Elster-Konto nicht verwendet werden. Um die Formulare für die Grundsteuer ausfüllen zu können, wird also ein gesonderter Code benötigt. Dieser wird über den Postweg zugesendet, nachdem die Steuer-ID und das Geburtsdatum eingetragen wurde.

Was kommt auf Hausbesitzer 2022 wegen der Grundsteuer und der Feststellungserklärung zu?

Die schlechte Nachricht zuerst: Wegen der Reform der Grundsteuer 2022 kommt auf Hausbesitzer und Eigentümer von Grundstücken viel Arbeit zu. Da alle Grundstücke in Deutschland neu bewertet werden, müssen Angaben bei den Finanzämtern gemacht werden. Hierfür muss eine Feststellungserklärung zur Grundsteuer eingereicht werden. Die Neuberechnung ist dann 2025 abgeschlossen. Auch künftig wird die Höhe der Grundsteuer durch die gleiche Formel bestimmt. Die drei Faktoren sind: Grundsteuerwert, Steuermesszahl und Hebesatz. Größte Änderungen durch die jetzige Reform gibt es für den Grundsteuerwert. Für Kommunen ist das wichtigste Instrument der Hebesatz. Hiermit können sie individuell die Höhe der Grundsteuer beeinflussen.

Dass „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ derzeit nicht mit einem Elster-Konto genutzt werden kann, wird sich voraussichtlich auch nicht so schnell ändern. Wohl erst im September soll eine entsprechende Funktion ergänzt werden. Laut Pressemitteilung des Betreibers ermöglicht das Angebot „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ allerdings die selbständige Abgabe der Unterlagen für die Grundsteuer 2022 für die Feststellungserklärung. Unterstützend werden Hilfestellungen für Hauseigentümer bereitgestellt, um die Angaben für die zweite Steuererklärung der Grundsteuer einzureichen.

Steuererklärung zur Grundsteuer 2022 bei Elster: Bundesländer können auch Abgabe per Papier erlauben

Weitere Probleme bei der Abgabe der Steuererklärung der neuen Grundsteuer 2022: Nicht jeder, der in Deutschland über Grundbesitz verfügt, hat Zugang zu einem Computer und kann Elster oder „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ nutzen. Aus diesem Grund ist es in einigen Bundesländern möglich, die Feststellungserklärung für die Reform der Grundsteuer auch als Unterlagen in Papierform abzugeben. Formulare für die Grundsteuer 2022 in Papierform liegen auch in den Finanzämtern in Bayern aus, wie ein Leser kreiszeitung.de mitteilte.

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Doch mitunter ist es notwendig, dass sich Hausbesitzer oder Grundstückbesitzer bei der Feststellungserklärung zur Grundsteuer 2022 helfen kann. Deshalb ist es laut Focus auch zulässig, dass Angehörige bei der Reform der Grundsteuer helfen. Allerdings darf hierfür kein Geld verlangt werden. Zudem ist es möglich, einen Steuerberater mit der Grundsteuererklärung zu betrauen. Erst wenn alle Angaben vorliegen, kann das Finanzamt die Angaben prüfen und anhand der Unterlagen den neuen Grundsteuerwert festlegen. Übrigens: Die Abgabe der Grundsteuererklärung ist verpflichtend. Wer die Frist für die Grundsteuer verstreichen lässt, riskiert empfindliche Strafen.

Modelle der Grundsteuer 2022: Nicht überall ist bei der Feststellungserklärung das Bundesmodell anwendbar

Die Reform der Grundsteuer wurde vom Bundesverfassungsgericht durch das Urteil von 2018 angestoßen, allerdings müssen die Bundesländer beim Berechnen der Grundsteuer 2022 keinen einheitlichen Weg gehen. Neben dem sogenannten Bundesmodell für die Grundsteuer kommen deshalb unterschiedliche Modelle zum Einsatz. Mitunter variiert dadurch der Arbeitsaufwand von Land zu Land deutlich. Während es mit Elster eine bundeseinheitliche Lösung für die Grundsteuererklärung gibt, kann „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ nur in Bundesländern mit Bundesmodell genutzt werden. Alle Modelle der Grundsteuer 2022 im Überblick:

Insgesamt neun Länder nutzen bei der Berechnung der Grundsteuer 2022 das Bundesmodell. In den anderen Bundesländern kommen teils vereinfachte Modelle zum Einsatz. Für Eigentümer von Grundstücken macht dies die Steuererklärung der Grundsteuer 2022 ab Juli natürlich nicht einfacher: Wer sich beispielsweise Hilfe im Internet sucht, muss zwangsläufig zweimal hinsehen und immer überprüfen, ob das Gelesene auch wirklich für das jeweilige Bundesland zutreffend ist.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Verbraucherschützer auf das drohende Wirrwarr bei der Reform der Grundsteuer 2022 hingewiesen. Zum Start der Frist für die Grundsteuererklärung sollten sie mit ihren Bedenken recht behalten – nun bleibt abzuwarten, wie die kommenden Wochen mit der Feststellungserklärung der Grundsteuer 2022 laufen werden.

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