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Bauernpräsident befürchtet „Preise für Verbraucher werden weiter steigen“

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Die Verbraucherpreise waren zuletzt deutlich gestiegen. Nach Auskunft des Bauernpräsidenten, Joachim Rukwied, war das möglicherweise noch nicht das Ende.

Berlin – Die Verbraucherpreise waren zuletzt in vielen Bereichen deutlich gestiegen. Die Politik reagierte darauf unter anderem mit dem Entlastungspaket 2022, besonders in vielen einkommensschwächeren Haushalten ist das jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Ampelkoalition unter Olaf Scholz (SPD) erwägt deshalb weitere Entlastungen. Diese sind dringend nötig: Nach Einschätzung von Bauernpräsident Joachim Rukwied könnte der Preisanstieg noch nicht beendet sein.

Verbraucherpreise: Bauernpräsident befürchtet, „Preise für Verbraucher werden weiter steigen“

Bauernpräsident Joachim Rukwied befürchtet, die Verbraucherpreise in Deutschland könnten weiter steigen. Rukwied sagte, der Ukraine-Krieg habe vor allem mit Blick auf die Betriebsmittel „massive Auswirkungen auf die deutsche Landwirtschaft.“ Im Gespräch mit der Passauer Neuen Presse erklärte er: „Die Energiepreise haben sich verdoppelt, der Preis für Düngemittel, insbesondere Stickstoffdünger, hat sich im Schnitt vervierfacht, Futter kostet mehr“, die höheren Erzeugerkosten seien jedoch „noch nicht alle eingepreist.“

Zu sehen ist Gemüse im Supermarkt. Bauernpräsident Joachim Rukwied glaubt, Verbraucherpreise bei Lebensmitteln könnten noch weiter steigen. (Symbolbild)
Bauernpräsident Joachim Rukwied glaubt, Verbraucherpreise bei Lebensmitteln könnten noch weiter steigen. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa/Archiv

Laut Rukwied bedeutet das, „die Preise für die Verbraucher werden nach unserer Einschätzung weiter steigen.“ Der Bauernpräsident fordert im Fall einer Gasknappheit zudem eine Priorisierung der Land- und Ernährungswirtschaft: „Wir brauchen Gas im Düngemittel-Bereich, um Stickstoff herstellen zu können. Wenn wir dafür kein Gas bekommen, würden die Erträge je nach Kulturen kurzfristig um 30 bis 40 Prozent einbrechen.“ Für die Versorgung mit Lebensmitteln gibt Rukwied vorerst jedoch Entwarnung: „Wir gehen davon aus, dass die Versorgungssicherheit, was Lebensmittel angeht, bis zum ersten Quartal nächsten Jahres gegeben ist“. Für die Zukunft danach wolle er indes keine Prognose wagen, so der Bauernpräsident, dazu gäbe es zu viele offene Fragen.

Ampel erwägt nach Entlastungspaket 2022 weitere Erleichterungen wegen steigender Verbraucherpreise

SPD-Fraktionschef Ralf Mützenich hatte in Anbetracht steigender Verbraucherpreise zuletzt angekündigt, die Ampel wolle über weitere Entlastungen nach dem Entlastungspaket 2022 verhandeln. Mützenich erklärte, dies solle noch vor der Sommerpause geschehen. Wann etwaige Maßnahmen in Kraft treten könnten, steht dabei noch in den Sternen.

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Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hatte mit Blick auf die Lebensmittelpreise kürzlich erklärt: „Mir macht die aktuelle Preisentwicklung bei Lebensmitteln aufgrund des Ukraine-Kriegs Sorgen.“ Özdemir schlug in diesem Rahmen die Streichung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte vor. Inhalte möglicher Entlastungsmaßnahmen sollen zeitnah konkreter diskutiert werden, derzeit lässt sich über sie nur spekulieren. Zuletzt waren jedoch beispielsweise Rufe nach einer Verlängerung des 9-Euro-Tickets immer lauter geworden.

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