Nach Plagiatsaffäre

Annalena Baerbock: Grüne lässt Buch aus Verkaufsregal verschwinden

Rückzieher nach Plagiatsaffäre: Annalena Baerbock (Grüne) zieht ihr umstrittenes Buch jetzt vom Markt zurück. Zum Überarbeiten fehlt der Fast-Ministerin die Zeit.

Berlin – Viel Ärger, doch jetzt ist Schluss: Das umstrittene Buch von Parteichefin Annalena Baerbock (Grüne) wird nicht länger verkauft. Die Grüne zog die Konsequenzen aus den Plagiatsvorwürfen und ließ das Werk aus den Regalen entfernen. Diesen Schritt habe Baerbock selber veranlasst, teilte eine Sprecherin des Ullstein-Verlags der Nachrichtenagentur dpa mit. Ursprünglich hatte Baerbock die kritisierten Passagen überarbeiten wollen.

Deutsche Politikerin:Annalena Baerbock (Grüne)
Geboren:15. Dezember 1980 (Alter: 40 Jahre) in Hannover
Privat:verheiratet, zwei Kinder
Aktuelles Amt:Parteivorsitzende

Baerbock hatte das Buch mit dem Titel „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ vorgestellt – mit der Absicht, damit ihren Wahlkampf anzufeuern. Bei der Bundestagswahl 2021 war die gebürtige Niedersächsin als Kanzlerkandidatin der Grünen angetreten. Jedoch entdeckte Plagiatsjäger Stefan Weber kurz nach der Veröffentlichung mehrere kopierte Textpassagen, deren Ursprungsquelle Baerbock nicht richtig gekennzeichnet hatte.

Annalena Baerbock: Grünen-Parteichefin zieht nach Plagiatsaffäre ihr Buch vom Markt zurück

Die Grüne geriet deswegen stark unter Druck. Zwar zeigte Baerbock im Anschluss Reue, doch am Ende dürfte ihr die Debatte um das Buch einige Stimmen gekostet haben. Bei der Wahl wurde ihre Partei nur drittstärkste Kraft hinter der CDU mit Kanzlerkandidat Armin Laschet, der ebenfalls in einer Plagiatsaffäre verwickelt war.

Rückzieher nach Plagiatsaffäre: Parteichefin Annalena Baerbock (Grüne) verhängt einen Verkaufsstopp für ihr Buch.

Trotzdem hatte Baerbock bis zuletzt an ihrem Werk festgehalten und eine Überarbeitung angekündigt. Doch nun erfolgte die Kehrtwende. Begründung: „Der Wahlkampf und die nachfolgenden Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen haben nicht den Raum für die notwendigen Ergänzungsarbeiten gelassen“, erklärte Baerbock laut dem Verlag. Es sei absehbar, dass sich das in nächster Zeit auch nicht ändern werde. Deshalb soll das Buch nicht mehr gedruckt und verkauft werden. Auch das eBook ist nicht mehr erhältlich.

Baerbock: Als mögliche Ministerin fehlt ihr für die Überarbeitung des Plagiats die Zeit

Baerbock und die Grünen verhandeln gerade mit der SPD und der FDP über die Bildung eines Ampel-Bündnisses. In dem möglichen Kabinett von Kanzlerkandidat Olaf Scholz wird die Grünen-Parteichefin als Ministerin gehandelt. Nun ließ sich Baerbock von ihrem Verlag mit den Worten zitiert: „Wie in dem Buch deutlich gemacht, braucht unser Land eine Modernisierung für eine gute Zukunft. Dafür möchte ich in den nächsten Jahren das mir Mögliche beitragen.“

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Baerbock hatte ihr Buch in einer Mischung aus Sachbuch und persönlicher Erzählung angelegt. So beschreibt sie unter anderem ihre Kindheit im niedersächsischen Schulenburg und erklärt daran ihren Politikansatz. So schildert sie, wie sie früher als Schülerin verzweifelt mit dem Bus durch die Provinz pendelte und warum der Autoverkehr deshalb heute immer noch nicht für die ländliche Bevölkerung komplett verbannt werden sollte. Doch das muss Baerbock jetzt anders erklären. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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