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Ramsan Kadyrow: Putins „Bluthund“ hetzt Söldner für Attentat in die Ukraine

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Von: Jens Kiffmeier

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Sie jagen für Putin in der Ukraine die Politiker: die Söldner von Tschetscheniens Präsidenten Ramsan Kadyrow. Ganz oben auf ihrer Todesliste steht: Selenskyj.

Kiew – Gezielter Angriff auf den Präsidenten der Ukraine: Wolodymyr Selenskyj soll am Mittwoch in der Hauptstadt Kiew nur knapp ein Attentat überlebt haben. Die Angreifer seien „eliminiert“ worden, teilten ukrainische Sicherheitsbehörden laut mehreren internationalen Medien mit. Konkrete Details wurden nicht bekannt. Aber den Angaben zufolge sollen Söldner einer Elite-Einheit aus Tschetschenien für den Anschlag verantwortlich sein. Die Privatarmee, die ähnlich wie die russische Wagner-Truppe agiert, steht unter dem Kommando des Putin-Verbündeten Ramsan Kadyrow, genannt der „Bluthund“.

Name:Ramsan Achmatowitsch Kadyrow
Funktion:Präsident von Tschetschenien
Alter:45 Jahre
Ehefrau:Medni Musaevna Kadyrova

Ramsan Kadyrow: Präsident von Tschetschenien soll für Putin eine Söldnertruppe in Ukraine entsandt haben

Offiziell ist Kadyrow der Präsident der autonomen Republik Tschetschenien. Im Krieg mit Russland stellte sich der Kämpfer an die Seite von Präsident Wladimir Putin und verhalf diesem zu einem Sieg. Seit diesen Tagen gelten die beiden als Verbündete. Die Gefolgsleute von Kadyrow gingen in der Vergangenheit äußerst brutal und skrupellos vor. Bereits bei der Annektierung der Krim im Jahr 2014 sollen sie an der Seite russischer Truppen gegen die Ukraine gekämpft haben.

Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow schaut verschlagen zwischen Offizieren hindurch.
Kommandiert seine Söldner in die Ukraine: Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow. © Friedemann Kohler/dpa

Viele Angaben zu Attentaten, Todeslisten und Kämpfern lassen sich derzeit im Ukraine-Krieg nicht unabhängig überprüfen. Aber dass seine Söldner derzeit auf dem Gebiet der Ukraine operieren, bestätigte Kadyrow zuletzt selber. In den sozialen Netzwerken tönte er vor wenigen Tagen, dass er tausende Kämpfer entsandt habe, zum Teil operieren die Truppen von Kadyrow auch bei der Eroberung von Mariupol mit. Ob die Zahl stimmt, ist unklar. Bestätigt ist aber, dass bereits einige Söldner in den Gefechten getötet wurden. Zwei Männer seien gestorben, sechs weitere verletzt, schrieb Kadyrow laut der Nachrichtenagentur bei Twitter. Und weiter: „Ja, im Krieg wird gestorben, und das war ihre Berufswahl.“

In seinen Tweets spricht Kadyrow vom Kampf gegen die ukrainischen „Nationalisten“. Es ist eine ähnliche Begründung, die auch Putin benutzt, um seinen Krieg zu rechtfertigen. Der Einsatz diene dazu, so Russlands Präsident, die Ukraine zu entnazifizieren und sie von einer unterdrückenden Regierung zu befreien. Für diesen Zweck sollen nun die Söldnertruppen gezielt Jagd auf die Führungselite des Landes machen. Laut einem Spiegel-Bericht tragen die Kämpfer ein Päckchen Karten mit den Namen und Fotos der Zielpersonen mit sich herum.

Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj überlebt Attentat – stecken tschetschenische Kämpfer dahinter?

Ganz oben auf diesen Todeslisten steht: Wolodymyr Selenskyj. Der Präsident der Ukraine sprach bereits vor wenigen Tagen davon, dass er Opfer von Attentaten werden sollte. Ebenso die Frau und die Kinder von Selenskyj. Dennoch hält der Politiker in der umkämpften Hauptstadt Kiew in einem Schutzbunker die Stellung. Ein Angebot der USA, ihn zusammen mit seiner Familie zu evakuieren, lehnte er ab.

Stattdessen meldet er sich immer wieder mit Videobotschaften zu Wort. Am Dienstag warb er in einem eindringlichen Appell vor dem Europaparlament um einen EU-Beitritt. Am Mittwoch gab er vor dem Bunker dem US-amerikanischen Fernsehsender CNN ein Interview. Seine Botschaft an Russland ist bei den öffentlichen Auftritten immer die gleiche: „Wir sind alle hier. Kommt, wenn ihr wollt“, sagte Selenskyj kürzlich direkt an die Adresse von Putin.

Krieg in der Ukraine: Neben Kadyrow setzt Russlands Präsident Wladimir Putin wohl auch auf die Wagner-Truppe

Militärisch kann die Ukraine, die erheblichen Widerstand leistet, der russischen Übermacht auf Dauer wenig entgegensetzen. Deshalb setzt Selenskyj auch bewusst auf einen Propagandakrieg und die Macht der Bilder. Seine Auftritte bringen Selenskyj beim Volk mittlerweile einen Heldenstatus ein. Zugleich lassen sie Putin erst recht als den Aggressor erscheinen.

Doch angesichts der vielen Söldner im Land sind die öffentlichen Auftritte für Selenskyj auch nicht ungefährlich. Neben den tschetschenischen Kämpfern werden auch paramilitärische Einheiten Russlands in der Ukraine vermutet. So machen auch immer wieder Gerüchte um den Einsatz der berüchtigten Wagner-Truppe die Runde.

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Die Spezialeinheit gilt ebenfalls als äußert brutal und war zuletzt auch im Bürgerkriegsland Mali aktiv. Gegründet wurde die Söldner-Firma laut focus.de von dem 51-jährige Dmitri Walerjewitsch Utkin, der Fan von dem Komponisten Richard Wagner sein soll und der bis 2013 noch als Oberstleutnant beim russischen Militärgeheimdienst GRU tätig war. Auch seine Kämpfer waren bei der Krim-Annexion dabei, weshalb er laut dem Nachrichtenportal von Putin im Jahr 2016 im Kreml den russischen Tapferkeitsorden erhalten haben soll. * kreiszeitung.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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