Posse im Wahlkampf

Annalena Baerbock: So vergeuden Niedersachsens Grüne Strom

In Niedersachsen brannten 80 Laternen lichterloh – fünf Tage lang. Schuld sind Wahlhelfer von Annalena Baerbock. Das betroffene Dorf reagiert mit Humor.

Groß Berßen – Missglücktes Wahlkampfmanöver in Niedersachsen: Wenige Wochen vor der Bundestagswahl haben die Grünen ungewollt für Schlagzeilen gesorgt. So hörten in Groß Berßen im Emsland 80 Straßenlaternen fünf Tage lang nicht auf zu leuchten – und zwar rund um die Uhr. Schuld waren Plakate, die Helfer von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock falsch angebracht hatten, wie der NDR berichtet. Trotz der erhöhten Stromkosten zeigt sich der CDU-Bürgermeister aber milde gestimmt.

Deutsche Politikerin:Annalena Baerbock (Grüne)
Geboren:15. Dezember 1980 in Hannover
Privat:verheiratet, zwei Kinder
Aktuelles Amt:Parteivorsitzende

Tagelang hatte der Vorfall bei den 680 Einwohnern für Verwunderung gesorgt. Dauerbeleuchtung ist in Zeiten leergefegter kommunaler Kassen ja eigentlich nicht angebracht. So gibt es in Niedersachsen, wo auch Baerbock selber aufgewachsen ist, genug Gemeinden, die spätestens ab 22.00 Uhr im Dunkeln versinken. Stromsparen hilft beim Kostensenken, so das Mantra der Kämmerer. Deswegen dauerte es auch nicht allzu lange, bis die ersten Bürger in Groß Berßen bei der Stadt nachhakten.

Bundestagswahl 2021: Lustige Wahlkampfhilfe für Annalena Baerbock (Grüne) in Niedersachsen

„Die Stadt hat wohl einen besonders günstigen Stromanbieter gefunden?“, fragte ein Bewohner bei Bürgermeister Reinhard Kurlemann (CDU) eher belustigt an. Doch der ehrenamtliche Rathauschef konnte sich zunächst auch nicht erklären, warum die Laternen einfach nicht wie vorgesehen automatisch an- und ausgingen. Nachforschungen wurden eingeleitet, Fehler gesucht. Doch es dauerte, bis man dem Rätsel auf die Spur kam.

In Niedersachsen standen die Straßenlaternen tagelang unter Dauerbeleuchtung: Ein Plakat von Annalena Baerbock (Grüne) war schuld. (Montage kreiszeitung.de)

Die Lösung schließlich: Der zentrale Lichtsensor lag sprichwörtlich im Dunkeln. Er misst die Helligkeit der Umgebung und entscheidet automatisch, wann die Straßenbeleuchtung an- und ausgeknipst werden muss. Doch die enthusiastischen Lokal-Politiker hatten im Endspurt des Bundestagswahlkampfes, in dem die Grünen in Umfragen als drittstärkste Kraft gelten, darüber ein Baerbock-Plakat gehängt. Motto des Plakats: „Am Klimaziel führt kein Weg vorbei“. Doch mit der Aktion dürfte sich der Weg verlängert haben. Denn für den Sensor war es nur noch dunkel, ergo brannten die Laternen – und zogen Strom.

Posse zur Bundestagswahl: Plakat-Fiasko von Bündnis90/Die Grünen produziert Stromkosten von 300 Euro

Die zusätzlichen Kosten schätzt Kurlemann auf rund 300 Euro. Doch zu hoch hängen will der Unionsmann die Sache nicht. Für ihn ist es eher eine lustige Posse, über die man auch lachen dürfte, sagte er zu Spiegel Online. Den Grünen eine Rechnung aufbrummen – das will er jedenfalls nicht. Zum einen sei der Lichtsensor für Unwissende nicht als solcher zu erkennen. Und zum anderen will er keine Wahlkämpfer bestrafen, die ihre Freizeit für das Allgemeinwohl opfern – egal, von welcher Partei sie kommen.

„Da jetzt über die Grünen herzuziehen, wäre nicht in Ordnung“, zitiert der Spiegel Kurlemann. „Das hätte jeder anderen Partei auch passieren können.“ Der Bürgermeister ist selber Wahlkämpfer und kennt sich mit den Tücken des Plakatklebens aus. Wenn man das Schild hochziehe und mit Kabelfinder festmache, dann würde der Sensor nicht auffallen, beschwichtigt er. Er jedenfalls werde dafür sorgen, dass der Gemeinderat die entstandenen Stromkosten durchwinkt.

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Die Menschen in Groß Berßen können jedenfalls wieder ruhig schlafen. Die Plakate hängen noch. Aber jetzt tiefer. Der Sensor funktioniert wieder tadellos – und damit die Straßenbeleuchtung auch. Und die Grünen dürfen wieder für Tempolimits und Klimaschutz streiten. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa & Lino Mirgeler/dpa

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