121.000 Euro an CSU

Annalena Baerbock: Sixt verspottet Grünen-Kanzlerkandidatin

Autovermieter Sixt macht sich nach den Kopier-Vorwürfen im neuen Werbeplakat über Co-Parteivorsitzende Annalena Baerbock lustig. 121.000 Euro flossen zuvor an die CSU.

Pullach im Isartal – Für Autovermieter Sixt gibt es kein Halten mehr! Mittendrin statt nur dabei: Annalena Baerbock. Der bayrische Konzern schießt sich scharf auf die Grünen-Kanzlerkandidatin ein, und mit dem neuen Werbeplakat in den sozialen Medien jeden erdenklichen Vogel ab.

Politikerin:Annalena Baerbock
Geboren am:15. Dezember 1980 (Alter 40 Jahre)
Geburtsort:Hannover
Ehemann:Daniel Holefleisch
Partei:Bündnis 90/Die Grünen
Amt:Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2013
Ausbildung:London School of Economics and Political Science (2004–2005), Universität Hamburg (2000–2004)
Bücher:Jetzt: Wie wir unser Land erneuern

Die Co-Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen wird mit heruntergezogenen Mundwinkeln, ja beinahe schon in Merkel-Manier, dargestellt. Dahinter ist ein Mercedes-Benz zu sehen. Und darunter steht in weißer Schrift geradezu provokativ: „Sie verwenden ungern Eigenes?“ Doch damit nicht genug. In Klammern legte der Autovermieter nochmals nach und den Finger endgültig in die Wunde: („Mehr Spaß am Leihen: jetzt Sixt App laden“).

Autovermieter Sixt verspottet Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen): User und Kunden von der neuesten Werbeaktion angetan

Ein Großteil der Nutzer feiert das neue Plakat. Diese zielt eindeutig auf die Kopier-Vorwürfe ab, für die sich Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in den vergangenen Tagen immer wieder rechtfertigen musste. „Da ist man doch gerne Aktionär und Kunde“, kommentiert ein User. „Ihr seid der Brüller“, lässt ein anderer verlauten. Einseitigen Anklang findet das Plakat aber auch nicht. Stattdessen hagelt es auch Kritik für die neue Werbekampagne, die Baerbock verspottet.

Hohn und Spott erhält Annalena Baerbock von dem Autovermieter Sixt.

Einige User tun das Plakat als „peinlich“ ab oder kündigen einen Wechsel zur Konkurrenz an. Ein User kann es sich nicht verkneifen und kommentiert sogar: „Wie tief im A... der CSU kann man sein?“ Und trifft die Geschichte wissentlich auf den Punkt.

Autovermieter Sixt spendet vor dem Werbeplakat gegen Baerbock mehr als 100.000 Euro an die CSU

Brisant ist nämlich, dass Sixt erst kürzlich eine Großspende an die CSU abgab. Dies ließ der Bundestag diese Woche verlauten, da Spenden ab 50.000 Euro von der Bundestagsverwaltung veröffentlicht werden müssen. In Zahlen bedeutet das: 121.381,16 Euro. Ein stolzer Betrag, den der Autovermieter bereits Anfang Juli der bayrischen Schwesterpartei der CDU überwies. Diese schiefen Beträgen lassen sich üblicherweise mit einer Sachspende wie beispielsweise Autos aus der den eigenen Reihen erklären.

Dabei ist die Großspende von Sixt kein Einzelfall, auch wenn der Betrag von mehr als 100.000 Euro eine ganz andere Hausnummer ist. In den vergangenen Jahren hatte der Autovermieter bereits Geld an die CSU und die FDP gespendet. 2017 bekamen die Liberalen um Christian Lindner 55.000 Euro. Aber auch die Grünen und die SPD wurden schon vom Konzern aus Pullach im Isartal unterstützt. Im Jahr 2011 erhielt die Öko-Partei 28.000 Euro, während die Sozialdemokraten 20.000 erhielten.

Die Anzeigen-Ideen kommen derweil von Jung von Matt. Die Agentur ist bekannt für gesellschaftliche Sprüche und provokante Werbekampagnen, die anecken. Sixt selbst ist dabei aber auch kein Kind von Traurigkeit. Bereits der Stinkefinger von Peer Steinbrück war 2013 Teil einer Kampagne, genauso wie Angela Merkels Frisur übrigens.

Annalena Baerbock: Grünen-Kanzlerkandidatin und Co-Parteivorsitzende im Umfragetief

Das Plakat ist eigentlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn Annalena Baerbock und Bündnis 90/Die Grünen haben derzeit ganz andere Probleme, als sich über Spott und Häme Gedanken zu machen. Immerhin befindet sich die Grünen-Kanzlerkandidatin und Co-Parteivorsitzende nach anfänglicher Euphorie auf dem absteigenden Ast. Heißt: In den Umfragen verliert die Öko-Partei zunehmend an Boden gegenüber der CDU und ihrem Netflix-zugeneigten Kanzlerkandidaten Armin Laschet.

Die neuesten Umfrage-Ergebnisse zeigen, dass die stark gebeutelten Grünen nach der Plagiats-Affäre der Kanzlerkandidatin und Problemen mit Baerbocks Promotionsstipendium von der Heinrich-Böll-Stiftung ordentlich ins Schwimmen geraten. Die magische 20-Prozent-Marke wurde mit 19 Prozent unterschritten, sodass die Grünen und die Union (29 Prozent) nun ganze 10 Prozentpunkte trennt.

Bei diesen Zahlen wird ihr die Werbekampagne von Sixt wohl auch kein Lächeln aufs Gesicht zaubern. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © @sixtde (Instagram)

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

Knallhart-Lockdown für Ungeimpfte? SPD torpediert Spahn-Plan

Knallhart-Lockdown für Ungeimpfte? SPD torpediert Spahn-Plan

Knallhart-Lockdown für Ungeimpfte? SPD torpediert Spahn-Plan
Bloß wegen Frauenkarte? Habeck fällt Baerbock in den Rücken

Bloß wegen Frauenkarte? Habeck fällt Baerbock in den Rücken

Bloß wegen Frauenkarte? Habeck fällt Baerbock in den Rücken
Verfassungsgericht fällt Urteil: Entscheidung über Rundfunkbeitrag gefallen

Verfassungsgericht fällt Urteil: Entscheidung über Rundfunkbeitrag gefallen

Verfassungsgericht fällt Urteil: Entscheidung über Rundfunkbeitrag gefallen
Mann auf Platz eins: Saarlands Grünen verärgern Baerbock

Mann auf Platz eins: Saarlands Grünen verärgern Baerbock

Mann auf Platz eins: Saarlands Grünen verärgern Baerbock

Kommentare